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„Die Wachstumsrate der Akku-Gartengeräte liegt bei über 50 Prozent“ – Ein Interview mit George Brown (IVG)

Mähroboter, wie dieser von Gardena, liegen mit 50 bis 60 dB deutlich unter dem Schallleistungspegel benzinbetriebener Rasenmäher. – Foto: Gardena

Von der Rosenschere über die Kettensäge bis hin zum Mähroboter oder Aufsitzmäher – in der Fachabteilung „Garten- und Rasenpflegegeräte“ des Industrieverband Garten (IVG) e.V. treffen sich alle Hersteller von Produkten, die für die Pflege eines schönen Gartens benötigt werden. Die Kernthemen der Fachabteilung sind Marktentwicklung, Technik, Vertrieb, Verbraucher- und Umweltschutz. Wir sprachen mit George Brown, dem technischen Referenten der Abteilung.

Herr Brown, die Warengruppe „Gartengeräte und -maschinen“ weist seit 2010 in Deutschland eine durchschnittliche Wachstumsrate von 1,8 Prozent auf. Vor allem die Akku-Technologien und Smart-Gardening-Lösungen sind in den letzten Jahren bei den Kunden sehr gefragt. Welche Produktneuheiten und aktuellen Entwicklungen gibt es in diesen Bereichen?

Brown: Die Akkutechnik hat sich bei den Gartengeräten als Alternative zu kabelgebundenen oder Geräten mit Verbrennungsmotor etabliert. Die Wachstumsrate in diesem Segment liegt mittlerweile bei über 50 Prozent. Die akkubetriebenen Produkte werden immer beliebter sowohl bei Hobby- als auch Profianwendern, da sie trotz gleichwertiger Leistungsfähigkeit bequemer zu handhaben und umweltverträglicher sind. Zudem gibt es mittlerweile viele weitere Einsatzbereiche wie zum Beispiel ein Akku-Sprühgebläse für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln. Viele neue Innovationen sind darüber hinaus in diesem Jahr bei den Robotermähern und auf dem Gebiet der Bewässerung zu erwarten. Ein Ansatz sind hier zum Beispiel smarte Systeme, die für eine autonome Entscheidung Daten wie Bodenfeuchte, Lichtstärke und Temperaturen direkt vor Ort erheben. Bei dieser Lösung kann unter anderem eine gewünschte Bodenfeuchte festgelegt und durch das Bewässerungssystem gehalten werden. Dadurch wird eine Verschwendung von Ressourcen vermieden.

 

Akkubetriebener Werkzeuge und Gartengeräte sind bei den Kunden immer gefragter. Foto: Einhell

Bei Garten- und Rasenpflegegeräten denkt man nicht unbedingt als erstes an Umweltschutz. Aber auch damit beschäftigen Sie sich intensiv. Gibt es hier positive Entwicklungen, die Ihnen in letzter Zeit besonders aufgefallen sind?

Brown: Das ist so nicht richtig. Bei Garten- und Rasenpflegegeräten denkt man durchaus an den Umweltschutz. Unseren Herstellern ist schon immer daran gelegen, Geräte zu entwickeln, die durch ihren Betrieb die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Bestes Beispiel ist hier die Entwicklung der Akku-Geräte: Sie sind im Einsatz frei von Abgasemissionen und im Vergleich zu Produkten mit Verbrennungsmotor deutlich leiser. Das bringt klare Vorteile: Dank der abgasfreien Technologie wird die Umwelt geschont. Leisere Geräte erleichtern oder ermöglichen das Arbeiten in lärmsensiblen Bereichen. Ein großer Gewinn für Kommunen, GaLaBauer aber auch für das Zusammenleben in der Nachbarschaft. Unter anderem aus diesen Gründen bekennen sich unsere Hersteller zur Akkutechnik und arbeiten an weiteren Verbesserungen.

Auch die Sicherheit im Garten ist für Ihre Fachabteilung ein wichtiges Thema. Derzeit kooperiert der IVG mit der Marktüberwachung in einem bundesweiten Projekt. Können Sie uns dazu etwas sagen?

Brown: Marktüberwachungsbehörden in Deutschland schenken den Gartengeräten schon immer besondere Aufmerksamkeit, denn Rasenmäher, Heckenscheren oder Kettensägen gehören mit zu den gefährlicheren Geräten im Haushalt, weil es leistungsfähige Maschinen sind. Also sollten die Produkte, die in den Markt gelangen, auf einem sehr guten Sicherheitsniveau sein. Das ist der Anspruch unserer Mitglieder, die in Sachen Sicherheit von jeher Standards setzen und deshalb eng mit der Marktüberwachung zusammenarbeiten. Aus dieser Position heraus war es nur logisch, das Ganze auch mal in einer Art Studie festzuhalten, die für alle Gartengeräte die relevanten Vorschriften versammelt und das Sicherheitsniveau beschreibt. Ohne Frage ein aufwändiges Verfahren, bei dem aber alle Beteiligten viel voneinander lernen können. Am meisten profitiert jedoch der Verbraucher von diesem Projekt, da es dazu beiträgt, das Sicherheitsniveau zu festigen und unsichere Produkte vom Markt zu verbannen. Denn auch wir beobachten die Entwicklung mit Sorge, dass auffällig viele unsichere Geräte – wie etwa günstige No-Name-Produkte oder Produkte von exotischen Herstellern – durch Online Shops auf den Markt gelangen.

Weitere Informationen: ivg.org

Die neuesten Technologietrends fĂĽr Balkon, Terrasse und Garten auf einen Blick:

Auch auf der kommenden spoga+gafa (01.-03.09.2019 in Köln) wird es wieder die Themeninseln IVG Power Place Akku und Smart Gardening Welt geben. Hier erleben die Besucher die neuesten Produkte live vor Ort und spannende Vorträge zu aktuellen Entwicklungen, Produktneuheiten und relevanten Handelsthemen.

 

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