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„Höheres Qualitätsniveau“: Ein Interview mit Raffaello Galiotto (Nardi)

Raffaello Galiotto - Bild: Nardi
Raffaello Galiotto – Bild: Nardi

Mit dem Sofa „Komodo“ und der Stuhlkollektion „Trill“ präsentierte der italienische Hersteller Nardi auf der vergangenen spoga+gafa zwei außergewöhnliche neue Outdoormöbel. Wir sprachen mit dem Designer Raffaello Galiotto über das Konzept hinter den Entwürfen, aktuelle Designtrends und die Vorzüge von Fiberglas.

Herr Galiotto, welche grundlegenden Entwicklungen beobachten Sie im Design fĂĽr den AuĂźenbereich?

Ich denke, dass sich Einrichtungslösungen für den Außenbereich stetig hin zu einem höheren Qualitätsniveau entwickeln, was das gesamte Produktdesign betrifft. Es werden immer mehr Möbel produziert, die den wirklichen Bedürfnissen der Nutzer entsprechen und die mit ihrer Eleganz und ihrem innovativen Charakter eine wirkliche Bereicherung für den Außenbereich darstellen. Die Menschen werden zunehmend nach Möglichkeiten suchen, um in Berührung mit einer Natur zu kommen, die in unseren modernen urbanen Wohnsituationen immer weniger zugänglich ist.

Outdoor-Sofa Komodo von Nardi - © Nardi
Outdoor-Sofa Komodo von Nardi – © Nardi
Nardis "Komodo" - Bild: Nardi
Outdoor-Sofa Komodo von Nardi – Â© Nardi

Auf der vergangenen spoga+gafa hat Nardi das von Ihnen entworfene neue Outdoor-Sofa „Komodo“ vorgestellt. Welches Konzept steht hinter dem Entwurf?

„Komodo“ ist nicht einfach nur ein Sofa, sondern eine komplette Systemlösung aus mehreren miteinander verbundenen und interagierenden Modulen. Die formale Lösung für Sitzfläche, Rücken- und Armlehne ist von den Zweigen eines Baums inspiriert – das Geflechtmuster ist scheinbar unregelmäßig und zufällig, folgt aber tatsächlich einer bestimmten geometrischen und numerischen Logik, die sich wiederum aus dem menschlichen Bedürfnis nach Symmetrie ergibt. Sie ermöglicht es, die Komponenten auf allen Seiten eines Sitzmoduls anzubringen. Dank der verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten kann der Nutzer „Komodo“ je nach seinen aktuellen Bedürfnissen zusammenbauen, ganz wie bei einem Spielzeug aus Legosteinen.

Kollektion "Trill" - Bild: Nardi
Stuhlkollektion Trill von Nardi – © Nardi
Stuhlkollektion Trill von Nardi - © Nardi
Stuhlkollektion Trill von Nardi – © Nardi

Die ebenfalls von Ihnen entworfene neue Sitzmöbel-Kollektion „Trill“ von Nardi besteht aus Fiberglas, ist aber in ihrer Formensprache von Metall inspiriert.

Ich habe eigentlich eine Vorliebe für natürliche Materialien. Der Einsatz in dem von Sonnenlicht, Regen und Frost geprägten Außenbereich erfordert allerdings extrem strapazierfähige Materialien. Bei „Trill“ ging es mir darum, die Formensprache von Holz und Metall zu interpretieren und beide zu einer Kombination zu verbinden – eigentlich unmöglich, aber mit Glasfaserharz tatsächlich machbar.

Welche Eigenschaften schätzen Sie besonders an diesem Material?

Eine der herausragenden Eigenschaften von Glasfaserharz ist seine Witterungsbeständigkeit, was es ideal für den Einsatz im Freien macht. Außerdem fasziniert mich, dass sich das Material in jede Form bringen lässt. Ich entwerfe seit mittlerweile 25 Jahren für Nardi – in dieser Zeit hat man dort Glasfaserharz durch kontinuierliche Weiterentwicklung zu einem zentralen Element innerhalb der Produktentwicklung ausgebaut.

Sistema Net - Bild: Nardi
Möbelkollektion Net von Nardi – Â© Nardi

Was erwarten Sie fĂĽr die Zukunft des Outdoor-Designs?

Die meisten Outdoor-Möbel sind heute ja gerade nicht innovativ und designorientiert, sondern eher statisch und anonym. Ich erwarte jedoch, dass sich dies ändern wird. Ich hoffe, dass immer mehr Hersteller verstehen werden, dass der Markt nicht nur einfach Produkte braucht, sondern vielmehr trendgerechte Lösungen für neue Bedürfnisse in einer sich immer schneller verändernden Welt.

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