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17. Internationaler BHB-Kongress 2016

Wie kann die Bau-, Garten- und Heimwerkerbranche in Zeiten der Veränderung traditioneller Handelsstrukturen durch demografischen Wandel und Digitalisierung auch in Zukunft erfolgreich wachsen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 17. Internationalen BHB-Kongresses 2016 am 7. und 8. Dezember in Bonn. Rund 500 Teilnehmer aus dem Handel, der Industrie und dem Dienstleistungs- und Beratungssektor diskutierten auf dem Gipfeltreffen der DIY-Branche über zukunftsfähige Unternehmenstragegien, erfolgversprechende Vertriebsformate, Sortimente und Services, um die Baumarktkunden auch in den kommenden Jahren erfolgreich anzusprechen.



Detlef Riesche, BHB-Vorstandssprecher und Vorsitzender der Geschäftsführung der toom Baumarkt GmbH, beleuchtete in seinem Grußwort zum Kongressauftakt die aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen für die Branche in den kommenden Jahren. Der Baumarkthandel werde sich zukünftig stärker als zuvor im Wettbewerb mit branchengleichen Formaten, Sortimentsspezialisten, branchenfremden Anbietern ebenso wie mit dem Handwerk und E-Commerce-Pure-Playern behaupten müssen.

Eine Bestandsaufnahme zur wirtschaftlichen Situation der Branche machte Marktforscher Klaus Peter Teipel, Inhaber Klaus Peter Teipel research & consulting, in seinem Vortrag „Der Deutsche DIY-Markt in Zeiten des digitalen Transformationsprozesses“. Mit Blick auf das Gesamtjahr 2016 betonte Teipel, die Marktkonsolidierung nach dem insolvenzbedingten Marktaustritt der Praktiker-Gruppe sei nahezu abgeschlossen, der Umsatz der Bau- und Heimwerkermärkte derzeit noch um rund 200 Mio. Euro unter dem Niveau von 2013. „Cross-Channel wird zur Selbstverständlichkeit!“, rief Teipel den Teilnehmern mit Blick auf die zunehmende Bedeutung von Onlineumsätzen auch im Bereich DIY zu. Dabei sei die Exzellenz im stationären Geschäft die Grundvoraussetzung, um Onlinepotenziale heben zu können. Sowohl im Stationärgeschäft wie auch Online gebe es in der Branche noch einigen Optimierungsbedarf.

Die Stärkung des Stationärgeschäfts forderte auch Dr. Stefan Vogel, Bereichsleiter des Geschäftsfeldes Livingplus der EK/servicegroup in seinem Vortrag „Die Herausforderungen der Zukunft für den stationären DIY-Handel“. Der Baumarkthandel müsse mit modernen Märkten, einer ansprechenden Ladengestaltung mit innovativer Warenpräsentation in Themenwelten und dem Ausbau von Beratungs- und Serviceleistungen stationär Atmosphäre schaffen und seine Kunden vor Ort emotional ansprechen.

Michael Mette, stellvertretender Geschäftsführer Ikea Deutschland, präsentierte die strategische Neuausrichtung seines Hauses zum Multichannelanbieter in Zeiten der Digitalisierung. „Wir müssen versuchen, unser Geschäft aus Kundensicht zu betreiben“, rief er den Kongressteilnehmern zu. Bei der strategischen Unternehmensausrichtung zwinge insbesondere die Digitalisierung zu einem völlig neuen Denken. „Der Kunde hat Interesse an unseren Produkten, aber er denkt nicht in Vertriebskanälen“, so Mette. Online sei dabei neben weiteren Faktoren ein wichtiger Kontaktpunkt zu Kunden. Aber die Multichanneltransformation beinhalte auch den Leistungsausbau im Stationärgeschäft.

Dem Thema Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung in Zeiten des Fachkräftemangels widmete sich Ralf Rahmede, Geschäftsführer des Herstellerverbandes Haus & Garten (HHG). In seinem Vortrag „Aus Flüchtlingen Mitarbeiter machen“ stellte er das zum Jahresende 2015 gestartete Engagement seines Verbandes zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt vor.

Auch aktuelle Entwicklungen und Potenziale des Smart-Home-Marktes für die DIY-Branche hatte der BHB auf die Themenagenda gesetzt. Teilnehmer der von Günther Ohland, Smart Home Initiative Deutschland, moderierten Podiumsdiskussion waren Dirk Bartlitz, Garten Tengelmann E-Stores, Susanne Behrens, Philips Lighting, Bernd Grohmann, eQ-3, Sonja Mechling, Bosch smart Home GmbH, Sascha Schellenberg, Alfred Schellenberg GmbH, und Dr. Norbert Verweyen, innogy SE. Sicherheit, Komfort und Kostenersparnisse sind die zentralen Themen, die aus Kundensicht Smart-Home-Anwendungen für Hauseigentümer, aber auch Mieter, interessant machen, waren sich die Teilnehmer auf dem Podium einig.

„Besetzt das Thema Nachhaltigkeit und Wohngesundheit wirklich Relevanz beim Verbraucher?“, fragten Dr. Joachim Bengelsdorf, Dähne Verlag, und Michael Fuchs, Konzept & Markt GmbH, und präsentierten in Bonn die Ergebnisse ihrer aktuellen Verbraucherbefragung „Nachhaltigkeit/Wohngesundheit/Ökologie – Trend oder Lippenbekenntnis?“. Beim Kauf von DIY-Produkten hätten Umweltverträglichkeit und eine nachhaltige Produktion aktuell kaum Relevanz bei der Produktauswahl, Qualität und Preis der Produkte besäßen bei den Verbrauchern deutlich Priorität. Jedoch zeige sich eine zunehmende Sensibilisierung für das Thema: So komme insbesondere dem Thema Wohngesundheit bei den Verbrauchern ein zunehmend hoher Stellenwert zu: 58 Prozent der Befragten seien hier bereit, mehr Geld zu investieren.

Der nächste 18. Internationale BHB-Kongress findet am 6. und 7. Dezember 2017 in Köln statt.

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