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3 Fragen an: Andreas Löbke (CO CONCEPT)

Andreas Löbke – Foto: coconcept.lu

Am 4. und 5. September findet der diesjährige GardenSummit des Handelsverbandes Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) im Congress-Centrum Nord der Koelnmesse statt. Ein Programmschwerpunkt wird dabei die Generation Y sein und die Frage, wie man diese als Kunde und Mitarbeiter gewinnen kann.

Der Diplom Ingenieur Andreas Löbke hat sich intensiv mit der Altersgruppe, der im Zeitraum von 1980 bis 2000 Geborenen, beschäftigt. Er studierte Gartenbau in OsnabrĂĽck und ist seit 2004 als Projektleiter bei dem Beratungsunternehmen CO CONCEPT tätig. Das in Luxemburg ansässige Unternehmen betreibt Marktforschung vor allem fĂĽr die GrĂĽne Branche, erstellt Gutachten, betriebswirtschaftliche Analysen sowie Machbarkeitsstudien und entwickelt Marketingkonzepte fĂĽr die strategische Entwicklung von Unternehmen.

 

Herr Löbke, was zeichnet die sogenannte Generation Y aus?

Löbke: Das herausstechende Merkmal dieser Generation ist die Suche nach dem Sinn, die Frage nach dem „Warum“ – wie der Name bereits andeutet. Y wird im Englischen ja „Why“ gesprochen. Die sogenannten Millennials sind anders als die Generationen vor ihnen. Sie sind weniger statusorientiert und wichtiger als Geld sind ihnen eine gesunde Work-Life-Balance, das heißt, neben dem Beruf auch genügend Zeit für Familie und Freizeit. Sie sind bereit etwas zu leisten und auch einer Karriere gegenüber nicht abgeneigt, sofern ihre Leistung anerkannt und wertgeschätzt wird. Die Vertreter der Gen Y haben Umweltkatastrophen, globale wie wirtschaftliche Krisen und die Digitalisierung miterlebt und sind sich darüber im Klaren, dass das Leben unbeständig ist. Daher verläuft auch ihr Lebenslauf meist nicht gradlinig wie bei den Generationen zuvor, sondern beinhaltet Kurven und Zufallswendungen.

 

Warum sollten sich die Unternehmen des Gartenmarktes jetzt besonders mit der Generation Y beschäftigen?

Löbke: Im Jahr 2020 wird die Hälfte der Arbeitnehmer der Generation Y angehören. Dies betrifft natürlich auch die Grüne Branche, sei es als Kunden oder potenzielle Mitarbeiter. Deshalb ist es wichtig, sich mit dieser Generation zu beschäftigen, sie verstehen zu lernen und ihr zuzuhören. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Generationen unterscheiden sich die Millennials in der Art und Weise, wie sie sich Informationen beschaffen und kommunizieren, wie sie einkaufen und arbeiten. Nun müssen sich auch die Unternehmen damit auseinandersetzen, dass bisher erfolgreiche Strategien der Kunden- und Mitarbeiter-Akquise nun neu gedacht und an das Wertesystem dieser Generation angepasst werden müssen.

 

Und wie spricht man diese Altersgruppe am besten an? Wie kann man sie letztendlich als Kunden oder auch als Mitarbeiter gewinnen?

Löbke: Die Millennials schätzen eine authentische Unternehmenskultur mit Raum für persönliche Weiterentwicklung und eigenverantwortliche Arbeitsweise. Dabei sind auch die Themen Transparenz und Partizipation wichtig – Vertreter der Gen Y fordern offene Kommunikation und Mitspracherecht fernab von starren Hierarchien. Wenn Unternehmen bereit sind, sich auf die Werte und Forderungen dieser suchenden Generation einzulassen, so finden sie loyale und leistungsbereite Mitarbeiter. Ebenso verhält es sich mit den Millennials als Kunden. Hier spielen vor allem die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und regionale, ökologische wie faire Produktion eine Rolle. Sprechen Unternehmen diese Generation in deren Wertesystem an und liefern dem Einkauf bei ihnen damit einen Sinn, können sie treue Kunden gewinnen. Denkbar sind auch speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittene Verkaufsflächen mit generationsbezogenen Schwerpunktthemen – von den Bienen-Retter-Pflanzen bis zu den Pflanzen für Vielreisende gibt es viele Möglichkeiten, die bisweilen ungenutzt bleiben. Hier steckt Akquise-Potential, welches Unternehmen mit Einsatz von wenigen Mitteln nutzen können.

 

Weitere Informationen: coconcept.lu und gardensummit.de

 

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