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Im Garten mit: Heribert Wettels (Gardena)

Heribert Wettels – Foto: A. Riemer

Innovative Technologien und smarte Lösungen für Außenbeleuchtung, Rasenpflege, und Bewässerung werden auch 2018 im Fokus des IVG Power Place AKKU und der Smart Gardening Welt auf der spoga+gafa stehen. Aufgrund des großen Erfolges im letzten Jahr wird die Präsentationsfläche der Themeninseln sogar um rund 50 Prozent vergrößert. Mit dabei ist auch in diesem Jahr wieder das Unternehmen Gardena. Wir haben im Vorfeld der Messe mit Heribert Wettels, Director Public Relations bei Gardena (Husqvarna Group), über die Entwicklung des Marktes und über seinen eigenen Garten gesprochen.

Herr Wettels, Smart Gardening Lösungen werden bei den Kunden immer beliebter. Was bedeutet das für den Fachhandel? Müssen sich die Akteure der Grünen Branche immer mehr zu IT-Spezialisten entwickeln?

Wettels: Im Jahr 1983 Jahre hat das amerikanische TIME Magazine statt eines „Man of the Year“ eine Maschine für diesen Titel auserkoren, und zwar den Computer. Die Redakteure waren sich damals einig, dass dieser neben Kühlschrank, Waschmaschine und Fernsehgerät nunmehr auf breiter Basis Einzug in unsere Haushalte gefunden hatte. Von einigen wurde dies durchaus skeptisch betrachtet. Heute empfinden wir es selbstverständlich, dass es mindestens einen Computer in jedem Haushalt gibt. Nur zwei Jahre später, also 1985 hatte Gardena, seine erste elektronische Bewässerungssteuerung auf den Markt gebracht und diese ganz im Geist der Zeit „Bewässerungscomputer“ genannt – auch wenn wir diesen Begriff für diese Art Gerät heute vielleicht für etwas hochgegriffen empfinden mögen. Spätestens seit sich Smartphones durchgesetzt haben, haben sich Computer fest in unseren Alltag integriert – und in allen Altersgruppen und über alle Lebensumstände hinweg. Was ich damit sagen will ist, dass die Technik voranschreitet und sich weiterentwickelt. Was heute noch neu und vielleicht ungewohnt ist, kann morgen schon eine Selbstverständlichkeit sein. Für den Handel bedeutet dies, dass man sich mit der im Moment noch neuen Technik zwar auseinandersetzen und insbesondere sein Verkaufspersonal sorgfältig schulen sollte, aber dies gilt im Grunde für jede Neuerung. Insbesondere bei den jüngeren Kollegen geschieht dies aber äußerst intuitiv und weckt auch deren Neugier und Interesse.

 

Inwieweit lassen sich Smart Gardening Produkte schon in Smart Home Systeme integrieren? Und wann werden Alexa, Siri und Co. auch die Geschehnisse im Garten steuern?

Wettels: Das Gardena smart system ist eine solche Plattform, in die sich auch Anwendungen unserer Partner integrieren lassen. Den Anfang hat hier die Outdoor-Sicherheitskamera Presence von Netatmo gemacht, mit der Sie von überall aus einen Einblick in Ihren Garten nehmen und auch das Licht einschalten können. Die Kamera bietet aber noch zahlreiche weitere Funktionen. Weitere solche Partnerschaften werden folgen, ich kann heute allerdings noch nicht mehr verraten. Auf der anderen Seite verfolgen wir auch das Ziel unser System in die Plattformen der großen Anbieter zu integrieren, wo dies sinnvoll ist. Auch hierzu wird es schon bald Neuigkeiten geben. Die Möglichkeit der Sprachsteuerung ergibt sich als integraler Bestandteil diese Plattformen dann quasi von selbst. Bei unserer Schwestermarke Husqvarna lassen sich die Automower bereits heute auch durch Alexa ansprechen. Letztlich kann und soll der Maßstab aber nie die Frage sein, ob etwas technisch möglich ist, sondern ob es dem Anwender auch einen tatsächlichen Mehrwert bietet.

 

Mähroboter – Foto: Gardena

Versuchen wir einmal ein paar Jahre nach vorne zu schauen. Wie, glauben Sie, sieht das Smart Gardening der nahen Zukunft aus? Wird es dann beispielsweise Drohnen geben, die öffentliche Grünflächen beobachten und bei Bedarf selbständig Transportdrohnen anfordern, die einen Rasenroboter absetzen?

Wettels: Ich möchte mich nur ungern als Orakel betätigen. Denkbar ist natĂĽrlich vieles, aber ob der Anwender dies alles akzeptiert und fĂĽr sich selbst darin einen Mehrwert sieht, fĂĽr den er auch bereit ist, Geld auszugeben, steht noch auf einem anderen Blatt Papier. Wir beobachten den Markt und die VerbraucherbedĂĽrfnisse sehr genau und ziehen daraus unsere SchlĂĽsse, die wir in Produkte und Services umsetzen. Die Geschwindigkeit ist hierbei durchaus hoch, aber man geht einen Schritt nach dem anderen. Das Ziel dieser Reise ist dabei ein StĂĽckweit auch ungewiss, aber das ist zugleich auch das Spannende. Auf jeden Fall gilt: Nichts ist so alt wie die Zukunftsprognosen von gestern. Vor etwas mehr als zehn Jahren kam das iPhone auf den Markt. Wer hätte damals gedacht, dass es in deutlich kĂĽrzerer Zeit unseren Alltag dermaĂźen beeinflussen und verändern wĂĽrde? Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, das Ding oder Konzept, dass unseren Alltag in den nächsten zehn Jahren maĂźgeblich bestimmen wird, vermutlich noch ĂĽberhaupt nicht erfunden oder gar gedacht wurde. Es bleibt also spannend…

 

Wie smart ist denn Ihr eigener Garten jetzt schon? Greifen Sie hin und wieder noch zum Gartenschlauch und knipsen die AuĂźenbeleuchtung von Hand an? Oder werden alle Arbeiten bei Ihnen bereits automatisch verrichtet?

Wettels: Ich war schon immer äußerst technikaffin und war bei vielen technischen Neuerungen jemand, den man als „early adopter“ bezeichnen würde. Ich probiere auch gerne neue Dinge aus, weil ich neugierig bin. Manches bringt mir einen Vorteil und bewährt sich, anderes verwirft man wieder, weil sie einem einfach nichts bringen. Das ist aber dann für jeden ganz unterschiedlich. So habe ich beispielsweise länger gezögert mir eine Smartwatch zuzulegen, weil ich meinen persönlichen Nutzen nicht erkannt hatte. Inzwischen weiß ich einige Funktionen als durchaus hilfreich und praktisch sehr zu schätzen. Meine Außenbeleuchtung schalte ich tatsächlich noch ganz altmodisch, wenn Sie so wollen, mit einem klassischen Lichtschalter ein und aus. Aber meine alten Platten und CDs habe ich hingegen schon ewig nicht mehr angerührt. Das ist schon lange alles digitalisiert und steht mir über mein mit dem Internet verbundenen NAS immer und überall zur Verfügung. Auf der anderen Seite schätze ich hingegen aber nach wie vor ein gedrucktes Buch, weil mir auch das haptische Erlebnis wichtig ist. Sie sehen, das muss alles kein Widerspruch sein. Man kann sich das jeweils Beste aus beiden Welten je nach eigenem Gusto auswählen. Und das geschieht auch meist völlig intuitiv.

 

Weitere Informationen: gardena.com/de

 

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