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Im Garten mit: Dr. Peter WĂĽst (BHB)

Dr. Peter Wüst – Foto: BHB

Dr. Peter Wüst ist seit 2010 Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB). Der Fachverband vertritt die Interessen der Handelsbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie weiterer Unternehmen der DIY-Branche aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor. Über seine Mitgliedschaft in der European DIY Retail Association (EDRA) ist der BHB in ganz Europa aktiv.

Herr WĂĽst, das Gartenjahr geht so langsam seinem Ende entgegen. Der Sommer 2018 war extrem heiĂź und trocken. Wie hat Ihr Garten diese Monate ĂĽberstanden?

Wüst: Wir wohnen im Kölner Westen in einer Eigentumswohnung mit großem Balkon und Blick auf einen wunderbaren weitläufigen Garten mit altem Baumbestand und einem ehemaligen Schwimmteich. Die Grünflächen waren Teil einer Villaanlage. Es ist einfach traumhaft, dass in den 90er Jahren nur diese alte Villa abgerissen wurde und der Garten bis heute weitgehend unverändert erhalten geblieben ist. Über meine Mitarbeit im Eigentümerbeirat bin ich in die Hege und Pflege unseres Gartens mit seiner Flora und Fauna eingebunden, dabei hatten wir diesen Sommer im Garten mit den denselben Fragen zu tun wie alle Gartenbesitzer, insbesondere die Themen Hitze und Bewässerung haben uns beschäftigt. Der große Grill auf dem Balkon hat den Sommer aktiv und unbeschadet überstanden. Vorausschauend auf den kommenden Sommer lässt sich sagen: In der nächsten Saison ist einiges zu tun. Nicht nur im Pflanzenbereich. Das Thema Be- und Entwässerung muss bei uns grundlegend neu gedacht werden.

 

Und wie ist die Saison 2018 für die Grüne Branche gelaufen? Hat sich die Hitze positiv oder negativ auf die Geschäfte ausgewirkt?

Wüst: Der Jahresverlauf hat Nerven gekostet! Im März lag die Branchenentwicklung des Baumarkthandles bei minus 17 Prozent, im April hingegen bei plus 22 Prozent. Diese extremen Ausschläge in den Umsatzentwicklungen sind für die Unternehmen und deren Betriebsabläufe nicht gut. Denn die Gartensortimente sind für uns als Branche enorm wichtig. Dass zeigt nicht zuletzt der Fakt, dass die meisten Eröffnungen von Gartencentern und Baumärkten zusammenhängen.

Durch die Vielzahl der Sortimente im Baumarkthandel gibt es sicherlich einen ausgleichenden Effekt bei Witterungslagen. Aber Frühblüher werden nicht mehr verkauft, wenn das Wetter besser wird, der Umsatz ist für das Geschäftsjahr unwiederbringlich verloren. Den Beginn der Gartensaison so schlecht zu starten erhöht zudem die Abschriften. Aber die Branche liegt nun in Summe wieder bei einem leichten Plus. Das ist gut und das entspricht unserer Verbandsprognose zum Jahresbeginn.

 

Anfang September hat der BHB den 5. GardenSummit in Köln veranstaltet. Dabei wird traditionsgemäß nicht nur zurück auf die letzte Saison, sondern mit verschiedenen Fachreferenten immer auch nach vorn geschaut. Auf welche Trends und Entwicklungen muss sich die Grüne Branche in den kommenden Jahren besonders einstellen?

Wüst: Wir leben in schnellen und agilen Zeiten. Unsere Kunden (also wir selbst!) fordern Veränderungen zu mehr Convenience. Menschen kaufen aber niemals nur ein Produkt-Feature – sie kaufen die Geschichte dahinter. Menschen kaufen die Bilder dazu. Leider habe ich den Eindruck, dass Innovationen zunehmend vom Controller und nicht vom Customer getrieben werden. Deshalb haben wir uns auf dem BHB-GardenSummit eben nicht nur mit Prozessen, E-Commerce und Stammdaten beschäftigt, sondern vor allem mit den Kontaktpunkten zum Kunden. Das Store Design muss seinen Warenlager-Charm verlieren. Außerdem muss Customer Experience geschaffen werden, damit der Kunde den Handel und seine Märkte mit Freude besucht. Und natürlich muss der Handel auch aktuelle Produkttrends bedienen, wie flexible Akkus, smarte Vernetzung und umweltgerechte Lifecycles.

 

Weitere Informationen: bhb.org

 

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