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Green Cities: Neue Konzepte für grüne Stadträume

MVRDV: Valley Project, Amsterdam © MVRDV
MVRDV: Valley Project, Amsterdam – © MVRDV

Die Stadt als Lebensraum rückt angesichts von aktuellen Diskussionen um Verkehrsdichte und Feinstaub wieder vermehrt in den Fokus. Weltweit arbeiten Stadtplaner, Architekten und Designer an Konzepten für grüne Stadträume. Sie plädieren für die Bepflanzung von Gebäuden und fordern ein neues Umweltbewusstsein.

Grün ist die Hoffnung – zumindest, wenn es nach derzeitigen Planungen für neue Architektur- und Stadtprojekte geht, die das urbane Leben mit Pflanzen verbessern möchten. Gegen Smog und Verkehrsdichte setzen sie begrünte Stadträume und nachhaltige Gebäude. In den Niederlanden, die beim Thema grünes Bauen schon häufiger Vorreiter waren, ist derzeit ein solches Projekt unter dem Titel „Valley“ in Planung. Ein Büro- und Wohnkomplex, der wie drei unterschiedlich hohe Berggipfel gestaltet ist, soll die Vegetation in Amsterdam erweitern. Das vom niederländischen Büro MVRDV gestaltete Ensemble soll bis zu 100 Meter hoch werden und auf der 4. und 5. Ebene einen zentralen und öffentlich zugänglichen Einschnitt beinhalten. Die Vegetation dieses „Tals“ wird vom Landschaftsarchitekten Piet Oudolf gestaltet und soll ein ganzjähriges grünes Erscheinungsbild haben. Als Verbindung zwischen der dichten städtischen Umgebung und Sportplätzen in der Nähe bildet der Bereich einen bewachsenen Übergang. Die innere Fassade wird außerdem durch eine Reihe von robusten Steinterrassen mit großen Pflanzgefäßen definiert, die das Gebäude mit Vegetation bedecken.

Triptyque: AMATA Building, São Paulo – © Triptyque
Triptyque: AMATA Building, São Paulo – © Triptyque

Zeichen fĂĽr nachhaltiges Bauen

Die brasilianische Metropole São Paulo wird häufig als Hauptstadt von Stahl und Beton bezeichnet. Bald wird hier aber wohl ein Gebäude stehen, das den Grünanteil zumindest auf lokaler Ebene deutlich steigert und ein Zeichen für nachhaltiges Bauen setzt. Auf Initiative der brasilianischen Forstverwaltung AMATA wird das Gebäude vom franko-brasilianischen Architekturbüro Triptyque vollständig aus Holz geplant. Basierend auf einem Mixed-Use-Konzept sollen die 13 Stockwerke verschiedene moderne Nutzungen wie Coworking oder Coliving beinhalten. Mit üppig begrünten Terrassen soll der Bau eine ganzheitliche Sinneserfahrung bieten und als Metapher für einen urbanen bewohnbaren Wald stehen. Das Besondere ist aber die Konstruktion des Hochhauses aus CLT – einem Hightech-Produkt, das aus mehreren Schichten Massivholz besteht. Als zusammengesetzte Platten dienen sie als Struktur für das Gebäude, wobei die strukturellen Eigenschaften des Holzes voll genutzt werden. Das nachwachsende Baumaterial stammt aus zertifizierter Forstwirtschaft in Brasilien und soll dazu beitragen, eine sauberere Produktionskette zu schaffen. Das Gebäude wurde auf der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig vorgestellt und ist für 2020 geplant.

Bjarke Ingels Group/Carlo Ratti Associati: CapitaSpring Building, Singapur - © Bjarke Ingels Group
Bjarke Ingels Group/Carlo Ratti Associati: CapitaSpring Building, Singapur – © Bjarke Ingels Group

Verbindung von Architektur und tropischer Vegetation

Bereits seit Anfang des Jahres ist ein anderes Hochhaus im Bau, das städtisches Leben mit großflächiger Vegetation verbindet. Der 280 Meter hohe Skyscraper CapitaSpring in Singapur wurde gemeinsam von den Architekten der Bjarke Ingels Group und dem Designstudio Carlo Ratti Associati entworfen und soll einen ehemaligen Parkplatz in eine grüne Oase verwandeln. Als neues Wahrzeichen in der Skyline von Singapur öffnet sich das Hochhaus in Teilen für grünen Bewuchs. Im Sockelbereich, in der mittleren Zone und auf dem Dach erzeugen zahlreiche Pflanzen einen reizvollen Kontrast zwischen den Stahl- und Glaselementen der Fassade und tropischer Vegetation. Der Bau soll 2021 fertiggestellt werden und setzt ein weiteres Zeichen für mehr Begrünung in den Städten.

Bjarke Ingels Group/Carlo Ratti Associati: CapitaSpring Building, Singapur - © Bjarke Ingels Group
Bjarke Ingels Group/Carlo Ratti Associati: CapitaSpring Building, Singapur – © Bjarke Ingels Group

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