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Auch für die Grüne Branche interessant: Kauffrau/-mann im E-Commerce – ein neuer Ausbildungsberuf für Deutschland

Kauffrau/-mann im E-Commerce ist der erste kaufmännische Berufszweig, der sich vornehmlich mit digitalen Geschäftsmodellen beschäftigt. – Foto: Pixabay

Die Wirtschaft und das Kaufverhalten von Kunden werden zunehmend digitaler. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) verzeichnete der Online-Sektor im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits ein Plus von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wenn auch etwas zögerlicher, so zeigt sich diese Entwicklung hin zur Digitalisierung auch in der Grünen Branche. 2017 wies der Gartenmarkt E-Commerce-Umsätze von rund 880 Mio. Euro auf. Hier machen ganz klar die großen Internet-Pure-Player sowie online Versandhändler den größten prozentualen Anteil aus. Vermehrt bieten aber auch kleine und mittelständische Unternehmen erfolgreich Ware über eigene Online-Shops an. So liegt laut Industrieverband Garten e.V. (IVG) der Anteil der E-Commerce-Umsätze des letzten Jahres im einzelhandelsrelevanten Gartenmarkt bei 5,2 Prozent.

Während sich das Kaufverhalten der Kunden und die Reaktionen aus den Reihen der Geschäfte zunehmend ändert, blieben die Lehrinhalte des Ausbildungsberufs für Kaufleute dagegen bisher größtenteils gleich. Ungeachtet der Veränderungen wurden in den Berufsschulen weiterhin in erster Linie Themen des stationären Handels abgedeckt. Diese passen aber nur bedingt zu den neuen Anforderungen, Inhalten und Arbeitsweisen, die der Online-Handel mit sich bringt und an das Personal stellt. Lediglich die Ausbildungsbetriebe vermittelten den jungen Nachwuchskräften wichtiges Know-how im Bereich des digitalen Handels. Tatsächlich durften reine Online- und Versandhändler bis vor Kurzen nicht einmal zur Kauffrau oder zum Kaufmann ausbilden, da dafür bisher immer ein Geschäft mit persönlichem Kundenkontakt vorhanden sein musste. Das änderte sich am 01. August 2018, denn seit diesem Tag gibt es den ersten kaufmännischen Berufszweig, der sich vornehmlich mit digitalen Geschäftsmodellen beschäftigt: Kauffrau/-mann im E-Commerce.

Die Ausbildung ist ein neuer staatlich geprüfter, dualer Ausbildungsberuf für Industrie, Handel und Handwerk. Er orientiert sich an den Ausbildungsinhalten anderer kaufmännischer Berufe, legt den Schwerpunkt aber ganz klar auf den Online-Handel. Somit ist er, neben reinen Online-Betrieben, vor allem auch für Multichannel-Händler aus der Grünen Branche interessant. Denn während der dreijährigen Ausbildung lernen die angehenden Fachkräfte beispielsweise die Erstellung, Verwaltung und Optimierung von Onlineshops unter anderem im Hinblick auf Usability und Suchmaschinenoptimierung. Sie entwickeln Online-Marketing- und E-Commerce-Strategien, werten Informationen über Webseitenaufrufe und Klickzahlen aus und beurteilen digitale Vertriebskanäle. Themen wie Datenschutz und Kundenservice über verschiedene Kommunikationskanäle stehen ebenfalls auf dem Lehrplan.

Schon jetzt ist der neue Ausbildungsberuf bei jungen Frauen und Männern mit Abitur oder mittlerem Schulabschluss sehr begehrt. Aufgrund der großen Nachfrage mussten in mehreren Großstädten von Beginn an zwei Fachklassen gebildet werden. Das erklärt sich unter anderem dadurch, dass sich nun auch technisch versierte Jugendliche für einen kaufmännischen Beruf begeistern lassen, die bis dato nicht über diesen Zweig nachgedacht haben. Doch auch für die Betriebe ist der Ausbildungsberuf interessant: Die neuen Lehrinhalte der Berufsschulen und das digitale Wissen ihrer Auszubildenden stellt für sie einen großen Mehrwert für den Arbeitsalltag dar. Ausbilden können übrigens alle Unternehmen, die E-Commerce-Vertriebskanäle nutzen und die Anforderungen für den Berufs erfüllen. Eine Zulassung der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist ebenfalls erforderlich.

 

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