Come and grow – der Blog der spoga+gafa » News » „Zu Ostern steht die Hauptgartensaison schon vor der TĂĽr …“ – Ein Interview mit Oliver Mathys (Marketing- und Sales-Consultant)

„Zu Ostern steht die Hauptgartensaison schon vor der Tür …“ – Ein Interview mit Oliver Mathys (Marketing- und Sales-Consultant)

Ostern – Foto: Oliver Mathys

Kaum ist Weihnachten vorbei, rückt mit Ostern bereits das nächste große Fest in den Blickpunkt des Handels. In diesem Jahr sind die Feiertage allerdings relativ spät – erst in der zweiten Aprilhälfte. Wir haben mit Oliver Mathys, Marketing- und Sales-Consultant, über den Start ins Gartenjahr gesprochen. Er entwickelt Absatzkonzepte für Gartencenter und Baumärkte und unterstützt sie bei der Umsetzung.

Herr Mathys, ab wann sollte das Thema Ostern in den Gartencentern und Baumärkten gespielt werden?

Mathys: Für die Grüne Branche – ausgenommen vielleicht die Floristen – ist Ostern nicht ganz so wichtig wie das Weihnachtsgeschäft. In Gartencentern und Baumärkten wird das Thema zumeist stark an den Frühling gekoppelt. Und so ist es kaum verwunderlich, dass oft bereits im Januar neben Zwiebelgewächsen und Primeln auch erste Oster-Deko-Artikel zu finden sind. Insgesamt stehen zu den Ostertagen aber die lebendigen Pflanzen im Mittelpunkt, denn nach dem Winter sehnen sich die meisten Menschen nach frischem Grün und bunten Blüten. Tulpen, Narzissen und Co. werden vom Kunden seit langem mit dem Fest in Verbindung gebracht. Ein Nachteil dabei: Wenn die Tage früh im Jahr liegen, lassen sich diese typischen Frühlingsblüher danach nur noch schwer verkaufen. Selbst bei kühler Witterung greifen die Kunden dann für Balkon und Terrasse häufig schon zu Sommerblumen wie Geranien.

 

Mein Tipp für 2019: Da Ostern in diesem Jahr ja sehr spät ist, genauer gesagt vom 19. bis 22. April, sollten die Gartencenter den Januar noch richtig Winter sein lassen. Wie wären beispielsweise Dekorationen mit kühlen Weiß- und zarten Grautönen, kombiniert mit frostigem Glas, Flechten und hellen Frühblühern? Das ist ein wohltuender, ruhiger Kontrast zu den üppigen und überladenen Weihnachtsdekorationen. Ab Februar kann man dann die farbigen Produkte ins Spiel bringen. – Übrigens, was ich sowohl nach Weihnachten als auch nach Osten ganz wichtig finde: Sind die Feiertage vorbei, gehören die saisonalen Artikel ins Lager und nicht wochenlang in den Ausverkauf.

 

Das Cross-Selling von Dekorationsartikeln und Blumen und Pflanzen hat sich in den letzten Jahren ja weitgehend durchgesetzt. Gibt es noch andere Gartencenterprodukte, bei denen sich so ein Querverkauf in der Osterzeit anbietet?

Mathys: Zu Ostern steht die Hauptgartensaison schon vor der Tür und daran lässt sich natürlich eine sehr breite Produktpalette koppeln. Jetzt fallen auch die ersten Arbeiten im Garten an und der Balkon will wieder dekoriert werden. Perfekt für die Jahreszeit ist beispielsweise das Thema „Angrillen“: Alles, was mit BBQ und Außenküchen zu tun hat, kann jetzt schon auf der Fläche gespielt werden. Da auch die ersten frischen Kräuter aus regionaler Produktion wieder im Sortiment sind, passen auch sie prima dazu. Outdoor-Living und Lifestyle werden für die Grüne Branche ja auch immer wichtiger. Insofern lassen sich auch Gartenmöbel durchaus an das Osterthema koppeln. Eine neue Sitzgruppe für die Terrasse zu den Feiertagen? Warum nicht …

Ostern – Foto: Oliver Mathys

Viele Gartencenter bieten mittlerweile auch Bastelkurse an – beispielsweise Ostereierbemalen für Kinder. Wie wichtig sind solche Aktionen fürs Saisongeschäft und die Kundenbindung?

Mathys: Ja, Do-it-yourself liegt tatsächlich wieder voll im Trend. Galt es lange als unliebsame Arbeit den Balkon zu bepflanzen, Brot zu backen oder Blumen umzutopfen, so werden solche Tätigkeiten heute als Erlebnis wahrgenommen, bei dem man etwas mit den eigenen Händen schafft und kreativ sein kann. Workshops aller Art sind daher derzeit sehr beliebt. Nicht nur für Kinder, für alle möglichen unterschiedlichen Kundentypen lassen sich passende Aktionen kreieren. Mir ist erst vor kurzem zufällig ein Kursprogramm in die Hand gefallen, aus der Zeit, als ich selbst noch im Gartencenter tätig war. Damals – das ist nun auch schon rund dreißig Jahre her – haben wir beispielsweise diese Workshops angeboten: Kräuternester backen, frühlingshaften Türschmuck gestalten, Hanging Baskets bepflanzen, Osternester basteln, Eier färben … und natürlich gab es für die Kinder auch eine Eiersuche im Gartencenter.

 

Wir haben übrigens immer gute Erfahrungen gemacht, wenn die Kinder-Workshops ohne Elternbegleitung stattgefunden haben. Klar, es braucht eventuell einen oder zwei Mitarbeiter mehr, aber die Kleinen sind allein meist viel kreativer, als wenn Mama oder Papa ihnen ständig über die Schulter schauen. Ein weiterer Vorteil: Die Erwachsenen haben dann – wenn sie ihre Kinder „abgegeben“ haben – etwa eine Stunde Zeit, um in Ruhe und ohne Gequengel im Gartencenter einzukaufen oder sich mit Freunden im hauseigenen Café zu treffen.

 

Weitere Informationen: oliver-m-consulting.com

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.