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Speziell, einfach und Bio – die Trends bei den Düngern für Garten und Balkon

Veggi-Dünger: Viele Garten- und Balkonbesitzer, die sich vegan ernähren, möchten ihren Pflanzen auch keine tierischen Bestandteile zufügen. – Foto: Neudorff

Es ist kaum zu glauben, aber die gesellschaftlichen Megatrends spiegeln sich früher oder später in allen unseren Lebensbereichen wieder. Selbst auf den im Handel angebotenen Dünger für Hobby- und Balkongärtner haben sie einen Einfluss. Das machte Dr. Arne Hückstädt, Referent für Gartenbau und Umwelt im Industrieverband Garten (IVG), bei seinem Vortrag im Forum Gartencafé auf der letzten spoga+gafa in Köln sehr deutlich. Steigende Urbanisierung, vermehrte Vernetzung unserer Lebenswelten, Neo-Ökologie, zunehmende Individualisierung des einzelnen und die Silver Society – oder anders gesagt: die große Anzahl an rüstigen Rentnern – sind nur einige Entwicklungen, auf die sich die Industrie mit ihren Konzepten und Produkten derzeit einstellen muss.

„Durch die Tatsache, dass mehr und mehr Menschen in die Städte ziehen, wurde die Urban Gardening Bewegung in den letzten Jahren immer populärer“, sagt Hückstädt. „Sie befriedigt bei vielen eine nostalgische Sehnsucht nach der Kultivierung eigener Lebensmittel. Der Anbau von Obst und Gemüse, der lange in den Gärten keine oder nur eine untergeordnete Rollte spielte, ist plötzlich wieder interessant und angesagt.“

Auch Schrebergärten sind wieder beliebt: Etwa 45 Prozent der rund einer Million deutscher Schrebergärten werden heute an junge Menschen und Familien mit Kindern verpachtet. Und wer ĂĽber keine eigene Parzelle oder keinen eigenen Garten verfĂĽgt, setzt den Eigenanbau von Kräutern und GemĂĽse in der KĂĽche oder auf dem Balkon um.

„Dünger für den Obst- und Gemüsebereich spielen daher eine immer größere Rolle im Sortiment vieler Anbieter. Traditionell sind in diesem Segment Bio-Produkte besonders gefragt. Denn wer seine eigenen Salate, Tomaten und Kohlrabi zieht, möchte diese anschließend auch in Bioqualität genießen“, erläutert Hückstädt. „Der Trend setzt sich fort mit sogenannten Veggi-Düngern. Viele Garten- und Balkonbesitzer, die sich vegan ernähren, möchten ihren Pflanzen auch keine tierischen Bestandteile wie Wolle oder Hornspäne zufügen. Auch für diese spezielle Konsumentengruppe gibt es heute die entsprechenden Angebote.“

Immer beliebter für den eigenen Gemüseanbau im Hinterhof oder Garten werden Hochbeete. Sie versprechen reiche Ernte auf kleiner Fläche. Darüber hinaus lassen sich die erhöhten Pflanzbereiche auch von älteren Menschen rückenschonend im Stehen bewirtschaften. Neben dem klassischen Hochbeet, das nach unten zum Erdreich offen ist und in verschiedenen Schichten mit Kompost und Substrat gefüllt wird, gibt es auch die sogenannten Tischbeete. Diese erhöhten Pflanzkästen auf vier Beinen kommen vor allem auf Balkon und Terrasse zum Einsatz. Auch für Hochbeete bieten viele Hersteller mittlerweile spezielle Dünger an.

„Generell sind Spezialdünger seit einiger Zeit ein großes Thema: Ob für Beerenobst, Hecken, Koniferen, Stauden, Kartoffeln oder Rosen … Es gibt immer mehr Produkte, die ganz genau auf bestimmte Pflanzen zugeschnitten sind“, so Hückstädt. „Da viele Konsumenten heute nicht mehr über ein großes gärtnerisches Hintergrundwissen verfügen, sind diese Angebote für sie ideal. Die Anwendung ist einfach und es besteht kaum die Gefahr der Über- oder Unterdosierung.“

Beliebt für Balkonblumen oder -gemüse wie Tomaten sind auch Düngerkugeln oder -stäbchen, die man nur einmal am Anfang der Saison in die Erde geben muss. Harze sorgen dafür, dass sie sich nur langsam auflösen und ihre Wirkstoffe gleichmäßig über einen sehr langen Zeitraum abgeben.

Vor allem bei der Bewässerung von Gartenpflanzen und der Rasenpflege ist Smart Gardening derzeit das Top-Thema der Grünen Branche. Und auch diese Entwicklung hat durchaus Auswirkungen auf die Düngerindustrie. Denn wird die automatische Bewässerung mit der Nährstoffversorgung der Pflanzen kombiniert, sind vor allem Flüssigdünger gefragt, die sich gut und bedarfsgerecht mischen lassen. Auch für die Grundstücke, auf denen Mähroboter ihre Runden drehen, gibt es mittlerweile Spezialdünger. Da das Schnittgut nach der Arbeit des Roboters auf der Fläche verbleibt und sich dort zersetzt, ist der zusätzliche Nährstoffbedarf der Gräser geringer.

„Überhaupt tut sich im Bereich Rasenpflege im Moment einiges“, weiß der Experte. „Heute gibt es bereits Rasendünger, die mit Mikroorganismen kombiniert sind und so das Bodenleben positiv beeinflussen, oder solche, die einen Wirkstoff gegen Moos und Unkraut enthalten.“

Weitere Informationen: ivg.org

 

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