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Im Garten mit: Volker PĂŒschel (Landschaftsarchitekt)

Volker PĂŒschel mit seiner Frau bei der Auszeichnung „GĂ€rten des Jahres 2019“ © Callwey

Mit einem von ihm gestalteten Hausgarten konnte Volker PĂŒschel den Wettbewerb „GĂ€rten des Jahres 2019“ fĂŒr sich entscheiden. Wir sprachen mit dem Landschaftsarchitekten ĂŒber sein ausgezeichnetes Projekt, verwunschene Ruinen als Gestaltungselement sowie heutige AnsprĂŒche an die Gartenplanung.

Herr PĂŒschel, ein von Ihnen geplanter Hausgarten konnte sich beim Wettbewerb „GĂ€rten des Jahres 2019“ durchsetzen. Welches besondere Konzept verbindet sich mit dieser Gartenanlage?

Auf dem GrundstĂŒck stand eine 100-Jahre alte, verfallene Backsteinvilla, die aus SicherheitsgrĂŒnden abgerissen werden sollte. Mit ihrem Bewuchs sah sie wunderschön verwunschen aus. Ich konnte die Auftraggeber davon ĂŒberzeugen, die Außenmauern der Villa stehen zu lassen und in den neuen Garten einzubeziehen. FrĂŒher wurden in englischen LandschaftsgĂ€rten kĂŒnstliche Ruinen gebaut – hier war sie schon vorhanden. So ist ein Raum entstanden, in den der Garten eingefĂŒgt wurde. Die vorhandenen Öffnungen der Fenster und TĂŒren sind als Blickachsen mit in die Gestaltung einbezogen.

Blickachse im Ruinengarten von Volker PĂŒschel © Callwey

Welche Funktionen sollte der neue Hausgarten erfĂŒllen?

Der neue Garten ist in einen grĂ¶ĂŸeren, ebenfalls von mir geplanten Bestandsgarten eingefĂŒgt worden. Dieser erfĂŒllt vielfĂ€ltige Funktionen als Nutz- und Spielgarten. Mit einer neu gebauten Orangerie, die ursprĂŒnglich fĂŒr das Überwintern von Pflanzen gedacht war, ist der neue Garten zum Treffpunkt der Familie und mit Freunden geworden.  

Blick auf den Ruinengarten © Callwey

Worauf sollte grundsÀtzlich bei der Gestaltung eines Gartens wert gelegt werden?

Das hĂ€ngt fast immer von den WĂŒnschen und Kostenvorstellungen der Auftraggeber ab. Ich mache in der Regel zwei bis drei VorentwĂŒrfe, die dann als Grundlage fĂŒr die Gartenplanung dienen. Ich persönlich bevorzuge vielfĂ€ltige Gartenanlagen, die unterschiedlichen BedĂŒrfnissen gerecht werden.

Neue Orangerie im Ruinengarten © Callwey

Sie haben eine sehr lange Berufserfahrung. Haben sich die AnsprĂŒche an die Gestaltung von GĂ€rten und FreirĂ€umen in den vergangenen Jahren verĂ€ndert?

Die gegenwĂ€rtige Vorliebe fĂŒr eine eher glatte und reduzierte Architektur ĂŒbertrĂ€gt sich mittlerweile auch auf die Gartengestaltung. Viele Menschen wollen heute einen „pflegeleichten“ Garten. Eine GrĂŒnanlage ohne Pflege gibt es aber nicht. Auf der anderen Seite möchten Auftraggeber heute einen bewusst lebendig gestalteten Garten, da sie den Wohnbereich ins Freie verlagern.

 

Welche kĂŒnftigen Herausforderungen sehen fĂŒr Ihren Berufsstand?

FĂŒr die Zukunft wird die GrĂŒnplanung im grĂ¶ĂŸeren Maßstab entscheidend sein. Es muss mehr GrĂŒn in den StĂ€dten geben. Fassaden- und DachbegrĂŒnungen könnten zum Beispiel dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels etwas abzumildern.

 

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