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3 Fragen an: Adrian Hotz (Hotz E-Commerce Beratung)

Adrian Hotz – Foto: adrianhotz.de

Adrian Hotz (Dipl.Kfm.) ist Speaker, Berater, Dozent und Autor. Er unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung, beim Aufbau von E-Commerce Abteilungen und bei der operativen Umsetzung. Hersteller und Marken berät er bei der Entwicklung von Marktplatzstrategien insbesondere in Bezug auf Amazon. Hotz ist Gründer und Geschäftsführer von www.connect-ecommerce.de, Partner bei eTribes, Dozent für E-Commerce an der Hochschule Fresenius, Gastgeber des Events www.be.insideecommerce.de und als Gründungsmitglied im Beirat von factor-a (www.factor-a.de), eine auf Amazon spezialisierte Marktplatzagentur.

 

Herr Hotz, Amazon vereint derzeit in Deutschland etwa 40 Prozent des Online-Handel-Umsatzes. Kommt man als Händler oder Hersteller an diesem Marktführer überhaupt noch vorbei?

Hotz: Es ist völlig klar, wollen Unternehmen das volle Potential des E-Commerce erschließen, müssen diese dorthin, wo die Kunden sind. Und diese nutzen Amazon bereits heute häufig als Ausgangspunkt für Kaufentscheidungen. Das kennen wir ja aus unserem eigenen Einkaufsverhalten. Wie viele Ihrer Einkäufe tätigen Sie bei anderen Online-Händlern? Wie viele Ihrer Einkäufe starten direkt auf Amazon?

Aus meiner Sicht ist Amazon nicht der Feind der Händler und Hersteller. Amazon stellt die Infrastruktur bereit, die für erfolgreichen Online-Handel notwendig ist. Kundenakquise, Logistik, Service, absolute Verlässlichkeit – Amazon ist gewissermaßen die Autobahn, wer die Infrastruktur richtig nutzt, profitiert definitiv überdurchschnittlich im E-Commerce und das wiederum liegt am schnellen Wachstum von Amazon. Andere Online-Shops oder eigene Hersteller-Shops können und werden hier kein vergleichbares Wachstum aufzeigen. Die Konzentration auf einen Anbieter ist aus Herstellersicht natürlich nicht ganz einfach zu handhaben, aber auch nicht unbekannt. Deshalb rate ich Geschäftsführern und Inhabern von Unternehmen, sich dem Thema Amazon persönlich anzunehmen und für das eigene Unternehmen eine Amazon-Strategie zu entwickeln. Amazon ist eine Bedrohung für die, die nichts tun. Aber Amazon ist eine Chance für all diejenigen, die Amazon für sich zu nutzen wissen.

 

Was empfehlen Sie Unternehmen, die sich von der derzeitigen schnellen Entwicklung des E-Commerce regelrecht überrollt fühlen?

Hotz: Sich Zeit nehmen. Sich persönlich damit beschäftigen. Und erst dann für das Unternehmen eine E-Commerce Strategie entwickeln. Wichtig ist, dass Unternehmen im E-Commerce nicht reagieren, sondern agieren. Ich bin wirklich noch keinem Unternehmen begegnet, welches nachhaltige Erfolge im E-Commerce realisiert und dabei nicht nach einem Plan gehandelt hat. Ganz konkret bei dem Thema Amazon: Viele Unternehmen reagieren einfach auf die Anfrage von Amazon, die Produkte zu listen und bedienen sie wie jede andere Händleranfrage. Dadurch kommt es zu vielen Missverständnissen auf beiden Seiten und das verhindert, dass Unternehmen hier wirklich Marktanteile gegenüber Wettbewerbern gewinnen. Besser wäre hier, die Zügel frühzeitig selbst in die Hand zu nehmen und die richtigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bereits im Vorfeld zu definieren. Im E-Commerce ist also wirklich Vordenken gefordert, nicht Nachdenken.

 

Beim Online-Marketing für Bekleidung und Kosmetik arbeiten immer mehr Hersteller mit Bloggern zusammen. Wäre dies auch eine Chance für die Grünen Branchen?

Hotz: Klar, denkbar ist alles. Ausprobieren würde ich es auf jeden Fall. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist ja überschaubar. Ich ermutige Unternehmen, wirklich vieles auszuprobieren in den digitalen Kanälen. Das Gute ist, dass wirklich alles messbar ist. Im Online-Marketing und auch in der Zusammenarbeit mit Bloggern gilt deshalb immer das Kredo „Messen und Verbessern“.

 

Weitere Informationen: adrianhotz.de

 

Am 8. November 2017 lädt der Industrieverband Garten (IVG) e.V. Vertreter aus Industrie, Handel und Medien IVG Forum Gartenmarkt nach Berlin ein. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Werbung, Wirkung, Web – Kundenansprache in Zeiten der Digitalisierung“.

 

Weitere Informationen, das vollständige Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung unter: ivg.org/forum-gartenmarkt-2017

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