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3 Fragen an: Dorothée Waechter (Fachjournalistin)

Die Gartenbau-Ingenieurin und Staudengärtnerin Dorothée Waechter ist als Fachjournalistin seit über 20 Jahren für verschiedene Gartenzeitschriften und Verlage tätig.

Sie tritt im TV als Gartenexpertin auf (z.B. im „Morgenmagazin“), gibt im Radio Pflanzen- und Garten-Tipps und ihr fundiertes Wissen auch in Seminaren weiter – z.B. an der English Gardening School. Ihr neuestes Buch trägt den Titel „Gärtnern (fast) ohne Gießen – Mit wenig Wasser zum Gartenglück“.

Frau Waechter, warum haben Sie sich so ausführlich dem Thema Wasser gewidmet?
Waechter: Im Mittelpunkt des pflanzlichen Lebens steht das Wasser. Es ist der Stoff aus dem Pflanzen ihre Energie gewinnen. Wasser wird aus dem Boden über die Wurzeln aufgenommen und in die Triebe, Blätter und Blüten weitergeleitet. Aber Wasser ist nicht überall und ständig verfügbar. Trockenperioden, niedrige Grundwasserstände und eine fehlende Wasserleitung stellen die Pflanzen und auch Hobbygärtner auf die Probe. Außerdem wird viel zu häufig, bestes Trinkwasser zum Gießen verwendet. Das ist eine ganz enorme Verschwendung von Ressourcen. Moderne Formen des Gärtnerns wie das Baumscheiben-Gärtnern in Städten, die Besiedlung von Brachflächen, das Topfgärtnern auf dem Balkon oder das Ackern auf der Mietscholle verfügen in der Regel nicht über einen Wasseranschluss aus dem das erfrischende Nass jederzeit sprudelt. Und im Grunde ist es auch nicht nötig. Die Natur hat eine reich gefüllte Trickkiste, wie pflanzliches Leben sparsam mit Wasser auskommt. Wasserleitungen sind eine recht moderne Erfindung und daher lernt man viel über den sparsamen Umgang mit Wasser, wenn man sich mit althergebrachten Methoden zu gärtnern auseinandersetzt. Da wird beispielsweise nach der Pflanzung tiefgründig gewässert, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen und sich selbst versorgen können und am Morgen gewässert, wenn es kühl ist und nicht gleich ein großer Teil des Wassers verdunstet.

Wassersparen ist aber nicht nur für Hobbygärtner ein wichtiges Thema?
Waechter: Nein, natürlich muss der Erwerbsgartenbau mit Wasser haushalten, zumal es hier viele gesetzliche Auflagen gibt. Und der Erwerbsgartenbau tut es auch. Geschlossene Wasserkreisläufe, Computer gesteuerte Beregnungszeiten, Schattierungen in der Mittagshitze und viele andere Faktoren nehmen einen großen Raum in der Pflanzenanzucht ein. Aber es ist so selbstverständlich, dass dieser Faktor hinsichtlich des Marketings nur selten Erwähnung findet. Gärtner und Vermarkter bewerben eine lokale Produktion und Bio-Zertifikate. Häufig wird auch der Aspekt der Umwelt schonenden Produktion erwähnt, aber es findet keine Erläuterung, was der Kunde darunter sich darunter vorstellen kann. Meines Erachtens könnte an dieser Stelle bereits eine Sensibilität dafür geschaffen werden, dass der sparsame Umgang mit Wasser absolut kein Tabu für einen üppigen Garten mit zauberhaften Blumen und reicher Ernte sein muss. Schließlich fängt das Wasser sparen schon bei der Bodenbearbeitung, der Auswahl eines Substrates und der Schaffung von Wind geschützten Räumen an.

Brauche ich denn im eigenen Garten auch Bewässerungscomputer, um Wasser zu sparen?
Waechter: Nein, im Grunde nicht. Man spart einfach Zeit und muss nicht daran, denken, dass die Pflanzen gegossen werden müssten. Wenn ich im Garten Wasser sparen will, dann verwende ich in erster Linie eine Gießkanne und Tropfschläuche. Mit der Gießkanne ist es natürlich mühseliger, die Pflanzen zu wässern. Aber genau das ist der Trick: Zunächst schaue ich erstmal hin, ob die Pflanzen Wasser brauchen und die Erde trocken ist. Wenn sich tatsächlich erste Zeichen des Mangels zeigen, wird soviel wie nötig gegossen und nicht noch ein bisschen mehr, um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Pflanzen wirklich ausreichend versorgt sind. Vielleicht schaut man auch erstmal in den Wetterbericht und wartet den Regen ab, der angekündigt ist. Ein Tropfschlauch verbraucht ganz wenig Wasser, das gezielt und langsam in den Boden versickert. Das ist in der Anwachsphase sehr hilfreich oder im Regenschatten von großen Bäumen.

Weitere Informationen: thorbecke.de

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