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3 Fragen an: Signe Theill (Künstlerin)

Signe Theill hat Kunst in Hamburg studiert. Typisch für ihr Schaffen ist der Einsatz von unterschiedlichen Medien: Zeichnungen, Fotografie, Video sowie installative, situationsbezogene Arbeiten. 2008 entstand ihre Installation „Seen links-Schafe rechts“: Die fotografischen Silhouetten von Schafen bevölkern einen Sommer lang den Rundhof des Rathauses in Berlin-Wilmersdorf. Damit sollte an die ländliche Vergangenheit des Stadtteils erinnert werden. Anschließend machte sich die Schafherde selbständig: unter dem Titel „Soweit das Auge trägt“ zeigte die Künstlerin die Fotoinstallation nun an ausgewählten Orten, u.a. der Königlichen Gartenakademie Berlin und der Gartenmesse auf Schloss Wolfsgarten. Seit 2009 sind die zehn Schafe und der Schäferhund als Edition in einer Auflage von je 100 Exemplaren erhältlich.

Frau Theill, von weitem betrachtet wirken die fotografischen Silhouetten der Schafe unheimlich echt. Wie bekommen Sie das hin?
Theill: Hier kommen verschiedene Effekte zusammen. Ein wichtiger: Ich habe Aufnahmen gemacht, die in gewisser Weise Portraits von Schafen sind und die Tiere in sehr typischen Haltungen zeigen. Als ich die Gruppe für die Installation zusammenstellte, wollte ich verschiedene Typen zeigen: das wachsame Schaf, das bestimmende, das niedliche, das ruhende, das „realistisch verschmutzte“ Schaf usw. Aus den vielen Fotos habe ich die passenden Bilder und Typen herausgesucht und so eine „lebendige“ Gruppe zusammengestellt. Damit Vergrößerungen auf die lebensechte Schafgröße möglich sind, habe ich mit Fotodateien mit sehr hoher Auflösung gearbeitet. Durch den Konturschnitt steht das einzelne Objekt isoliert da, was zur Folge hat, dass es sein eigenes „Licht“ in sich trägt. Das verstärkt die realistische und objekthafte Wirkung. In die Landschaft gestellt wirken die Figuren wie eine Montage – eigentlich surreal.

Verstehen Sie die Tiere eher als Kunst für draußen oder als Gartendekoration?
Theill: „Soweit das Auge trägt“ ist eine künstlerische Arbeit. Indem ich sie als Edition auflege, ermögliche ich es Käufern, an der Arbeit zu partizipieren, indem sie Teile – oder auch alle – für den eigenen Garten erwerben. Ich denke, auch wenn jemand nur ein oder zwei Schafe kauft, ist es wichtig, dass diese zu der Gruppe gehört haben. Wir fertigen die Schafe im Einzelauftrag und sehr hochwertig auf Aludibond. Die Oberfläche wird mit einer Lichtschutzfolie versiegelt. Das sorgt für eine lange Haltbarkeit. Die Objekte sind Fotoskulpturen für den Garten, der Käufer bekommt ein Zertifikat mit Nummerierung, genau wie bei einer Grafikedition.

Sind weitere Tierserien geplant? Vielleicht Kühe, Pferde oder Schweine?
Theill: Nein, bisher nicht. Ich fotografiere mir ab und zu ein neues „Tier“ dazu – aber alles nur Schafe bzw. mein Hütehund. Als Künstlerin arbeite ich immer für spezielle Räume bzw. mit einem bestimmten Thema – da bin ich recht eigenwillig und wechsele auch meine Technik.

Weitere Informationen: signe-theill.de

 

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