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3 Fragen an: Stephan Arnold (GaLabau)

Stephan Arnold, Landschaftsgärtner aus Leinfelden-Echterdingen, engagiert sich seit 2005 im Vorstand des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. zum Thema „Landschaftsgärtnerische Fachgebiete“. Hierzu zählt u.a. auch die Umsetzung der Ziele der Stiftung DIE GRÜNE STADT und die Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten. Eines seiner Schwerpunktthemen ist die Dachbegrünung.

Herr Arnold, zahlt es sich für Hausbesitzer aus, Dächer zu begrünen?
Arnold: Auf jeden Fall. Gründächer sind eine Investition in die Zukunft, die über viele Jahre eine ökologische und ökonomische Rendite abwerfen. Mit einem solchen Dach sorgt man für eine Verbesserung des Stadtklimas und schafft neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Außerdem kann ein Garten auf dem Dach nicht nur den Wert einer Immobilie steigern, sondern er ist auch gleichzeitig ein Kostensparmodell: Einer der wichtigsten Vorteile der Dachbegrünung ist der Regenwasserrückhalt. Mit der flächendeckenden Einführung der gesplitteten Abwassergebühr in Baden-Württemberg wird das ökologische Engagement der Hausbesitzer durch reduzierte Gebührensätze belohnt. Ein begrüntes Dach sorgt außerdem für einen verbesserten Wärme- und Kälteschutz des Hauses, was natürlich zu Einsparungen bei den immer teurer werdenden Energiekosten führt. Auch die Dachabdichtung ist durch eine Pflanzenschicht besser geschützt, so dass Reparaturen und Erneuerungen wesentlich seltener durchgeführt werden müssen.

Ist die Anzahl der Gründachprojekte in Ihrer Heimat Baden-Württemberg – im Vergleich zum Rest der Republik – besonders hoch?
Arnold: Baden-Württemberg darf tatsächlich als Motor der Gründach-Idee in Deutschland bezeichnet werden. Bereits seit Mitte der 1980-er Jahre wird die Dachbegrünung hier durch kommunale Maßnahmen und eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit der Verbände gefördert. Aufgrund der jahrzehntelangen Tradition der Dachbegrünung ist die Anzahl der begrünten Dächer in Baden-Württemberg besonders groß. Alleine in Stuttgart gibt es mehr als eine Million Quadratmeter begrünte Dachflächen.

Inwieweit arbeiten Architekten und Landschaftsgärtner zusammen, wenn es um die Planung und Umsetzung neuer Gebäude mit einem begrünten Dach geht?
Arnold: Ideal ist es natürlich immer, wenn sich Bauherr, Architekt und Landschaftsgärtner zusammensetzen und gemeinsam planen, um so das Umwelt- und Nutzungspotential einer Dachfläche optimal zu entwickeln. Nicht nur der Informationsaustausch über die Baugrundlagen wie Statik, Dachneigung, Zugangsmöglichkeiten usw. sind dabei wichtig. Viele Dachbegrünungen sind heute ein attraktiver Blickfang und ein wichtiges Gestaltungselement moderner Architektur. Deshalb sollten bei der Anlage und Pflanzenauswahl viele Aspekte bedacht und abgestimmt werden.

 

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