Come and grow – der Blog der spoga+gafa » Articles by: Arnd Ziemer

3 Fragen an: Rick Mulligan

Der renommierte Designer und Innenarchitekt Rick Mulligan, bekannt durch seine TV-Auftritte als Wohnexperte, versteht sich als Moderator zwischen exzellent ausgeführtem Handwerk und den individuellen Wünschen seiner Kunden. Er realisiert hochwertige Inneneinrichtungen und Architekturkonzepte und begleitet seine Auftraggeber vom Entwurf des Hauses bis zur Gartengestaltung.

Herr Mulligan, Outdoor-Bereiche sehen immer mehr wie Wohnzimmer aus mit bequemen Sofas, Sesseln, Teppichen. Dabei laden die Temperaturen in unseren Breitengraden ja eigentlich nicht sehr häufig zum Draußensitzen ein.
Mulligan:
Der Mensch ist einfach froh, wenn er so oft wie möglich draußen in der Natur sein kann, weil er das mit einem Gefühl von Freiheit und Entspannung verbindet. Und mit dem Einsatz von Infrarot-Licht kann man die Outdoor-Perioden inzwischen auch deutlich verlängern und nicht mehr nur, so wie es früher üblich war, die Sommerperiode an der frischen Luft verbringen. Dazu kommt, dass wir in den letzten Jahren auch einen super tollen Frühling und Herbst erlebt haben, und das sollten wir ausnutzen und es uns draußen so gemütlich wie möglich machen.

Worauf muss man generell bei der Planung von Outdoor-Bereichen achten?
Mulligan: Zunächst mal sollten Outdoor und Indoor miteinander harmonieren. Das heißt, dass man im Außenbereich möglichst das Konzept der Innenarchitektur fortführt. Zudem muss man darauf achten, dass die Gestaltung zur Umgebung passt. Schmiedeeiserne Gitter oder Mini-Gärten in japanischer Zen-Optik passen z. B. eher weniger zu urbanen Standorten. Und dann müssen die Materialien selbstverständlich witterungsbeständig sein. Es gibt beispielsweise ein neues, verpresstes Holz-Granulat, dass hervorragend für den Einsatz im Outdoor-Bereich geeignet ist. Und auch die Outdoor-Stoffe haben eine ganz neue Qualität erreicht und sind nicht mehr bretthart wie es früher der Fall war. Ich verwende sie sogar im Innenbereich weil ihnen das Sonnenlicht nichts anhaben kann.

Welche Farben und Produkte sind zurzeit besonders gefragt?
Mulligan: Ich bin der Meinung: Außen sollte es nicht zu bunt werden. Schließlich wollen wir uns entspannen und wenn möglich das Grün der Natur genießen. Deshalb sind gedeckte, natürliche Farben im Hampton-Stil genau richtig. Ein bequemer Deckchair aus Holz ist für mich immer noch der Inbegriff eines Outdoor-Möbels und er ist sogar ohne Polsterauflagen bequem. Loungige Sofas sind dagegen dort ideal, wo man lange sitzen will, zum Beispiel in der Gastronomie.

Weitere Informationen: rickmulligan.de

 

„Selman Marrakech“: Ein Traum aus 1001 Nacht

Symbiose aus marokkanischer Tradition und modernem Zeitgeist: Im neuen 5-Sterne Boutique Resort „Selman Marrakech“ treffen authentische Handwerkskunst und schwere Stoffe auf kräftige Farben und klare Linien. Der französische Architekt Jacques Garcia hat in dem maurischen Palast am Fuße des Atlasgebirges ein Kunstwerk geschaffen, das elegant und üppig ist, ohne dabei schwerfällig zu wirken.

Und das sowohl innen als auch außen. Die Innenbereiche sollen den Gast in Intimität hüllen und geben gleichzeitig die Aussicht auf die prächtige, andalusisch geprägte Außenanlage frei. In den öffentlichen Bereichen bilden außerdem Patios und Kaminzimmer eigene kleine Welten.

Daneben ist der 80 Meter lange Pool das Herzstück der von Garcia erdachten Oase – umgeben von bunt gemischten Blumen, Olivenbäumen und Palmen. Passend zum Look des gesamten Hotels sind auch die zwei Restaurants und drei Bars gestaltet, unter anderem mit stilvollen Korb- und Metallmöbeln. Ob unter freiem Himmel oder sonnengeschützt schaut der Gast im „Le Pavillon“ zum Beispiel nicht nur auf ein liebevoll angelegtes Wasserbassin, sondern hat auch einen einmaligen Blick auf das hoteleigene Gestüt.

Neben den 56 Zimmern, in denen sich der maurische Stil fortführt, sind darüber hinaus 5 luxuriöse Riads buchbar. Hier wählte Garcia beispielsweise seltene Kunstgegenstände und Antiquitäten für die Ausstattung der Wohnzimmer. Durch üppig drapierte Vorhänge erinnern die Schlafzimmer an edle Beduinenzelte. Jedes der Riads umgibt zudem ein 400 qm großer Privatgarten mit beheiztem Pool und Lounge-Bereich. Und in marokkanischer Tradition führt ein privater Patio mit Springbrunnen den Gast zu seinen intimen Räumlichkeiten.

 Weitere Infos: selman-marrakech.com

 

Riverside Museum of Transport in Glasgow: Farbenfroh von Innen bis Außen

Im Sommer 2011 wurde in Glasgow das „Riverside Museum of Transport“ eröffnet. Im Mai 2012 bekam es als innovativstes Museum auf den Gebieten Technologie, Arbeit und soziale Geschichte den European Museum Academy Micheletti Award. Das Museum ist das erste große öffentliche Projekt von Zaha Hadid in Großbritannien und brachte ihr auch in ihrer Wahlheimat den Durchbruch. Mit einer Mischung aus kraftvoll inszenierten, gezackten und geschwungenen Konturen trägt der Museumsbau eindeutig ihre Handschrift und bildet einen neuen Anziehungspunkt im Glasgower Hafen. Einst wurden dort Schiffe und Raddampfer gebaut. Das neue Museum will an diese Geschichte anknüpfen und dem in weiten Teilen immer noch brachliegenden Gelände zu neuem Leben verhelfen. Vor dem Gebäude auf dem Clyde ankert – ebenfalls als Teil der Ausstellung – der historische Großsegler Glenlee.

Das Gebäude des Riverside Museum wirkt wie ein liegendes Z, das sich kantig an den Rand des Grundstücks drängt. Die 36 Meter hohe Glasfassade zum Clyde River ähnelt mit ihrer markanten Zickzack-Krone den Wellen auf dem Wasser. Die zum Schutz der Exponate dunkel verglasten Fensterfronten spiegeln die Umgebung wider, das silbrig schimmernde Dach scheint sich mit dem Himmel zu verbinden. Die Dachkonstruktion folgt einer sanften und welligen, zum Teil auch kantigen Linienführung. Höhe und Breite der einzelnen Dachbahnen variieren über die gesamte Länge des Baukörpers. Über allem thront die Schnittkante des Spitzdachs. „Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt; kurz gesagt: eine Neuordnung des Raums“, lautet die baukünstlerische Überzeugung von Zaha Hadid.

Zum Museum gehört auch eine Cafeteria. Für deren Außenbereich kam „Twin“, ein stabiler, objekttauglicher und wetterfester Kunststoffstuhl aus dem Hause Brunner, zum Einsatz. Frisch, leicht, in jungem Design und aus einem Guss gefertigt, harmoniert er optimal mit dem technischen Ambiente des Museums. In der Farbe „apple“ führt „Twin“ zudem die farbliche Gestaltung im Inneren des Museums – von der lindgrünen Halle über die leuchtend grün gestalteten Treppen bis hin zu den vielen, in verschiedenen Grüntönen gehaltenen Details – konsequent fort. Das Design des multifunktionalen und wetterbeständigen Allrounders stammt von Archirivolto. „Twin“ wurde im April 2012 außerdem in „Die Neue Sammlung“ aufgenommen – eines der größten Museen für zeitgenössisches Industrie- und Produktdesign.

 

Bautätigkeit: Euroconstruct rechnet nicht mit Wachstum – Stimmung deutscher Architekten ist hervorragend

Die Schuldenkrise wirkt sich zunehmend auf die Bautätigkeit aus. Aus diesem Grund senkte die europäische Branchenvereinigung Euroconstruct jetzt ihre Prognose für die kommenden Monate. Für 2012 reduzierte sie die bisherige Wachstumserwartung an die Baubranche von -0,3 auf -2,1 Prozent. Auch für das kommende Jahr korrigierte der Dachverband seine Prognose. Statt einem Plus von 1,8 Prozent rechnet er aktuell nur noch mit einer marginalen Steigerung von 0,4 Prozent. Erst 2014 soll die Bautätigkeit leicht anziehen – und zwar um 1,7 Prozent. Allerdings wird sie noch mehrere Jahre hinter dem Niveau von 2008 herhinken.

Bezogen auf die einzelnen Länder erwartet Euroconstruct nur in Dänemark und Norwegen eine Zunahme der Bauleistung um mehr als zwei Prozent. Für Länder wie Deutschland, Frankreich, Schweiz, Großbritannien und Schweden geht die Branchenvereinigung aber immerhin noch von Zuwächsen von bis zu zwei Prozent aus. Gute Nachrichten für die deutschen Architekten. Und so ist die Stimmung bei ihnen erfreulich gut. Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des Ifo Instituts bei freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima zu Beginn des zweiten Quartals 2012 sichtlich verbessert. Eine ähnlich gute Stimmung wurde letztmals Mitte der neunziger Jahre – in der Schlussphase des Wiedervereinigungsbooms – registriert.

Die befragten Architekten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage merklich besser als in den Vorquartalen. Dabei ist besonders hervorzuheben: die Zahl derer, die ihre Lage als „gut“ bewerteten ist deutlich angestiegen – von 36 Prozent (Vorquartal) auf jetzt 45 Prozent. Eine, laut Ifo Institut, einmalig hohe Quote. Gleichzeitig bezeichnete nur noch ein Fünftel der Befragten ihre momentane Geschäftslage als „schlecht“ (Vorquartal: 23%).

Die Geschäftserwartungen haben sich wiederum gegenüber den Einschätzungen des letzten Quartals kaum geändert. Während der Anteil der eher optimistisch eingestellten Architekten um drei Prozentpunkte schrumpfte – von 17 auf 14 Prozent –, sank gleichzeitig der Anteil der skeptischen Architekten um zwei Prozentpunkte auf 13 Prozent.

Frisch eröffnet: Zwischen Felsbrocken und Weinbergen – das „Endémico“ in Mexiko

Atemberaubende Lage: Mitten im Herzen Baja Californias, eingebettet in einen abgeschiedenen Hügel, hat Ende Juni das erste Mitglied von Design Hotels im führenden Weinanbaugebiet Mexikos eröffnet. Das Design von „Endémico“, dessen Name vom spanischen Wort für „einheimisch” kommt, setzt die Schönheit der naturbelassenen Landschaft in Szene: die Leere und Einsamkeit der Wüste und die üppige Pracht der Weinberge.

Das aufregende Ergebnis sind 20 Luxus-Kuben, die nahtlos mit ihrer natürlichen Umgebung verschmelzen. Dazu gehören private Terrassen, die einen freien, unverbauten Blick über das Valle de Guadalupe bieten. Außerdem erlauben „Kivas“, die traditionellen Lehmkamine der Region, den Gästen, gewärmt vom knisternden Feuer, noch nachts unter dem Sternenhimmel die Weine der Region zu genießen. Und vom Pool aus können Gäste in die Einsamkeit eintauchen und die Weite überblicken.

Die rustikale Kargheit der Umgebung hat zudem die angenehm dezente Innengestaltung der Wohnkuben inspiriert. Sie sind mit Möbeln bestückt, die schlicht und zugleich elegant sind. Neben der minimalistischen Ausstattung wurden moderner Komfort und luxuriöse Elemente dennoch nicht übergangen.

Die Hoteliers Carlos Couturier und Moisés Micha, die Partner hinter der mexikanischen Hotelgruppe Grupo Habita, engagieren sich außerdem stark in Umwelt, Gesellschaft, Ökonomie und Kultur der Regionen, in denen sie ihre Hotels errichten. So sind die umweltfreundlichen Hütten des „Endémico“ auf Stelzen errichtet, um ihre Auswirkung auf die Landschaft zu minimieren. Die Konstruktion aus Cortenstahl und Holz gewährleistet, dass die Oberflächen mit der Zeit verwittern. Gebaut wurde das Hotel durch ein Team regionaler Handwerker in Zusammenarbeit mit Gracia Studio.

Weitere Informationen: designhotels.com/endemico