Come and grow – der Blog der spoga+gafa » Articles by: Claudia Gölz

Outdoor Trends 2016/1017 (6): GartengerĂ€te – smarter Komfort

Bedienerfreundliche Komfortprodukte wie MĂ€hroboter und AkkugerĂ€te – darunter Trimmer, Heckenscheren oder handgefĂŒhrte RasenmĂ€her – sind bei den Verbrauchern nach wie vor besonders beliebt. Die Modelle punkten mit einer Kombination aus LeistungsstĂ€rke und Nutzerfreundlichkeit. Zudem warten sie mit ergonomisch optimierten Formen auf, die dem Nutzer die Arbeit erleichtern.

Grundlagenwerk zum grĂŒnen verdichteten Bauen: Dense + Green

„Nachhaltiges Bauen“ wird leider allzu oft auf DĂ€mmung und Bautechnik reduziert mit Pflanzen als schmĂŒckendem Beiwerk der GebĂ€udegeometrie. Der in Singapur arbeitende und lehrende Architekt Thomas Schröpfer zeigt in seinem reich illustrierten Buch, dass Pflanzen und selbst große BĂ€ume mit Verstand eingesetzt, weit mehr können, als eine lebendige grĂŒne HĂŒlle zu schaffen.

3 Fragen an: Markus Kobelt (Lubera)

Markus Kobelt ist ein Schweizer ObstbaumzĂŒchter, der sich mit seinem Betrieb und Onlineshop lubera.com auf Pflanzen fĂŒr den Privatgarten spezialisiert hat und diese international vertreibt.

Herr Kobelt, in Ihrem Sortiment gibt es viele Pflanzen, deren FrĂŒchte man so nicht im Handel findet, etwa die rotfleischigen Äpfel Redloves oder die Beeren fĂŒr den Balkon, die Lowberries. Was unterscheidet Ihre ZĂŒchtungen von anderen?
Kobelt: Seit Beginn des 20. Jahrhunderts richtet sich die professionelle ObstpflanzenzĂŒchtung hauptsĂ€chlich an der großen, kommerziellen, landwirtschaftlichen Produktion, am Erwerbsobstbau. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Hier liegen schließlich die grĂ¶ĂŸten Gewinne und die ErnĂ€hrung der Menschen ist eine wichtige Aufgabe. Aber die ZĂŒchtung hat fĂŒr diese Konzentration auf nur ein Ziel auch einen hohen Preis gezahlt: Sie hat darauf verzichtet, eine Kunst zu sein. Wir von Lubera suchen nicht die eine Sorte fĂŒr die nĂ€chsten 50 Jahre, sondern orientieren uns an den heutigen BedĂŒrfnissen der Gartenbesitzer.

Was meinen Sie mit Kunst?
Kobelt: In der ZĂŒchtung gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: Je höher der Aufwand, das heißt, je grĂ¶ĂŸer die Populationen an SĂ€mlingen sind, desto kleiner ist der Output an Sorten – zumindest relativ. Dabei ist die Kunst verloren gegangen, eine besondere Sorte und ihre IndividualitĂ€t zu erkennen. An die Stelle der Kunst ist die Wissenschaft getreten, die Produktion und Publikation von Papieren, von wissenschaftlichen Artikeln. NatĂŒrlich polemisiere ich jetzt ein wenig, es gibt ja auch viele gute wissenschaftliche ZĂŒchter. Lubera verfolgt jedoch einen ganz anderen Ansatz: Wir wollen das Besondere, das Andere. Unser Ziel ist es, Sorten fĂŒr den privaten GĂ€rtner herauszubringen, die seine Arbeit und sein GĂ€rtnerleben einfacher und vor allem abwechslungsreicher machen. Um einen echten Mehrwert fĂŒr HobbygĂ€rtner zu erreichen, muss eine neue Sorte resistenter gegen Krankheiten, einfacher zu kultivieren sein und besonders aromatische FrĂŒchte tragen. Wenn diese Sorte dann auch noch durch eine individuelle Eigenschaft ĂŒberrascht, z.B. neben dem Nutzen auch einen Zierwert besitzt, umso besser. Um das zu erreichen, verwenden wir natĂŒrlich auch wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse der Forschung. So versuchen wir zum Beispiel in der StachelbeerzĂŒchtung ganz gezielt, die Widerstandskraft gegen Mehltau zu verbessern. Der Zufall wollte es, dass einige der Resistenzquellen auch eine ausgezeichnete FruchtqualitĂ€t vererben. Das hat unsere neuen Stachelbeeren zu tollen aromatischen NaschfrĂŒchten gemacht.

Sie verlassen sich also schon mal auf den Zufall?
Kobelt: Ohne den Zufall geht in der ZĂŒchtung gar nichts. Wir sind der klassischen ZĂŒchtung verpflichtet, kreuzen Sorten mit Pinsel und Pollen und greifen nicht kĂŒnstlich und mit fremden Genen ins Genom ein. DafĂŒr gibt es gute ethische GrĂŒnde und auch ganz pragmatische: Unsere Kunden wollen keine gentechnisch verĂ€nderten FrĂŒchte. Aber viel entscheidender fĂŒr uns ist die Tatsache, dass fĂŒr unser Ziel – also mehr Abwechslung und DiversitĂ€t zu erhalten – nur die konventionelle ZĂŒchtung geeignet ist. Nur durch die freie Rekombination der Gene entstehen unendlich viele neue Möglichkeiten. Gentechnik schafft lediglich Varianten des immer Gleichen, die bekannte Sorte X mit der zusĂ€tzlichen Eigenschaft Y.

Weitere Informationen: lubera.com

3 Fragen an: Lothar Schatz (Hummibeeren)

Die GĂ€rtnerei Hummel wurde 1947 von GĂ€rtnermeister Reinhold Hummel in Stuttgart Weilimdorf gegrĂŒndet. Mit aromatischen Erdbeeren speziell fĂŒr den Privatgarten machte sich das Unternehmen und die Marke Hummi deutschlandweit bekannt. Lothar Schatz ist Hauptgesellschafter von Hummel und hat das Unternehmen nun in eine Partnerschaft mit Helix Pflanzen gefĂŒhrt.

Herr Schatz, warum sind Sie nach fast 70 Jahren eigenstĂ€ndiger Firmengeschichte ĂŒberhaupt eine Partnerschaft mit einem anderem Unternehmen eingegangen?
Schatz: Wir waren an einem Punkt, an dem wir uns fragen mussten: Wer sind wir? Eigentlich eine einfache Frage, man stellt sie sich leider nie. Unsere StĂ€rken kannten wir: Wir sind innovativ, setzen bereits seit den 1970-er Jahren auf die In-vitro-Vermehrung in unserem firmeneigenen Labor, wir haben eigene Produkte, eine bekannte Marke und sind schuldenfrei. Doch ein ‚Weiter so!‘ war trotzdem ausgeschlossen. Denn unsere Schwachpunkte lagen in der technisch veralteten GewĂ€chshausanlage, die langfristig nicht konkurrenzfĂ€hig war. FĂŒr notwendige Investitionen fehlten die Mittel und so waren natĂŒrlich auch neue AbsatzkanĂ€le nur schwer zu erschließen. Also konzentrierten wir uns auf unsere StĂ€rken und suchten einen Partner fĂŒr Produktion und Vertrieb.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Helix Pflanzen?
Schatz: Wir wĂŒnschten uns ein Unternehmen mit starker QualitĂ€tsphilosophie, das einen möglichst hohen Technisierungsgrad in der Produktion und eine bundesweite Logistik mitbringt. Schließlich fanden wir diesen Partner im wenige Kilometer entfernten Rain am Lech. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Helix Pflanzen, Hans MĂŒller, und ich kennen uns schon lange. Die Basis unserer GesprĂ€che war von Anfang an das gegenseitige Vertrauen. Es durfte keinen Gewinner und keinen Verlierer geben. Am Ende sollten zwei Partner stehen, die sich optimal ergĂ€nzen.

Wie sieht Ihre Partnerschaft konkret aus?
Schatz: Wir einigten uns darauf, dass Hummel ein eigenstĂ€ndiges Unternehmen bleibt und sich auf die ZĂŒchtung und Sortimentsentwicklung konzentriert. Helix kultiviert unsere Hummi-Jungpflanzen in ihrem modernen Betrieb und vermarktet sie als Teil der QualitĂ€tsmarken von Helix Pflanzen. Außerdem ĂŒbernimmt Helix alle unsere Vetriebsmitarbeiter. Das freut mich besonders, denn der Erhalt von ArbeitsplĂ€tzen war eines unserer obersten Ziele. Außerdem ist dadurch KontinuitĂ€t fĂŒr unsere Kunden sichergestellt. FĂŒr uns ist es ein großer Vorteil, mit Helix einen starken und innovativen Partner gefunden zu haben, der als namhafter Anbieter fĂŒr Gartencenter, Landschaftsarchitekten, Garten- und Landschaftsbaubetriebe ĂŒber ein großes Netzwerk verfĂŒgt.

Weitere Informationen: hummibeeren.de und helix-pflanzen.de