Come and grow – der Blog der spoga+gafa » Articles by: Leif Hallerbach

„Boomfeestdag“: Schwimmender Wald in Rotterdam

Zum „Nationale Boomfeestdag“ in den Niederlanden am 16. März hat sich die Künstlergruppe Mothership etwas Besonderes einfallen lassen: einen schwimmenden Wald für den Hafen von Rotterdam.

Der jährliche „Boomfeestdag“ hat in den Niederlanden eine lange Tradition und soll die Bedeutung der Bäume für die Natur und Landschaft verdeutlichen. Niederländische Grundschüler krempeln an diesem Tag die Ärmel hoch, um neue Bäume anzupflanzen. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt der nationalen Initiative auf städtischen Bäumen – ein Anlass für das Rotterdamer Kunstkollektiv Mothership für ein ungewöhnliches Projekt.

„Dobberend Bos“, niederländisch für „schwimmender Wald“, ist als Ensemble aus im Wasser treibenden Bäumen geplant. Ausgemusterte Nordsee-Bojen dienen dabei als Pflanztöpfe für die vorgesehenen Laubbäume. Ein erster Prototyp wurde bereits 2014 zu Wasser gelassen. Nun sollen weitere Bäume vom Stapel gehen, um stillgelegte Hafenbecken in Rotterdam zu begrünen. Neben dem künstlerischen Aspekt hat das Projekt vor allem die stärkere Förderung von Maßnahmen zur Begrünung der Innenstädte zum Ziel.

Weitere Informationen: bobbingforest.com

Begrünbare Wandfliesen: „Seed“ von Taeg Nishimoto

Dekorative Begrünung: Mit „Seed“ kann sich jetzt jeder seine Lieblingspflanzen an die Wand hängen. Der Architekt und Designer Taeg Nishimoto entwickelte mit den ungewöhnlichen Fliesen eine Wandverkleidung mit Bewuchs.

Die Wandfliesen „Seed“ sind so geformt, dass sie sich mit kleinen Pflanzen bestücken lassen. Auf der Rückseite jeder Fliese ist ein Betonbehältnis für die Pflanzenerde und als Abstandshalter angebracht. Die von der Natur inspirierte Gestaltung macht aus jeder Fliese ein Unikat: Während der Umriss an Flusssteine erinnert, leitet sich die knittrige Oberfläche von geologischen Formationen ab.

Die Textur der „Seed“-Fliesen entsteht unter Verwendung eines Vliesstoffes aus Polyethylen. Der Stoff wird dabei zerknittert und dann in die richtige Form und Größe gebracht. Beim Ausgießen der Form mit schnelltrocknendem Beton wird der Stoff in der Mitte der Fliese angehoben. Jede Pflanze, die in das dadurch entstehende Loch passt, lässt sich als Saatgut verwenden – auch wenn sich besonders Sukkulenten für ein stimmiges Wandbild eignen. Mit individuellen Kombinationen können aber auch ganz unterschiedliche Eindrücke an der Wand gestaltet werden.

Weitere Informationen: cargocollective.com

Refin: Vielfältige Outdoor-Fliesen

Der italienische Fliesenhersteller Refin nimmt den Außenbereich in den Fokus: Mit der aktuellen Kollektion „OUT2.0“ wurde eine besonders robuste Feinsteinzeug-Serie speziell für die Verwendung im Freien entwickelt.

Mit der Feinsteinzeug-Serie „OUT2.0“ bietet Ceramiche Refin eine aktuelle Kollektion für die professionelle Ausstattung von Außenflächen – und zwar sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Die Fliesen sind 20 Millimeter stark und wurden speziell für die Verwendung im Freien entwickelt. Sie sind dauerhaft widerstandsfähig gegenüber Belastung, Frost, Feuer, Chemikalien und rauem Klima. Ihr Design ermöglicht zudem einen nahtlosen Übergang zu Böden im Innenbereich.

Zu den Vorteilen der Fliesen gehört auch ihre Vielseitigkeit: Die Kollektion „OUT2.0“ kann auf verschiedene Arten verlegt werden. Eine trockene Verlegung auf Kies oder Erde ist die einfachste Lösung. Die Fliesen lassen sich auf diese Weise jederzeit wieder abnehmen, so dass Bewässerungs- oder Beleuchtungsanlagen darunter problemlos gewartet werden können. Um vorhandene Böden zu erhalten, ist auch eine trockene Verlegung mithilfe von Trägerobjekten möglich. Eine Befestigung der Fliesen mit Kleber empfiehlt sich bei starken Belastungen etwa durch Autoverkehr oder bei besonderer Rutschfestigkeit wie in Spas oder an Swimmingpools.

Weitere Informationen: refin-fliesen.de

Garden Expo in China: Projekt von Penda

Für die 10. Internationale Garden Expo im chinesischen Wuhan entwickelten die Architekten von Penda ein künstliches Landschaftssystem. „Where the River runs“ wirkt wie eine Flusslandschaft und soll auf die Bedeutung von Wasser hinweisen.

Das Projekt ging als Gewinner aus einem internationalen Wettbewerb hervor und wird noch bis April 2016 auf der Garden Expo gezeigt. Besucher sollen mit der Installation für die Bedeutung von sauberem Wasser für die Umwelt sensibilisiert werden. Dabei verdeutlicht „Where the River runs“ vor allem die Verbindung zur Natur. So erinnert die Form der gekrümmten Wegeführung an eine Flusslandschaft mit begrünten Ufern. Das Areal verbindet mehrere andere Projekte auf dem Gelände und ist von drei Seiten zu erreichen. Ein zentraler Platz lädt zum Austausch und zur Entspannung ein.

Das Besondere an dem Projekt ist neben seiner Form die Einbindung der Besucher: An den Eingängen werden Samen von verschiedenen regionaltypischen Pflanzen ausgeteilt. Beim Durchwandern der künstlichen Landschaft können Besucher auf diese Weise Blumen oder Kräuter entlang des „Flussbetts“ säen. Sie werden damit wie der Fluss in der Natur zum Gestalter der Uferzonen. Ein Spaziergang durch das bunt blühende und duftende Gelände verdeutlicht so die besondere Bedeutung des Wassers als Lebensspender.

Grüne Skulptur: Das niederländische Biesbosch Museum

Das Biesbosch Museum ist ein Besucherzentrum für den gleichnamigen Nationalpark in den Niederlanden. Wie eine grüne Skulptur hat das Studio Marco Vermeulen das Museum neu gestaltet und erweitert – als fließender Übergang zwischen Architektur und Landschaft.

Beim Umbau und der Erweiterung des auf einer künstlichen Insel gelegenen Museums lag der besondere Fokus auf einer  nachhaltigen Planung. Sowohl der neue Flügel als auch der bereits existierende Teil sollten nach aktuellen ökologischen Gesichtspunkten gestaltet werden. Ein Biomasse-Ofen für die Heizung und Klimatisierung des Gebäudes optimiert den Energieverbrauch. Ebenfalls natürlich ist die Aufbereitung des Trinkwassers über einen Weidenfilter – der erste dieser Art in den Niederlanden. Das gesamte Museum wurde zudem mit einem begrünten Dach überspannt, das neben ökologischen Vorteilen vor allem ästhetische Reize hat: Die mit Gras bewachsenen pyramidenförmigen Dachflächen dienen als Aussichtspunkt und lassen das Museum mit der umgebenden Landschaft verschmelzen.

Hauptgrund für die Neugestaltung des Museums und des umliegenden Parks war die Aufnahme in das Water Safety Program (WSP). In diesem Rahmen wurde unter anderem das angrenzende, 4.500 Hektar große Marschland „Noordwaard“ in eine Wasserrückhaltefläche verwandelt. Um die Bedeutung des Wassers im Biesbosch National Park zu verdeutlichen, entstand außerdem ein Gezeitenpark. Das komplette Landschaftsprogramm soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Dann werden Stege und Wege über die grüne Dachlandschaft hinaus die gesamte Museumsinsel erschließen.

Weitere Informationen: biesboschmuseumeiland.nl und marcovermeulen.eu