Come and grow – der Blog der spoga+gafa » Articles by: Thomas Wittenburg

Moderne Zeiten im Gartencenter

Angesichts der Tatsache, dass einige Betriebe der grünen Branche in der Vergangenheit nicht gerade überschwänglich offen für neue Kommunikationstechnologien waren, galt die Branche lange als etwas verstaubt und technikfeindlich. Doch damit ist jetzt Schluss.

Kundenservice und -bindung ist auch für die grüne Branche ein wichtiges Thema. Das klappt aber nur, wenn man die Kunden dort abholt, wo es für sie am bequemsten ist. Aktuell ist das auf dem Smartphone. Jeder Achte in Deutschland besitzt bereits so ein Multifunktionshandy, Tendenz steigend. Im nächsten Jahr, so sagen Experten voraus, wird schon jeder Zweite ein Smartphone haben. Mit der Nutzung der klugen Mobiltelefone wächst auch der Einsatz der sogenannten QR-Codes (QR = Quick Response, also schnelle Antwort). Da Schnelligkeit in unserer Informationsgesellschaft eine wichtige Eigenschaft der Kommunikation ist, kann sich auch die grüne Branche dem Reiz dieses Informationsmittels nicht länger entziehen.

Ein Pionier in dieser Sache ist das Oldenburger Unternehmen Green Solutions. Anfang 2011 als Zwei-Mann-Betrieb gestartet, sind die beiden Gründer Alexander Kelm und Günther Diekmann nun schon Arbeitgeber für 35 Mitarbeiter. Auf ihrer Website pflanzeninfos.net stehen schon 20.000 Pflanzenportraits mit über 75.000 Sorten und 70.000 Fotos – alle mittels QR-Code abrufbar. Und das geht ganz einfach: Mit dem Smartphone den QR-Code auf dem Etikett an der Pflanze im Gertencenter einlesen – und schon erscheinen die Informationen zu der betreffenden Pflanze im Display. Neben Standortansprüchen, Pflegetipps und einer Auswahl an geeigneten Begleitpflanzen erhält der User auch noch redaktionelle Artikel aus Gartenzeitschriften und Fotos sowie weitere Ideen und Anregungen. Gärtner, die nun der guten alten Zeit der persönlichen Kundenberatung nachtrauern, sollten aber nicht zu früh verzagen. Wenn 50 Prozent aller Deutschen 2013 ein webfähiges Mobiltelefon besitzen, bleiben immer noch genug Kunden für die persönliche Beratung übrig. Und für die hat der Gärtner dann umso mehr Zeit.

Weitere Infos unter: pflanzeninfos.net

Gärtnern ist der neue Luxus

Jede Freizeitbeschäftigung hat ihre Zeit. Aktuell liegt das Gärtnern stark im Trend, sagt Zukunftsforscher Matthias Horx vom Zukunftsinstitut in Kelkheim. Das heutige Gärtnern unterscheidet sich allerdings wesentlich von Gartenarbeit in der Vergangenheit. Heute ist es eine Form von Luxus.

Im Freizeitmarkt gab es schon immer Tätigkeiten, die einem aktuellen Trend entsprachen. Basteln, Kochen oder auch bestimmte Sportarten, wie z. B. das Joggen oder Aerobic, hatten ihre Zeit in der jeder, der dazu gehören wollte, mitmachte. Aktuell ist das Gärtnern die angesagte Freizeitbeschäftigung. Was lange Zeit als spießig galt, ist heute absolut trendy. Das Interesse an Umwelt und Natur ist in den letzten 30 Jahren stark gewachsen und führt dazu, dass die Menschen heute selber “etwas wachsen lassen“ wollen. Darüber hinaus, so Horx, befriedigt das Gärtnern ästhetische Bedürfnisse. Der Kreativität des Hobby-Gärtners sind keine Grenzen gesetzt und so spiegelt der moderne Garten auch immer ein Stück Persönlichkeit seines Besitzers wider. Die Zulieferindustrie, vom Gartenstuhl über den Rasenmäher bis zu den Pflanzen, hat sich auf die hohen Designansprüche der modernen Hobby-Gärtner eingestellt und liefert alles, was das Gärtnerherz begehrt. Ob nun Home Gardening, das den Garten und die Natur stark ins häusliche Leben einbezieht, oder Urban Gardening, das ein Naturerlebnis auf dem kleinsten Balkon zaubert, alles ist möglich, denn für jede Idee gibt es die passenden Geräte, Accessoires und Pflanzen. Dieser hohe Grad an Individualität macht den Garten nicht nur zu einem unverwechselbaren Stück Natur, sondern auch zu einem ganz persönlichen Stück Luxus. Der neue Kult um den Garten und das Gärtnern soll nach Überzeugung des Zukunftsinstituts noch lange anhalten.

Social Media auch für Baumärkte unverzichtbar

Mittlerweile gehört es schon zu den Selbstverständlichkeiten des Marketings, in den Social Media mit seinem Unternehmen präsent zu sein. Das gilt auch für die Baumarkt-Branche. Dennoch ist die Anzahl der virtuellen Freunde ist nicht unbedingt identisch mit der Beliebtheit bei der Kundschaft.

So führt zum Beispiel Hornbach mit 13.860 Fans bei Facebook und 1.978 Followern bei Twitter unangefochten die Liste der beliebtesten Baumärkte in den sozialen Netzwerken an. Obi hingegen schaffte es mit 2.045 Facebook Fans und Null Followern bei Twitter gerade einmal auf Platz 5 im Ranking (Stand Juli 2011).

Abgerechnet wird aber an der Kasse – und da kann es anders aussehen. In einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung des Marktforschungsinstituts YouGov liegt Obi klar vorn. Demnach ist ein Drittel der Befragten Kunde bei Obi, aber nur 17 % gehen bei Hornbach einkaufen. Insgesamt liegt Obi auch bei den Befragten aller Altersgruppen vorn. Außer bei den 25 bis 34-Jährigen, die Praktiker favorisieren. Sogar die bekannteste Eigenmarke stammt mit Variolux von Obi.

Laut YouGov sind die Auftritte der Baumärkte in den sozialen Netzwerken, unabhängig von der Anzahl der Fans und Follower, aber auf jeden Fall unverzichtbar. Nach Ansicht der Marktforscher wird der User in den Social Media vom Konsumenten zum “Prosumenten“, der nicht nur konsumiert, sondern auch produziert – nämlich Inhalte und Informationen. Damit befriedigen die sozialen Netzwerke das Grundbedürfnis vieler Menschen nach Selbstdarstellung, sozialen Kontakten und Kommunikation. Also, rein in die Social Media und mit den (potenziellen) Kunden aktiv kommunizieren. Wenn dann auch noch das Angebot am Point of Sale stimmt, dürfte dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen.

Mehr Infos zur YouGov-Umfrage unter: yougov.de

PreiswĂĽrdig innovativ

“Grüne Branche“ und “Innovationen“ müssen sich nicht zwangsläufig widersprechen. Dass es auch ganz anders geht, beweist das Gartencenter Meier aus dem schweizerischen Dürnten. Kürzlich wurde der Betrieb als innovativstes Gartencenter Europas mit dem Preis “Graines d’Or“ ausgezeichnet. Ungewöhnlich war auch der Ort für die Preisverleihung: Sie fand im Nachtclub Lido in Paris statt.

Aber was ist nun so innovativ, so ungewöhnlich an diesem Betrieb? Sind es die vielen Veranstaltungen im Betrieb, wie etwa die Familientage, Bastelkurse oder die Rosentage? Oder sind es die von Meier organisierten Gartenreisen, z. B. in die Niederlande und nach Großbritannien? Hat die für ein Gartencenter ungewöhnliche kreative Kinderbetreuung durch drei Erzieherinnen den Ausschlag für den Preis gegeben? Ist es der ausgezeichnete Service und die kompetente Beratung der Kunden? Vielleicht ist es auch das umfangreiche Sortiment? Eventuell gar die äußerst professionelle Medienarbeit des 115 Jahre alten Familienbetriebs? Es ist von allem etwas, oder wie es bei der Laudatio in Paris hieß: Die Familie Meier zeigt seit Jahren, dass sich Innovation und Tradition gegenseitig nicht ausschließen müssen. Gerade in schwierigen Zeiten mutige Schritte zu machen, zeigt die Art, wie diese Familie Zukunftsvisionen umsetzt, um kompromisslos ihre Stärken als Unternehmen weiter auszubauen.

Einen Eindruck vom innovativsten Gartencenter Europas gibt es hier: meier-ag.ch

Wir gratulieren!

 

Ist der Garten Natur?

Die Menschen haben heute eine andere Sichtweise auf die Natur als noch vor 10 oder 20 Jahren. Heutzutage wird die Natur als ein Ort des Friedens, der Entspannung und der Erholung definiert, d.h. als völliger Gegensatz zu unserem stressigen Alltag.

In einer kürzlich vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) durchgeführten Untersuchung wurde gefragt, was Menschen mit dem Begriff „Natur“ assoziieren. Es war keine große Überraschung, dass die Mehrheit (47 %) den Wald nannten. Weiterhin dachten 38 % an „Wiesen“, 33 % verbanden den Begriff mit „wildlebenden Tieren“, 27 % sagten „Bäume“ und weitere 23 % nannten „Blumen“. Weitere Nennungen auf der Liste waren Seen, Berge, Pflanzen, Felder und Flüsse. Es war allerdings schon etwas überraschend, dass lediglich 14 % der Befragten der „Garten“ als vorletzter Begriff, nur noch gefolgt von „Sonne“, einfiel. Ein Garten hat also demnach nichts mit der Natur zu tun? Aber was ist dann ein Garten, wenn nicht Natur? Interessanterweise bezeichnet sich die Mehrheit der Deutschen als umweltbewusst. Sogar über die Hälfte der deutschen Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren sagen von sich selbst, dass sie bereit sind, ihre Lebensweise an die Bedürfnisse von Umwelt und Klima anzupassen. Gleichzeitig aber finden diese Jugendlichen Gartenarbeit völlig „uncool“. Die Gründe für diese Fehleinschätzung, dass der Garten keine Natur sei, sind vielschichtig. Es würde jedoch helfen, diese Ansicht richtig zu stellen, wenn Medien, Schulen und Eltern die Jugend mehr darüber informieren würden. Wenn die Eltern ihren Kindern zeigten, wieviel Natur in jedem Garten steckt, könnten die Kinder zum richtigen Ergebnis gelangen: der Garten ist Natur und Gartenarbeit ist ein Teil des Naturschutzes.

Weitere Infos unter: bfn.de