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Bio und leicht: Das sind die Trends bei Erden und Substraten

Palaterra Erde

Im Mittelpunkt der neuen IVG Power Places Green auf der spoga+gafa 2018 werden unter anderem die Themen Erden und Substrate stehen. Der Bereich wurde nach dem Vorbild der 2017 auf der Messe erfolgreich eingefĂŒhrten Infoinseln IVG Power Place Akku und Smart Gardening Welt kreiert und soll die explizite Nachfrage der Fachbesucher bedienen. Bereits im Vorfeld der Gartenmesse haben wir mit Dr. Arne HĂŒckstĂ€dt, Referent Gartenbau und Umwelt beim Industrieverband Garten e.V. (IVG), ĂŒber die aktuellen Trends und Entwicklungen in diesem Bereich gesprochen.

Ein Thema, das Hersteller und Verbraucher seit Jahren in gleicher Weise beschĂ€ftigt, ist Torf. Zwar gibt es mittlerweile einige Produkte, die torffrei sind, aber nicht immer kann man auf die pflanzenbaulichen Eigenschaften des Rohstoffs verzichten. „Torf bleibt eine wichtige Komponente bei der Substratproduktion“, sagt HĂŒckstĂ€dt. „Da die Ressource aber endlich ist, wird sie heute so sparsam wie möglich eingesetzt. Die meisten Garten- und Balkonerden, die derzeit im Handel angeboten werden, sind torfreduziert hergestellt und werden stattdessen mit regional verfĂŒgbaren Rohstoffen – wie Kompost, Holzfasern oder Rindenhumus – angereichert. Diese Torfersatzprodukte sind ökologisch besonders vertrĂ€glich und schonen das Klima.“ Auch Kokosfasern und Kokosmark spielen bei der Produktion eine wichtige Rolle, denn sie sind leicht, stabil, zersetzen sich nicht so schnell und verbessern die Luft- und WasserkapazitĂ€t in der Erde. HĂŒckstĂ€dt: „Die Aufbereitung der importierten Kokosprodukte fĂŒr die Substrate erfolgt dabei zumeist in Europa, da die Verarbeitung hier wesentlich umweltfreundlicher und wassersparender möglich ist, als in den HerkunftslĂ€ndern.“

Im Hinblick auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von gĂ€rtnerischen Kultursubstraten und Blumenerden ist die deutsche Industrie weltweit fĂŒhrend. In den vergangenen Jahren hat sie sich enorm weiterentwickelt: Heute ist es möglich, durch die computergestĂŒtzte Zugabe von Ausgangsstoffen – auf das Gramm genau – fĂŒr den Anwender individualisierte Mischungen herzustellen. In den Datenbanken der Unternehmen befinden sich tausende Rezepturen. So lassen sich die vielen unterschiedlichen Spezialerden anbieten, die beim Endverbraucher immer beliebter werden. „Viele Garten- und Balkonbesitzer haben in den letzten Jahren wieder Spaß am Anbau von eigenem Ost und GemĂŒse“, erlĂ€utert HĂŒckstĂ€dt. „Ob Tomaten, KrĂ€uter oder Beerenobst – fĂŒr jede Pflanze gibt es im Handel das passende Substrat. Manch ein StadtgĂ€rtner entdeckt gerade auch das Hochbeet neu. Auf kleiner FlĂ€che verspricht es reichlich Ernte und findet unter bestimmten UmstĂ€nden sogar auf dem Balkon oder der Terrasse einen Platz. Viele Hersteller haben daher mittlerweile spezielle Hochbeeterde im Programm. Einige bieten darĂŒber hinaus BestĂŒckungssubstrate an, mit denen HobbygĂ€rtner, die nicht ĂŒber ausreichend Material verfĂŒgen, die unteren Schichten des Hochbeets auffĂŒllen können.“

 

Foto: Neudorff

NatĂŒrlich möchten die meisten Verbraucher, dass ihr im Garten oder auf dem Balkon selbst angebautes GemĂŒse BioqualitĂ€t hat. Auch auf diesen Trend reagieren die Hersteller und bieten eine immer grĂ¶ĂŸere Auswahl an Erden und Substraten an, die rein organisch, beispielsweise mit Horngries, aufgedĂŒngt werden. „DarĂŒber hinaus findet man mittlerweile auch eine ganze Anzahl von Erden, die als ‚vegan‘ gekennzeichnet sind. Hier wird vollstĂ€ndig auf die Zugabe von tierischen Produkten verzichtet und stattdessen DĂŒnger auf pflanzlicher Basis eingesetzt“, erklĂ€rt HĂŒckstĂ€dt. Bei einigen StadtgĂ€rtnern ist die Anzucht von eigenem BiogemĂŒse direkt im Sack beliebt. DafĂŒr gibt es im Handel spezielle Angebote, die einfach an den gekennzeichneten Stellen aufgeschnitten werden, bevor man die Pflanzen einsetzt.

Schwere SubstratsĂ€cke will natĂŒrlich kein Verbraucher zu seinem Balkon in die vierte Etage schleppen. Selbst wenn man nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rad zum Einkaufen fĂ€hrt, sind 60-Liter-Beutel sehr unpraktisch. „Fast alle Hersteller von Erden und Substraten bieten deshalb heute zumindest einen Teil ihres Programmes in kleinen Verpackungseinheiten von 15 bis maximal 30 Litern an, oder haben Mischungen entwickelt, die die Erde leichter machen. FĂŒr den bequemen Transport werden sie jetzt hĂ€ufig in praktischen Tragebeutel mit integriertem Griff angeboten“, so HĂŒckstĂ€dt. „Denn auch bei Erden und Substraten gilt: Wer Erfolg haben will, muss das produzieren, was beim Verbraucher gut ankommt und sein Angebot, die Rezepturen und auch die VerpackungsgrĂ¶ĂŸen den Lebensgewohnheiten der Kunden anpassen.“

 

Mehr zu den aktuellen Trends bei Erden und Substraten erfahren Besucher der spoga+gafa, die vom 2. bis 4. September 2018 in Köln stattfindet, bei den IVG Power Places Green. DarĂŒber hinaus gibt es hier umfangreiche Informationen zu DĂŒngern, Ersatzstoffen, Pflanzen und Pflanzenschutz. Die Themeninseln werden in der Passage 4/5 im Zentrum der Messe zu finden sein.

 

Weitere Informationen: spogagafa.de

 

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