Come and grow – der Blog der spoga+gafa » News » Der Hofgärtner des Sonnenkönigs und sein Werk

Der Hofgärtner des Sonnenkönigs und sein Werk

Zum 400. Geburtstag André Le Nôtres (1613 – 1700) widmet das Museum für Europäische Gartenkunst dem Hofgärtner des Sonnenkönigs eine Ausstellung. Unter dem Titel „Illusion und Imagination“ kann man vom 15. September bis zum 17. November im Düsseldorfer Schloss Benrath hochkarätiger Druckgraphiken der barocken Gärten bewundern.

Kupferstiche und Radierungen bildeten im 17. Jahrhundert das wichtigste visuelle Medium, um Garten- und Schlossanlagen bekannt zu machen. Die Blätter normierten die bildlichen Vorstellungen von Gärten in ganz Europa. Die Ausstellung präsentiert neben Leihgaben aus der Kunstbibliothek Berlin und dem Kupferstichkabinett Dresden auch Skulpturen sowie Graphiken aus eigenem Bestand; daneben Modelle, historische Messinstrumente, barocke Reiseliteratur sowie wissenschaftliche und gartentheoretische Bücher des 17. und 18. Jahrhunderts.

Le Nôtre stammt aus einer Gärtnerfamilie und wirkte als Generalintendant der königlichen Gärten unter König Ludwig XIV. In dieser Position entwarf und realisierte er die wichtigsten gartenkünstlerischen Anlagen des 17. Jahrhunderts: Versailles, Vaux-Le-Vicomte, Chantilly, Fontaineblau, Meudon und andere. Der Hofgärtner des so genannten Sonnenkönigs legte damit die Standards der Gartenkunst für die folgenden Jahrzehnte fest: Die Barockgärten charakterisierende Einheit von Schloss und Garten sowie Parklandschaft wurde von ihm perfektioniert. Aber auch die Stadtplanung der Moderne orientierte sich am Werk Le Nôtres, der auch die Pariser Avenue des Champs-Élysées entwarf.

Über Jahrhunderte nahezu vergessen oder geringgeschätzt erfährt der französische Hofgärtner nun endlich neue Aufmerksamkeit und wird als Erfinder der schnurgeraden Achsen, Beetornamente und Wasserkaskaden anerkannt. Auch ein neues Buch ist über Le Nôtre erschienen. Stefan Schweizer stellt den bedeutenden Gartenkünstler des Barock in „André Le Nôtre und die Erfindung der französischen Gartenkunst“ vor und führt die Leser in dessen schönste Parks. Zahlreiche Stiche, Fotographien und Gartenpläne helfen dabei, Le Nôtres Werk anschaulich zu machen. Darüber hinaus wagt Schweizer aber auch einen Blick hinter die Kulissen des französischen Hofes und fragt: Wer war dieser Gärtner, mit dem die Mächtigen seiner Zeit einen so vertrauten Umgang pflegten?

Weitere Informationen: schloss-benrath.de und wagenbach.de

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.