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Die Chelsea Flower Show 2012

Chelsea ist unglaublich! Auch beim dritten Mal verliert die Schau nicht an Reiz. Chelsea ist so anders! So arrogant, dass man sich als Journalist schon Monate vorher anmelden und mit seiner beabsichtigen Publizität vor den Gnaden der Royal Horticultural Society bestehen muss. Anfang Mai erfährt man schließlich, ob man darf oder nicht. Das macht es spannend und man kann es tatsächlich kaum erwarten. Morgens um sieben stellt man sich in die Reihe.

Chelsea ist keine Pflichtübung, Chelsea ist Kür. Von der ersten bis zur letzten Minute freut man sich, dass man dabei sein darf. Man steht hinter der Kordel, als guckte man in Neuschwanstein auf das Bett des Königs, aber hier bestaunt man Gärten, wohlgemerkt von außen.

Chelsea ist Stimmung, Hochstimmung, Stolz – auf dem Gelände eines ehemaligen Soldatenkrankenhauses – aber auch draußen in dieser großen Stadt. Juweliere, Blumengeschäfte, Buchläden, Parfümerien, Designtempel, Boutiquen, Kaufhäuser und dies weit über den Stadtteil Chelsea hinaus, feiern den Gartenbau und seine Produkte auf ihre Art und Weise mit üppigen Dekorationen.

Die Tageszeitungen produzieren dicke Sonderbeilagen, im Internet ist man live dabei und 90 Minuten pro Tag ist Chelsea fast eine Woche lang im Fernsehen. Zweimal pro Tag zur Primetime sendet BBC Interviews mit Designern, aber auch mit Gärtnern, Hintergrundberichte zu den verschiedensten gärtnerischen Branchen und singt immer wieder das Loblied auf die eigene – natürlich britische – Produktion, auf die Geduld und die Fachkenntnis seiner spezialisierten Nurseries, die es zu erhalten gilt, das Know-how der Dienstleister, die großen Ideen der Planer und schließlich die lange Liste der Sponsoren, die so eine Show erst möglich machen.

Alle Showgärten sind individuell dokumentiert. Jeder, der es wissen will, erhält am jeweiligen Garten einen Plan mit botanischen Listen, Grundrissen, den verwendeten Materialien, eine Beschreibung der Idee des Designers, der beteiligten Landschaftsgärtner und schließlich der Sponsoren.

Am Ende hat man schwer zu tragen, an dem, was man von hier mit nimmt. Leicht ist man im Kopf, höchst inspiriert, verzaubert von der Perfektion und beschwingt von einem solchen Fest der Gartenkultur, das eine große Gemeinschaftsleistung ist und nur Gewinner kennt.

Weitere Informationen: chelseaflowershow.moonfruit.com

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