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Green Buildings: Grüne Hochhäuser setzen Zeichen

Nanjing Vertical Forest, China (Architektur: Stefano Boeri Architetti) - Copyright: Stefano Boeri Architetti
Nanjing Vertical Forest, China (Architektur: Stefano Boeri Architetti)
– Copyright: Stefano Boeri Architetti

Graue Wohnhäuser in einem Meer aus Beton? Aktuelle Bauprojekte auf der ganzen Welt zeigen, dass es auch anders geht. Mit Pflanzen und ganzen Wäldern bewachsene Hochhäuser sollen mehr Grün in die Städte bringen.

Auf das Wachstum der Städte und die zunehmende Luftverschmutzung reagieren immer mehr Architekten mit grünen Bauprojekten. Um einen Ausgleich für versiegelte Flächen zu schaffen, holen sie die Natur gleich mit ins Gebäude. Zahlreiche aktuelle Neubauten auf der ganzen Welt integrieren Grünflächen in die Architektur. Besonders beliebt sind dabei begrünte Hochhäuser, deren Fassaden mit Pflanzen oder Bäumen ein weithin sichtbares Statement für grüne Stadtplanung setzen.

Tao Zhu Yin Yuan Tower, Taipei/Taiwan (Architektur: Vincent Callebaut Architectures) - Copyright: Vincent Callebaut Architectures
Tao Zhu Yin Yuan Tower, Taipei/Taiwan (Architektur: Vincent Callebaut Architectures) –
Copyright: Vincent Callebaut Architectures

Zu den jüngeren Bauten dieser Art gehören zum Beispiel die Hochhäuser des italienischen Architekten Stefano Boerri. Als „Vertical Forest“ bezeichnet er seine beiden 2014 gebauten Wohntürme in Mailand, deren äußere Bepflanzung je Haus einem ganzen Hektar Wald entspricht. Zu seinen jüngsten Projekten gehört ein bewaldetes Hochhausensemble im chinesischen Nanjiing. Nach seiner für 2018 geplanten Fertigstellung soll der Komplex jedes Jahr 25 Tonnen CO2 aufnehmen und damit einen Beitrag zur Reinigung der verschmutzten Stadtluft leisten.

Noch mehr CO2 soll ein aktuelles Projekt des Pariser Architekturbüros von Vincent Callebaut absorbieren. Für den „Tao Zhu Yin Yuan Tower“, der gerade im taiwanesischen Taipeh gebaut wird, sind nach seiner Fertigstellung 23.000 Bäume und Büsche vorgesehen. Die Idee hinter dem ungewöhnlichen Hochhaus in Form einer Doppelhelix ist es, ein eigenes Ökosystem zu schaffen, das die Flora und Fauna zurück in die Stadt bringt. Zur Begrünung des urbanen Raums soll auch der „M6B2 Tower of Biodiversity“ in Paris beitragen, der von Edouard François geplant und im letzten Jahr bezogen wurde. Die sprießende Fassade des Wohnturms kommt nicht nur den Bewohnern zugute, sondern auch der wenig grünen Umgebung: Über den Wind können sich die Pflanzensamen im Umfeld ausbreiten.

Nanjing Vertical Forest, China (Architektur: Stefano Boeri Architetti) - Copyright: Stefano Boeri Architetti
Nanjing Vertical Forest, China (Architektur: Stefano Boeri Architetti) – Copyright: Stefano Boeri Architetti

Andere aktuelle Green-Building-Projekte gehen noch weiter und wollen zum Beispiel unterschiedliche Landschaften oder einen ganzen Regenwald in einem Hochhaus verwirklichen. Es gibt Ideen für Wohntürme, in denen Lebensmittel wachsen oder ein Stadtgarten zum Joggen oder gemütlichen Spazierengehen einlädt. Der grüne Gestaltungswille scheint hier jedenfalls keine Grenzen zu kennen und man darf gespannt sein, ob und wie sich die Städte dadurch verändern.

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