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GrĂĽne Oasen: Parks der Zukunft

MVRDV: Zhangjiang Future Park, Shanghai © MVRDV

Parks und öffentliche Gartenanlagen haben eine lange Tradition als grüne Lunge der Stadt. Neue Konzepte knüpfen weltweit an diese Bedeutung an. Sie verbinden urbane Grünflächen und Orte für Begegnung mit oftmals spektakulären Entwürfen. Ein Blick auf zukunftsweisende Ideen für die Gestaltung von Parkanlagen.

Als Ruheoasen bieten Parks die Möglichkeit, sich vom urbanen Alltag zu erholen. Menschen entspannen sich hier, unterhalten sich, picknicken, spielen oder treiben Sport. Viele öffentliche Grünanlagen sind heute allerdings in einem bedauernswerten Zustand. Hans Stimmann, Berlins früherer Senatsbaudirektor, hat erst kürzlich den Mangel an Schönheit in zeitgenössischen Parkanlagen beklagt. Doch es geht auch anders. Gerade jüngere Konzepte für öffentliches Grün knüpfen wieder an die traditionelle Funktion von Parks als Orte der Erholung und Begegnung an. Mit Kreativität und Weitsicht versuchen sie die Lebensqualität und nicht selten auch das Image des jeweiligen Umfelds zu verbessern.

Neue Parks schaffen nicht nur Möglichkeiten für Naherholung, sondern auch neue Stadträume. Immer mehr Metropolen setzen daher auf neue urbane Bereiche, die Grün und soziale Funktionen miteinander verbinden. Projekte wie der Zhangjiang Future Park des niederländischen Architekturbüros MVRDV möchten ein soziales Zentrum für ihre Umgebung entwickeln. Das im Pudong-Distrikt von Shanghai angesiedelte Großvorhaben entsteht auf einem Eiland und beinhaltet hochwertige öffentliche Flächen und Freizeitangebote. Dabei sind der Park und die städtischen Plätze auf zwei verschiedenen Ebenen angelegt und werden vielschichtig miteinander verbunden.

Dass sich attraktive Grünflächen ebenso in dicht bebaute Stadträume einfügen lassen, ist spätestens seit Bepflanzung der alten Trasse der High Line in New York bekannt. Die ehemalige Bahnlinie wurde zum neuen grünen Pfad zwischen den Wolkenkratzern mit Gräsern, Sträuchern, Rasenflächen und Fußgängerwegen. Ähnliches Aufsehen wie die begrünte Hochbahn erregen auch die Parkkonzepte von Thomas Heatherwick. Sein Vorhaben, in London eine Garden Bridge mit einer parkartigen Landschaft über die Themse zu bauen, scheiterte letztes Jahr allerdings an den Kosten. Ebenfalls am Wasser geplant ist ein New Yorker Projekt des Landschaftsplaner-Workshops wHY Grounds. Entlang des East River soll eine lineare Trasse die Ränder Manhattans nachzeichnen und neue Parkflächen für Freizeitaktivitäten und Naherholung bieten. Auch wenn die Realisierung solcher Projekte fraglich ist, leisten sie doch einen wertvollen gedanklichen Beitrag für mehr Grün in den Städten.

Zukunftsweisend sind auch Ideen fĂĽr die ganzjährige BegrĂĽnung öffentlicher Stadträume. Im amerikanischen Seattle wurde kĂĽrzlich das neue Headquarter des Onlinehändlers Amazon mit einem Mini-Regenwald eröffnet. Unter futuristischen Glaskuppeln können Mitarbeiter und Passanten durch exotische Pflanzen flanieren. Eine vergleichbare Idee hat das schwedische ArchitekturbĂĽro Utopia mit dem Entwurf fĂĽr den S:t Erik’s indoor Park. Als Lösung fĂĽr die nachhaltige BegrĂĽnung des Stockholmer Stadtzentrums schlagen sie ebenfalls ein Ensemble von Glaskuppeln mit groĂźzĂĽgigen GrĂĽnräumen im Inneren vor.

Eine Vision für die großflächige Anlage einer Vorstadt-Parkanlage soll ab diesem Jahr im chinesischen Qingdao realisiert werden. Bis 2020 entsteht dort ein Ableger des berühmten Eden Projects in Cornwall. Die Anlage wird rund um das Thema Wasser angelegt und beinhaltet neben üppiger Begrünung auch riesige geodätische Kuppeln mit dem größten Indoor-Wasserfall der Welt. Die ursprüngliche Tradition von Parks als Erholungs- und Begegnungsraum wird so in eine neue Dimension überführt.

wHY GROUNDS: East Midtown Waterfront, New York © Render by wHY GROUNDS

 

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