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Im Garten mit: Brigitte Röde (Planungsbüro Garten und Freiraum)

Brigitte Röde – Foto: Hoffmann Leverkusen

Die Landschaftsarchitektin Brigitte Röde hat in Osnabrück Landschaftspflege studiert und anschließend eine Zusatzausbildung im Bereich Werbung und Marketing absolviert. 1987 machte sie sich mit ihrem Planungsbüro Garten und Freiraum im Rheinland selbstständig. Neben der Objektplanung hält Röde auch Vorträge und leitet Seminare zum Thema Gartengestaltung.

Darüber hinaus schreibt sie für Gartenmagazine und hat auch schon einige Gartenbücher veröffentlicht. Beim diesjährigen Wettbewerb „Gärten des Jahres“ des Callwey-Verlages wurde ihr Garten „Trio der Gartenlust“ ausgezeichnet. Bei der Gartengestaltung ist es das erklärte Ziel der Landschaftsarchitektin, Freiräume zu schaffen, in denen Architektur, Innenraum und Grünanlage eine harmonische Einheit bilden.

 

Frau Röde, vielfach sieht man heute, dass moderne Bauten mit sehr strengen, formalen Gärten umgeben sind, in denen es nur wenig Farben gibt. Warum ist das so? Könnte man die Flächen nicht auch mit blühenden Sträuchern und bunten Stauden gestalten? Oder harmoniert das nicht mit der aktuellen Architektur?

Röde: Ich mag es, wenn ein modernes kubisches Gebäude von einem Garten umgeben ist, der auf die geradlinige Architektur eingeht und diese durch weiche Formen in der Bepflanzung mit Gräsern und Großstauden wie Chinaschilf, Sonnenhut oder Wiesenknopf betont. Durch solche dynamischen Pflanzungen sind auch in modernen, klar strukturierten Gärten alle Jahreszeiten erlebbar. Ein Garten ist für mich ein Lebensraum, der zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter seine ihm eigene Ästhetik entwickelt und dabei Platz für die ganze Familie bietet.

 

Wie wird aus der Grünfläche hinter dem Haus ein Garten, in dem man sich richtig wohlfühlt? Oder anders gefragt: Wie findet man zu dem Garten, der zu einem passt?

Röde: Das Wichtigste bei der Planung eines Gartens ist eine umfassende Wunschliste, damit nichts vergessen wird. Um die individuell als schön empfundene Atmosphäre einfangen zu können, kann es hilfreich sein, eine Collage mit Gartenbildern, die einen ansprechen, zu fertigen. Zudem benötigt man einen aussagekräftigen Bestandsplan, damit später alle Details auch in die Örtlichkeit passen. Im Rahmen der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung geht es zunächst um die Aufteilung des Gartens und die räumliche Wirkung. Später werden die passenden Materialien und Pflanzen ausgewählt. Dabei ist es oft am schwersten, sich bei der Auswahl zu beschränken, aber auch im Garten ist weniger mehr!

 

Wie sieht Ihr eigener Garten aus und wie nutzen Sie ihn?

Röde: Unser Garten ist mittlerweile über 30 Jahre alt und wird durch einige alte Pflanzen wie einen Trompetenbaum, eine immergrüne Magnolie und einigen Kiefern geprägt. Er ist grün und üppig mit Stauden bepflanzt, die ich sehr liebe. Da unser Garten auch gleichzeitig meine Versuchsfläche für neue Pflanzenentdeckungen ist, gibt es auch ein jährliches Kommen und Gehen. Unser Garten ist unser wichtigstes Zimmer. Hier leben wir im Sommer, feiern mit Freunden und entspannen in der Sonne, aber vor allem ist er der Lebensraum von vielen Singvögeln, Eichhörnchen, Libellen sowie Kamm- und Bergmolchen, die sich hier ebenfalls sehr wohl fühlen.

 

Weitere Informationen: brigitte-roede.de

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