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Im Garten mit: Dieter Gaißmayer („Alte Staudenschätze“)

Dieter Gaißmayer – Foto: gaissmayer.de

Dieter Gaißmayer ist Staudengärtner mit Leib und Seele. In der Kleinstadt Illertissen in Bayern betreibt er seit 38 Jahren eine Gärtnerei, die bundesweit bekannt ist. 2017 wurde das Unternehmen mit dem Deutschen Innovationspreis Gartenbau in der Kategorie „Pflanze“ ausgezeichnet. Begründet hat die Jury dies mit dem umfangreichen Gesamtsortiment von Stauden, das zum Erhalt einer Vielzahl ausgewählter Arten und Sorten beiträgt.

Staudengarten in Illertissen – Foto: gaissmayer.de

Herr GaiĂźmayer, herzlichen GlĂĽckwunsch zum Innovationspreis 2017. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Gaißmayer: Wir haben uns natürlich sehr über den Preis gefreut. Es ist ja immer schön, wenn die eigene Arbeit gewürdigt wird. Unsere Staudengärtnerei ist aber auch schon etwas Besonderes. Wir führen sie nun seit fast 40 Jahren und gehen immer unseren eigenen Weg. Dabei schauen wir stets, wo wir noch etwas verbessern können. So waren wir beispielsweise bei den Stauden eine der ersten Gärtnereien, die ökologischen Anbau betrieben haben und wir haben auch frühzeitig damit begonnen, unsere Pflanzen im Internet zu vertreiben. Heute verschicken wir etwa 30.000 Pakete im Jahr. Als Schutz- und Füllmaterial verwenden wir dabei seit einiger Zeit duftendes Biosphären-Heu. Das ist umweltfreundlich und kann von den Kunden im Garten kompostiert oder als Streu verwendet werden. Überhaupt ist uns die Kundenbindung sehr wichtig. Das hat auch die Jury des Innovationspreises besonders hervorgehoben und in ihrer Begründung darauf verwiesen, dass wir die Informationen über die biologische Kultivierung und Vermehrung sowie den Einsatz von Stauden aktiv an Hobbygärtner und Fachleute weitergeben. Dafür bieten wir Veranstaltungen, Seminaren oder Vorträgen an.

Staudengarten in Illertissen – Foto: gaissmayer.de

Ihr Wissen geben Sie aber auch in gedruckter Form weiter. Gerade ist Ihr neues Buch „Alte Staudenschätze“ erschienen. Warum sollte sich der Gartenbesitzer mit den alten Sorten und Arten beschäftigen?

Gaißmayer: Das Thema historische Stauden ist mir sehr wichtig und es ist auch ein Schwerpunkt in unserer Gärtnerei. Viele der alten Sorten werden heute vernachlässigt. Die Gründe dafür kann ich nicht nachvollziehen, denn sie haben sich ja bereits seit 100 Jahren oder schon länger bewährt und sind einfach schön. Unter Gartenfreunden stoßen historische Rosen-, Obst- oder Gemüsesorten derzeit auf großes Interesse. Viele der alten Zier- und Nutzpflanzen werden heute wieder öfter kultiviert, vermehrt und dadurch erhalten. Historische Stauden hingegen spielen im Privatgarten bislang kaum eine Rolle. Ich hoffe, dass sich das durch das Buch, das ich zusammen mit dem Gartenjournalisten Frank M. von Berger verfasst habe, ein Stück weit ändert.

Hat ein Gärtner wie Sie eigentlich auch einen privaten Garten?

Gaißmayer: Ja, wir haben auch einen Garten. Der ist aber eher klein. Für meine Frau und mich ist unser sogenanntes Mutterpflanzen- oder Schauquartier – das Herzstück der Gärtnerei – wichtiger. Auf dem weitläufigen Gelände wächst nicht nur unser Vermehrungsmaterial, es hat darüber hinaus auch noch viele weiter Funktionen: Hier können sich unsere Besucher die Stauden unter den natürlichen Wachstumsbedingungen anschauen. Sie sehen, wie sie blühen und wie groß sie werden und können entscheiden, ob ihnen die Pflanzen gefallen und etwas für das eigene Grundstück sind. Im Mutterpflanzenquartier gibt es aber auch Stauden, die wir derzeit nicht im Sortiment haben und vermehren – darunter viele historische Sorten und Arten, die wir nur erhalten. Manche von ihnen rücken sicher irgendwann wieder ins Blickfeld. Dann, wenn sich die Wünsche der Verbraucher ändern oder bestimmte Eigenschaften plötzlich gefragt sind. Heute achten beispielsweise viele Gartenbesitzer darauf, dass Pflanzen insektenfreundlich sind. Dieses Thema hat vor ein paar Jahren für die meisten noch keine Rolle gespielt.

 

Weitere Informationen: gaissmayer.de

 

Alte Staudenschätze – Foto: Ulmer

 

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