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Im Garten mit: Peter Botz (VDG)

Peter Botz - Foto: VDG
Peter Botz – Foto: VDG

Der Verband Deutscher Garten-Center (VDG) vertritt die Interessen der inhabergeführten Gartencenter. Diese sind in ihrer Region führend. Die Größe des Gartencenters ist dabei nicht ausschlaggebend, sondern die Kompetenz. Das Ziel des Dachverbandes ist es, die Mitglieder und ihre Mitarbeiter zu fördern. Peter Botz ist Geschäftsführer des VDG.

Herr Botz, berufsbedingt verfolgen Sie die Entwicklungen der Grünen Branche und sind über Trends und Produktneuheiten informiert. Welche Themenbereiche spielen in Ihrem eigenen Garten eine wichtige Rolle und wie hat sich Ihr Garten in den letzten Jahren verändert?

Botz: Wir haben unseren privaten Garten in den letzten zehn Jahren stark verändert. Unser Garten wird naturnah und rein biologisch bewirtschaftet. Inzwischen hat sich die Natur sehr gut eingespielt so dass Schnecken und anderes Ungeziefer kaum noch auftreten. Unser Kräuter- und Gemüsegarten ist größer geworden, unsere Terrasse und das Gewächshaus sind lebenswerte grüne Räume die einem Topfgarten gleichen. Wir haben das Glück, in der Eifel sehr ländlich zu wohnen, unseren großen Garten im weiteren Umfeld lassen wir sehr naturnah von unseren Ziegen beweiden. Unser direkter Nachbar ist Imker und seine Bienen finden bei uns genügend Nahrung.

Kooperation "Bienen füttern" (v.l.): Werner Ollig (DGG), Peter Maske (Deutscher Imkerbund), Bundesminister Christian Schmidt, Peter Botz (VDG), Wilhelm Ley (Garten-Center Sängerhof) – Foto: BMEL
Kooperation „Bienen füttern“ (v.l.): Werner Ollig (DGG), Peter Maske (Deutscher Imkerbund), Bundesminister Christian Schmidt, Peter Botz (VDG), Wilhelm Ley (Garten-Center Sängerhof) – Foto: BMEL

Naturnahes Gärtnern ist aber auch ein wichtiges Thema für die Mitglieder Ihres Verbandes?

Botz: Ja, schon vor Jahren haben wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Aktion für mehr naturnahe Pflanzungen mit bienenfreundlichen Pflanzen forciert. Heute finden wir in jedem Gartencenter eine gute Auswahl bienenfreundlicher Pflanzen. Unsere VDG Präsidentin Martina Mensing-Meckelburg startete Ende März in Berlin mit Minister Christian Schmidt die zweite Runde der Bienenpflanzen-Aktion mit den Gartencentern. Schmetterlingspflanzen und Vogelnährgehölze sind weitere interessante Themenfelder, die unsere Kunden zunehmend haben möchten. Der Naschgarten hat einen hohen Stellenwert. Kaum ein Garten, in dem nicht Nutzpflanzen zu finden sind. Hier ist viel Wissen verloren gegangen, welches dem Fachhandel neue Chancen bietet. Dabei möchte eine immer größere Kundengruppe chemiefrei gärtnern, hier ist auch die Kompetenz unserer Mitarbeiter gefragt, entsprechende Alternativen aufzuzeigen.

Seit ein paar Jahren müssen sich die inhabergeführten Gartencenter gegen die Online-Konkurrenz und Lebensmitteldiscounter behaupten, die in der Saison ebenfalls eine große Produktpalette für den Garten anbieten. Welche Strategien raten Sie Ihren Mitgliedern?

Botz: Die Lebensmitteldiscounter haben uns etwas Umsatz abgenommen, das hat sich in den letzten fünf Jahren in einer kontinuierlich zurückgehenden Kundenfrequenz gezeigt. Dieser leicht negative Trend hat sich jedoch 2016 deutlich abgeschwächt. Der Onlineverkauf wird im grünen Fachhandel noch stark zunehmen. Dies gilt insbesondere für Verbrauchsartikel, die gerne über diesen bequemen Weg geordert werden. Gleichzeitig bietet das Onlineshopping eine riesige Chance, den Verbraucher auf unsere Gartencenter aufmerksam zu machen. Seine Informationen holt sich unser Kunde heute überwiegend im Netz, dort müssen wir an erster Stelle zu finden sein. Eine große Aufgabe, die der Einzelne kaum bewerkstelligen kann. Aus diesem Grunde hat sich ein großer Teil der Gartencenter schon vor einigen Jahren zusammengeschlossen und den gemeinsamen Onlineshop Olerum gegründet. Eine Erfolgsgeschichte, insbesondere in Bezug auf die Sichtbarkeit im Internet. 1.2 Millionen Nutzer in 2016 zeigen das Interesse an guter Information, das Jahr 2017 zeigt bisher eine Besuchersteigerung von 70 Prozent. Allen Besuchern wird bei jedem Produkt das nahegelegene Gartencenter als Bezugsquelle empfohlen. Von dieser gemeinsamen Plattform profitieren sowohl die Lieferanten als die Gartencenter. Vor den Veränderungen der Zukunft haben wir keine Sorgen, die Kunden können wir im Gartencenter mit unserer Kompetenz, der Haptik und Optik dem gesamten sinnlichen Erlebnis immer wieder begeistern. Die kontinuierlich steigenden Umsatzzahlen der gut aufgestellten Gartencenter dokumentieren diesen Erfolg.

Weitere Informationen: garten-center.de und olerum.de

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