3 Fragen an: Markus Sommerer (MESTO)

In der Entwicklung und Fertigung von tragbaren Sprühgeräten blickt das Familienunternehmen MESTO auf eine mehr als 90 Jahre währende Firmengeschichte zurück.

Produziert werden die Geräte ausschließlich in Freiberg am Neckar. MESTO setzt auf den Produktionsstandort Deutschland. Seit etwa fünf Jahren gibt es außerdem eine Vertriebskooperation mit der Firma Felco.

3 Fragen an: Anne Effelsberg

Die Unternehmensberaterin und Marketingreferentin Anne Effelsberg hat sich auf die „grüne Branche“ spezialisiert. Sie berät vor allem Fachgartencenter und Baumärkte zum Thema Produktpräsentation. Viele der Betriebe begleitet sie über einen längeren Zeitraum: Ihr Angebot reicht von einer ersten Ist-Analyse über das Erstellen eines Konzepts bis zur Veränderung der Flächen und Schulungen der Mitarbeiter. Als zertifizierte Bildungsmanagerin informiert sie außerdem, welche Fördermittel ein Unternehmen unter Umständen in Anspruch nehmen kann.

Frau Effelsberg, gibt es feste Regeln, wie Warenwelten in einem Fachgartencenter inszeniert werden sollten?
Effelsberg: Die wichtigste Regel lautet: Konsequent sein! Wenn sich das Fachgartencenter an Baumärkten mit deren strikter Sortimentsgliederung orientiert, stehen der Preis, die Übersichtlichkeit und eine blockartige Produktpräsentation im Mittelpunkt der Warenwelt. Das ist jetzt gerade modern in vielen Betrieben. Eine andere Strategie kann es aber auch sein, den emotionalen Wert der Pflanzen und der Gärten bei der Produktpräsentation besonders herauszuarbeiten. So können sich Fachgartencenter deutlich von Baumärkten mit der Massen- und Preisorientierung abgrenzen. Man tritt dann eher als Experte für das schönere Wohnen mit Grün auf.

Und was raten Sie Baumärkten?
Effelsberg: Für Baumärkte läge eine gute Chance darin, auch im Gartenbereich kleine Emotionsbilder zu initiieren. Bei ihren Produkten zum Thema Wohnen passiert dies bereits häufig. Da werden in „Schaukästen“ beispielsweise Tapeten und passende Ergänzungsprodukte zu einer Stilgruppe zusammengestellt. Vergleichbares wäre auch im Gartenbereich möglich und für den Kunden hochattraktiv.

Wenn Sie die Gesamtentwicklung der letzten Jahre einschätzen, worauf muss man in der Branche Ihrer Meinung nach noch mehr achten?
Effelsberg: Andere Branchen investieren viel in die Emotionalisierung ihrer Produkte und darin, die Verkaufsatmosphäre den derzeitigen Konsumbedürfnissen anzupassen. Lebendige Pflanzen sind eigentlich von Natur aus ein sehr emotionales Produkt. In Fachgartencentern und Baumärkten gilt es diesen wichtigen Wert deutlich zu erkennen und bei den Präsentationsstrategien richtig zu nutzen.

Weitere Informationen: agentur-grüneswachstum.de

 

3 Fragen an: Jacqueline van der Kloet

Jacqueline van der Kloet ist eine international hoch geschätzte Gartenarchitektin. Zu ihren bekanntesten Projekten gehören die EXPO 2000 in Hannover, der Highline und der Battery Park in New York, die Gartenbauausstellungen Floriade 2002 und 2012, der Millenniumpark in Chicago, der River Park in Shenyang sowie das Regierungsviertel in Kuwait. Darüber hinaus entwirft sie auch europaweit private Gärten und ist eine erfolgreiche Schriftstellerin von Gartenbüchern.

Frau van der Kloet, wie unterscheiden sich private Gärten heute von denen vor zehn Jahren?
van der Kloet: Meiner Meinung nach sind Gärten für die Menschen immer wertvoller und wichtiger geworden. Wir geben heute eine Menge Geld aus, um uns ein privates Paradies zu schaffen. Die Qualität der Pflanzen und Bäume ist den Menschen dabei genauso wichtig, wie anspruchsvolles Gartendesign, die Verwendung von hochwertigen Materialien und Luxus-Möbel.

Glauben Sie, dass das eine Reaktion auf die sich rasant verändernde Welt ist?
van der Kloet: Soweit es meinen Beruf betrifft, merke ich von der gegenwärtigen Krise nicht viel. Vielleicht weil schöne Gärten eine Antwort auf eine Welt sind, die wir nicht mehr verstehen können. Sie können uns ein Gefühl von Freiheit und Frieden geben, das wir in dieser unsicheren Zeit so kaum noch woanders finden.

Sie reisen viel um die Welt, was bedeutet Ihren Ihr eigener Garten?
van der Kloet: Immer, wenn ich von einer Reise nach Hause komme, habe ich das Gefühl, dass mein Tee-Garten mich begrüßt und manchmal auch überraschen will. Er fordert mich dann auf, etwas zu bleiben – entweder um einfach eine Pause zu machen und durchzuatmen oder beim Unkrautjäten körperlich hart zu arbeiten und dabei das Leben, die Sonne, den Regen und die Wunder der Natur um mich herum zu genießen.

Weitere Infos: theetuin.nl

3 Fragen an: John Herbert

John Herbert ist Generalsekretär der European Retail Association (EDRA), der internationalen Organisation, die die Interessen der Bau- und Heimwerkermärkte auf der ganzen Welt vertritt. Mit Kontakt zu fast allen Baumärkten auf der Welt hat EDRA den Finger am Puls der aktuellen Entwicklungen, kennt die Praxis und die neuesten Trends.

John Herbert, wie wichtig ist heute der Gartenmarkt für Baumärkte?
Herbert: Die Baumärkte, die in der EDRA organisiert sind, machen in 50 Ländern einen jährlichen Gesamtumsatz von mehr als 120 Milliarden Euro. Der Gartenmarkt hat dabei einen Anteil von 22 % – einschließlich der Pflanzen. Das ist zweifellos sehr viel.

Warum sollten Ihre Mitglieder nach Köln kommen und die spoga+gafa besuchen?
Herbert: Weil es keinen besseren Ort für den Gartenmarkt gibt. Nirgendwo sonst gibt es eine so riesige Auswahl an Handelsware. Auf der spoga+gafa findet man die preiswertesten, aber auch die besten Produkte. Die Messe ist auch absolut attraktiv für die Industrie.

Was hielten Sie davon, wenn auch Pflanzen ihren Platz auf der spoga+gafa fänden?
Herbert: Da sehr viele Besucher aus ganz Europa auf die spoga+gafa kommen, könnte es auch für Pflanzenproduzenten von Vorteil sein, hier auszustellen. Außerdem würden Pflanzen der Gartenmesse spoga+gafa ein grüneres Gesicht geben.