GemĂĽseanbau auf dem Dach

Die Zahl dicht besiedelter Ballungszentren wächst. Weltweit lebt mehr als die Hälfte aller Menschen in Städten. In Deutschland sind laut Angaben des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung und des Umweltbundesamtes bereits 50 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt. Als Ausgleichsmaßnahme haben sich in vielen Regionen begrünte Dächer durchgesetzt. Nichts liegt näher, als diese auch für den Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern zu nutzen, denn die damit verbundenen Vorteile sind immens, ökologisch wie auch ökonomisch.

Damit Gemüseanbau auf dem Extremstandort Dach funktioniert, müssen die relevanten Parameter beachtet werden. Als dauerhaft funktionssichere Lösung hat beispielsweise die Firma ZinCo den Systemaufbau „Gemüse auf dem Dach“ entwickelt. Herzstück des Aufbaus ist hierbei ein besonderes Dränageelement. Mit rund 20 Zentimeter ZinCo Systemerde eignet sich dieser Aufbau für Pflanzen wie Erdbeeren, Zwiebeln, Zucchini, Kürbis, Salat, Kräutern, Auberginen, Kohl oder Melonen. Etwas mehr Substrattiefe (28 bis 40 Zentimeter) benötigen z.B. Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Tomaten, grüne Bohnen.

Grundsätzlich kann man beim Urban Farming zwischen privater und kommerzieller Nutzung des Gemüseanbaus unterscheiden. Letztere findet auf Dächern entweder frei oder unter Glas statt. International machen es die Metropolen in den USA und Mittelamerika bereits vor. 2012 nahmen beispielsweise Gewächshäuser einer großen Supermarktkette an drei Standorten in USA die Produktion auf und liefern frisches Obst und Gemüse direkt vom Dach auf die Verkaufsfläche.

In Deutschland gibt es vorwiegend Beispiele im Bereich privater Nutzung. Dachgärten in Karlsruhe oder Wendlingen zeigen, dass Gemüseanbau auch auf kleiner Fläche großen Erfolg verspricht. Größere Anbauflächen bieten sich auf dem Dach des Technoseums in Mannheim. Der etwa 600 Quadratmeter große Schrebergarten ist dort Bestandteil einer Dauerausstellung. Ein Beispiel für kommerzielle Nutzung offenbart ein Blick nach Radebeul bei Dresden: auf dem Sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth wächst ein Teil der Weinreben tatsächlich auch auf dem Dach.

Weitere Informationen: zinco.de

New Providence Wharf: Dachgärten mit Blick auf die Themse

Das „New Providence Wharf” in London besticht durch seine kaskadenartigen Dachterrassen, die den Bewohnern grünen Freiraum bieten und gleichzeitig einen hervorragenden Panoramablick auf die Themse. Diese besondere Gestaltung ergibt sich dadurch, dass der ellipsenartig geformte Baukörper von einem Ende zum anderen treppenförmig vom 12. bis zum 19. Stockwerk ansteigt.

Auch in Großbritannien werden Gründächer zunehmend durch die Politik gefördert. Da die ökologischen und ökonomischen Vorteile begrünter Dächer insbesondere in dicht besiedelten Städten erkannt wurden, sollen laut Verwaltungsbehörde beispielsweise im Großraum London alle größeren Projekte Gründächer beinhalten. So plante das renommierte Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill aus London das Wohnbauprojekt „New Providence Wharf” mit Intensivbegrünungen auf sämtlichen Dachflächen, die satte 3000 Quadratmeter zählen.

Der Gründach-Gedanke zieht sich durch das gesamte Areal. Neben dem Wohnbau „New Providence Wharf“ zählen dazu der Ontario Tower mit seinen 29 Stockwerken, das Radisson-Hotel und das Michigan-Gebäude. Das Podium über der Parkgarage ist als Innenhof der Öffentlichkeit frei zugänglich. Eine große ovale Rasenfläche nimmt die Ellipsenform des gesamten Baukörpers noch einmal auf und bildet das ruhige Zentrum, umrandet von einem Gehweg samt durchgängiger Parkbank. Dahinter schließen sich Bäume an bis zu einem breiten Wasserkanal, der unmittelbar an der Gebäudefront verläuft. Die Balkone in den Erdgeschoss-Wohnungen ragen daher wie Bootsanlegestege über dem Wasser. Klare Formen dominieren auch die Gestaltung auf den Dachterrassen, welche auf jeder Etage nahezu denselben Look zeigen. Ringsum laufende Hecken aus immergrünen Sträuchern dienen als Windschutz und umschließen eine Rasenfläche, welche in ihrer Mitte einen kleinen Swimmingpool präsentiert.

Das „New Providence Wharf“ mit seiner kaskadenartigen Form verleiht der Londoner Skyline ein futuristisches Element, das viel Wohnraum und dabei gleichzeitig grüne Freiflächen bietet. Auf dem gesamten Areal ist ein Großbauprojekt entstanden, das aufgrund seiner nutzbaren Gründachflächen für andere Metropolen echten Vorbildcharakter hat.

Weitere Informationen: zinco.de

Pforzheim: Ein öffentlicher Garten auf dem Dach

Gerade im Sommer zieht es die Menschen ins Freie. Sie genießen es, in ihrer Mittagspause eine Weile auf einer Wiese zu liegen, nach dem Einkaufsbummel in einem Biergarten zu entspannen oder nach Feierabend mit einem guten Buch unter einem Baum zu sitzen. Aber besonders in den Stadtzentren, dort, wo der Anteil der versiegelten Bodenfläche zunimmt und die Grünflächen rar und kleiner werden, ist es oft schwierig, ein einladendes Stückchen Natur zu finden. Wer in der Pforzheimer Innenstadt auf der Suche nach einer solchen grünen Oase ist, sollte seinen Blick einmal nach oben richten: Denn auf dem Dach des Einkaufszentrums Schlössle-Galerie gibt es seit einigen Jahren eine Dachlandschaft, die den Vergleich mit einem Stadtpark nicht scheuen muss.

Die Schlössle-Galerie ist ein modernes, architektonisch ansprechendes Shoppingcenter mit zahlreichen Einzelhändlern, Gastronomiebetrieben und Büros. Auf dem Dach des Gebäudes wurde bereits 2005 ein rund 7.000 Quadratmeter großer öffentlicher Garten angelegt, der wie eine grüne Insel – umgeben von einem dicht bebauten Häusermeer – mitten in der Stadt liegt.

Die Herausforderung bei der Realisation dieses Projekts lag in der durchgängig geneigten Dachfläche des Gebäudes. Da eine IntensivbegrĂĽnung mit Bäumen, Pflanzbeeten, Rasenflächen und vielen begehbaren Wegen vorgesehen war, entwickelte die Planungsgruppe eine abrutschsichere Lösung, in der die Fläche in verschiedene Themenbereiche mit unterschiedlichen Aufbauhöhen gegliedert wurde. Die Schichthöhen variieren dabei zwischen 50 und 110 Zentimetern. „Um die statische Belastung trotzdem möglichst niedrig zu halten, kamen bei der Umsetzung der Pläne vor allem leichte Dränage-Schichten – beispielsweise eine Mischung aus frostsicherem Blähton und Blähschiefer – sowie extraleichte Substrat-Sondermischungen als Vegetationsträger zum Einsatz“, erklärt Landschaftsgärtner Stephan Arnold das Vorgehen bei diesem groĂźflächigen Dachgarten.

Seit seiner Eröffnung im Frühjahr 2006 ist der Garten auf dem Pforzheimer Kaufhausdach ein echter Besuchermagnet für Groß und Klein. Auf dem Areal befinden sich zahlreiche Sitzgelegenheiten, eine Cafeteria sowie verschiedene Spielgeräte. Die Rasenflächen sind als Spiel- und Liegewiesen freigegeben. Wer also etwas Erholung und Ruhe vom Rummel der City sucht, ist hier genau richtig.

Muskauer Schlossgärtnerei: Wiedereröffnung nach aufwendiger Instandsetzung

Nach Abschluss der aufwendigen Instandsetzung wird am 22. Juni 2012 die Schlossgärtnerei samt Gewächshauskomplex und Küchengarten im UNESCO-Welterbe Muskauer Park wieder eröffnet. Damit bekommt Pücklers Landschaftskunstwerk ein wesentliches Element des Gesamtensembles der Parkanlage zurück, weil ein funktionierender Gärtnereikomplex mit Orangerie und Küchengarten für den grünen Fürsten Pückler so integral zur Parklandschaft gehörten und ihre Bewirtschaftung und Versorgung sicherten.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Freistaat Sachsen finanzierten die aufwendige Sanierung der Schlossgärtnerei mit ihren Außenanlagen seit 2009 in Höhe von 3,5 Mio. Euro.

Der Muskauer Park verbindet außergewöhnliche Natur und Kunst: weitläufige Wiesen, geschwungene Wege, majestätische Bäume, pittoreske Seen und Flüsse, einzigartige Brücken und Bauten. Auf über 830 Hektar erstreckt sich der Park beiderseits der Neiße. Zu Fuß, per Fahrrad, Kutsche oder Boot lässt sich das Gartenreich erkunden. Was wie natürlich gegeben und gewachsen scheint, ist bis ins Detail geplant – ein Gartenkunstwerk von Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Der Adelige gestaltete seinen Landschaftspark zwischen 1815 und 1845. In seinem Geiste erhalten deutsche und polnische Denkmalpfleger den Park heute. Für die UNESCO Anlass, ihn 2004 in das Welterbe der Menschheit aufzunehmen. Der Muskauer Park begeistert jährlich über 250.000 Besucher.

Weitere Informationen: muskauer-park.de

 

Nicht nur „Go for Gold“, sondern auch „Grow for Gold“ heißt es in London kurz vor den olympischen Spielen

Tausende Briten wollen die olympischen Spiele gemeinsam mit Freunden, Familie und Nachbarn feiern. Dabei heißt das Motto nicht nur „Go for Gold“, sondern auch „Grow for Gold“, denn die Inselbewohner wollen der Welt auch ihr gärtnerisches Können zeigen.

Kurzerhand wurde ein Komitee gegrĂĽndet, das sowohl Menschen mit grĂĽnem Daumen als auch Gartenneulinge mit Expertentipps rund um das Thema „Ein Garten fĂĽr die Spiele“ versorgt. Ziel ist es, den Ehrgeiz der Gärtnernation zu wecken und auch diejenigen, die bisher nicht so interessiert waren, zu motivieren, sich im Gärtnern zu versuchen und ihre Umgebung zu verschönern und zu begrĂĽnen. Wir sind gespannt …