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NatĂĽrliche Wasseroasen im Garten

Seerosen im Gartenteich – Foto: BGL

Schon seit Jahrhunderten ist Wasser fester Bestandteil der Gartenplanung und das sowohl in asiatischen, orientalischen wie auch europäischen Gärten. Das nasse Element fasziniert Menschen, spendet im Sommer Erfrischung und verleiht den Anlagen das gewisse Etwas.

„Das Wasser ist die Seele eines Gartens“, schrieb der deutsche Gartengestalter und Stadtplaner Friedrich Ludwig von Sckell schon 1818 und weiter: „Wenn der Künstler auch nicht vermag, seinen Gärten große Flüsse zu geben, so sollte er doch alles aufbieten, dass seine Anlagen nicht ohne Wasser, das heißt nicht ohne Leben bleiben.“ Mit plätschernden Springbrunnen, beruhigenden Quellsteinen oder mit Wasserbecken, in denen sich der Himmel spiegelt, holen sich viele Gartenbesitzer derzeit das kühle Nass in ihr Reich. Aber auch die Zahl der Menschen, die sich einen Gartenteich wünschen, nimmt zu. Vielen geht es dabei nicht nur um die optische Wirkung einer solchen Wasseroase, sie wollen vielmehr hinter ihrem Haus ein kleines Biotop schaffen, in dem sich nach und nach Frösche, Libellen und andere Kleintiere ansiedeln.

Frösche im Gartenteich – Foto: FLH

Eine große Rolle bei der Planung der Wasserlandschaft spielen natürlich die Pflanzen. Sie reinigen das Wasser, versorgen es mit Sauerstoff, schattieren bestimmte Uferbereiche und bieten einer Vielzahl von Lebewesen Rückzugs- und Brutmöglichkeiten. Für jeden Teil des Wassergartens gibt es die passenden Pflanzengruppen: Am Uferrand gedeihen beispielsweise Ziergräser, im Sumpfbereich kleine Rohrkolben und in Flachwasserzonen Froschkraut. Die Tiefwasserzone gehört den imposantesten Teichgewächsen: den Seerosen. Besonders eindrucksvoll sind Gewässer, wenn die Bepflanzung gut durchdacht und mit dem übrigen Gartenstil abgestimmt wurde.

Wird Fischbesatz gewünscht, muss der Teich von Anfang an entsprechend geplant werden. „Da die Tiere genügend Bewegungsfreiheit benötigen, ist die Größe entscheidend. Diese hängt von der gewünschten Fischpopulation ab, doch 2.000 Liter Wasser und eine Tiefe von einem Meter sollten mindestens gegeben sein“, sagt Ulli Gerlach von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH). „In sogenannten Biotop- oder Naturteichen ist der Besatz nicht besonders hoch und die Fische ernähren sich ganzjährig ausschließlich von Insekten und Kleintieren, die sie finden.

Das ökologische Gleichgewicht bleibt ohne Zutun des Menschen intakt: Eine zusätzliche Fütterung ist überflüssig und auch die Filterung des Wassers nicht nötig.“ Den Schwerpunkt legt man bei diesen Teichen zumeist auf heimische Fischarten. Zwar sind sie mit ihren Tarnfarben im Wasser schwerer auszumachen als Goldfische oder Kois, dafür passen sie problemlos in das vorhandene Ökosystem. Wünschen sich Gartenbesitzer eine Vielzahl an Fischen, reichen die natürlichen Nahrungsquellen alleine nicht aus und es muss zusätzlich gefüttert werden. Dann ist auch der Einbau von Pump- und Filtersystemen zur Reinigung des Wassers unerlässlich.

Schwimmteiche bieten ausreichend Raum für Bewegung im Wasser. – Foto: BGL

Für Gartenbesitzer, die ab und zu selbst ein paar Runden im Wasser drehen möchten, ist ein Schwimmteich ideal. Dieser sollte allerdings eine Mindestgröße von 70 Quadratmetern haben, empfehlen Landschaftsgärtner. Anders als normale Gartenteiche bestehen Schwimmteiche aus zwei Bereichen: Ein Abschnitt bietet den Menschen ausreichend Raum für die Bewegung im Wasser, ein anderer sorgt mit Sumpf- und Wasserpflanzen für die Reinhaltung ganz ohne Chemie. Die Gewächse binden beispielsweise die eingebrachten Nährstoffe und vermeiden so das unerwünschte Wachstum von Algen. Damit das komplexe Ökosystem dauerhaft im Gleichgewicht bleibt und Freude bereitet, sind neben den planerischen und technischen Kenntnissen bei der Anlage auch gärtnerisches Wissen gefragt.

 

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