Holzschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel: EU-Parlament für strengere Kontrollen

Biozid-Produkte wie Rattengift, Holzschutz- und Desinfektionsmittel sollen strengeren Sicherheitskontrollen unterzogen werden. Dies geht aus einer Mitte Januar 2012 angenommenen, überarbeiteten Verordnung des EU-Parlaments hervor.

Ziel ist es die öffentliche Gesundheit und Umwelt besser zu schützen und gleichzeitig die Marktzulassungsverfahren zu straffen. Die Verordnung muss vom Europäischen Rat nur noch formal abgesegnet werden, um in Kraft zu treten, zumal sich Parlament und Rat bereits im Vorfeld auf den Text geeinigt hatten.

Mit der Novellierung wird ein Schlupfloch geschlossen, so dass behandelte Waren wie z.B. mit einem Fungizid belastete Möbel oder Arbeitsflächen mit antibakterieller Beschichtung unter die neuen Regeln fallen. Sie müssen zudem gekennzeichnet werden.

Möbel

Die problematischsten Stoffe (solche, die krebserregend sind, Gene oder Hormone beeinflussen oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen) sollten grundsätzlich verboten werden. Mitgliedstaaten sollten Ausnahmen nur in absolut notwendigen Fällen machen. Zulassungen sowie deren Verlängerungen sollen zeitlich begrenzt werden, während sicherere Alternativen entwickelt werden.

Nano

Angesichts der möglichen Risiken der Nanotechnologie konnten die EU-Abgeordneten getrennte Sicherheitskontrollen und die Kennzeichnung von Produkten, die Nanomaterial enthalten, durchsetzen.

Öffnung des EU-Markts für Biozid-Produkte

Durch das neue Gesetz wird dieses Binnenmarktsegment stärker vereinheitlicht. Auch werden Fristen, um die Anträge von Zulassungen zu bewerten, festgesetzt. Die Anerkennung von Zulassungen zwischen den Mitgliedstaaten wird verbessert. Ab 2013 können EU-Zulassungen beantragt werden und ab 2020 wird die Unionszulassung auch für die meisten Biozid-Produkte möglich sein.

Quelle: europarl.europa.eu

IVG: Durchwachsenes Jahr 2011 – Zuversicht für 2012

Das Gartenjahr 2011 verlief unregelmäßig. Es startete überaus positiv, denn die mehr als zehn Wochen Sonnenschein bereits ab dem zeitigen Frühjahr sorgten für eine hohe Kundenfrequenz und Umsätze, die zunächst signifikant über dem Vorjahr lagen, so der Industrieverband Garten e.V. (IVG).

Doch das nasse und kühle Wetter, das ab der Jahresmitte herrschte, dämpfte die Kauflust der Verbraucher und sorgte so für Umsatzeinbrüche. Daran konnte auch das milde Herbstwetter nichts mehr ändern. Insgesamt konnte daher 2011 nur ein leichtes Plus realisiert werden. Das gilt nicht für das Grillsegment. Seine Absatzzahlen entwickelten sich weiterhin sehr positiv. Auffällig in der Produktgruppe Gartendekoration, -möbel und Grillen: Zwar starteten alle Vertriebswege gut in die Saison. Aber höherwertige und beratungsintensivere Produkte wurden von Konsumenten oft zu Beginn der Saison und eher im Fachhandel gekauft, während vom guten Spätsommer dagegen vor allem das DIY-Segment profitierte.

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Auch im Bereich der Garten- und Rasenpflegegeräte startete die Saison wegen der günstigen Witterung früh. Darauf folgte aber Trockenheit und dadurch eine deutliche Kaufzurückhaltung im Mai und Juni. Erst durch die ersten Niederschläge zog der Umsatz an. Die gute Nachsaison begünstigte zwar die Kauflust – trotzdem schmolz der Umsatzvorsprung des Frühjahrs bis Ende Oktober mit 1,9 Prozent ins Minus im Vergleich zu 2010. Der Markt für motorisierte Gartengeräte (Rasenmäher und Traktoren) sank in den ersten acht Monaten 2011 um rund sechs Prozent in Stück und drei Prozent im Wert (Angaben laut GfK), wobei allerdings Markenhersteller auf eine recht gute Saison zurückblicken können.

Der aktuellen Saison 2012 blickt der IVG optimistisch entgegen. „Bedingt durch die positive Grundeinstellung der Verbraucher allgemein und besonders zum Trend Garten gehen wir von einem positiven Frühjahr 2012 aus“, so IVG-Geschäftsführer Johannes Welsch. Allerdings bleibt die Situation bei den Rohstoffen schwierig, da ihre Preisvolatilität nicht immer kalkulierbar ist. Zudem macht sich knapper Frachtraum bemerkbar. Darüber hinaus muss sich die Branche auf die aktuell stattfindende Strukturveränderung im Handel einstellen. Fachhandel und Motoristen wachsen gegen den Trend. Gleichzeitig reduzieren Gartencenter nach Angaben des IVG ihren Anteil an Gartenhartware und Motorgeräten, während der Onlinehandel – auf niedrigem Niveau – an Bedeutung gewinnt.

Vertikaler Garten: Urwaldatmosphäre mitten in Berlin

Der berühmte französische Gartenkünstler Patrick Blanc enthüllte am 17. Januar 2012 im Kulturkaufhaus Dussmann in der Berliner Friedrichstraße seine einzigartige „Mur Végétal“.

Blancs vertikale Gärten sind faszinierende Fassaden-Kompositionen aus zahllosen Pflanzen. Ganz ohne Erde, mit einem ausgefeilten Bewässerungssystem, lässt er sie innen wie außen die Wände hochgehen und schafft so einzigartige, lebendige Kunstwerke.

Seine Wurzeln hat Blanc in Paris. Hier arbeitet der 58-Jährige als Botaniker am „Centre National de la Recherche Scientifique“. Seine vertikale Garten-Idee wurde 1986 erstmals gefeiert. Seitdem haben auf der ganzen Welt bedeutende Designer und Architekten wie Herzog & de Meuron, Jean Nouvel und Andrée Putman den Franzosen mit spektakulären Wandbegrünungen beauftragt.

Der vertikale Garten im Dussmann-Haus in Zahlen:

  • 18 m hoch
  • 15 m breit
  • 270 m² Gesamtfläche
  • 16.200 l fassendes Wasserbecken
  • 6.672 tropische Pflanzen
  • 157 verschiedene Pflanzenarten –u.a. Rachenrebe, Clivie, Begonie, Philodendron

Mehr Infos unter:
verticalgardenpatrickblanc.com
kulturkaufhaus.de

 

3 Fragen an: John Herbert

John Herbert ist Generalsekretär der European Retail Association (EDRA), der internationalen Organisation, die die Interessen der Bau- und Heimwerkermärkte auf der ganzen Welt vertritt. Mit Kontakt zu fast allen Baumärkten auf der Welt hat EDRA den Finger am Puls der aktuellen Entwicklungen, kennt die Praxis und die neuesten Trends.

John Herbert, wie wichtig ist heute der Gartenmarkt für Baumärkte?
Herbert: Die Baumärkte, die in der EDRA organisiert sind, machen in 50 Ländern einen jährlichen Gesamtumsatz von mehr als 120 Milliarden Euro. Der Gartenmarkt hat dabei einen Anteil von 22 % – einschließlich der Pflanzen. Das ist zweifellos sehr viel.

Warum sollten Ihre Mitglieder nach Köln kommen und die spoga+gafa besuchen?
Herbert: Weil es keinen besseren Ort für den Gartenmarkt gibt. Nirgendwo sonst gibt es eine so riesige Auswahl an Handelsware. Auf der spoga+gafa findet man die preiswertesten, aber auch die besten Produkte. Die Messe ist auch absolut attraktiv für die Industrie.

Was hielten Sie davon, wenn auch Pflanzen ihren Platz auf der spoga+gafa fänden?
Herbert: Da sehr viele Besucher aus ganz Europa auf die spoga+gafa kommen, könnte es auch für Pflanzenproduzenten von Vorteil sein, hier auszustellen. Außerdem würden Pflanzen der Gartenmesse spoga+gafa ein grüneres Gesicht geben.

Vertikale Gartenstädte
– die Zukunft des Bauens?

In der asiatischen Metropole Singapur erobert sich der Urwald scheinbar die Hochhäuser zurück, seit Richard Hassell und Mun Summ Wong dort bauen. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt jetzt die verwegenen Gebäudeprojekte der beiden Architekten.

Hassell und Wong, Geschäftsführer des Architekturbüros WOHA erlangten bereits Ende der 1990-er Jahre erste internationale Aufmerksamkeit mit ihren tropisch-offenen Einfamilienhäusern. Heute haben sich die beiden Visionäre dem Bauen von Hochhäusern verschrieben und planen ganz neue Großstadtstrukturen. Den üblichen Hochhäusern mit hermetisch versiegelten Fassaden und Klimaanlagen setzen WOHA ein eigenwilliges Konzept entgegen: die „porösen Türme“, perforierte Bauten, die über und über mit Pflanzen und Gärten ausgestattet sind. Damit machen die Architekten Klimaanlagen fast überflüssig, da der natürlicher Luftstrom und die großflächige Bepflanzung eine Kühlung der Räumlichkeiten ermöglichen. Für ihr zukunftsweisendes Wohnhochhaus „The Met“ in Bangkok hat WOHA 2010 den Internationalen Hochhaus Preis erhalten.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt sind noch bis zum 29. April 2012 die Arbeiten von WOHA zu sehen. 19 Projekte werden auf etwa 500 Quadratmetern mit großformatigen Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen präsentiert – von Einfamilienhäusern über Schul- und Gemeinschaftsbauten und Hochhaustürme bis hin zu Hotels und Resorts.

Weitere Infos unter:
dam-online.de
woha-architects.com