Vertikale Gartenstädte
– die Zukunft des Bauens?

In der asiatischen Metropole Singapur erobert sich der Urwald scheinbar die Hochhäuser zurück, seit Richard Hassell und Mun Summ Wong dort bauen. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt jetzt die verwegenen Gebäudeprojekte der beiden Architekten.

Hassell und Wong, Geschäftsführer des Architekturbüros WOHA erlangten bereits Ende der 1990-er Jahre erste internationale Aufmerksamkeit mit ihren tropisch-offenen Einfamilienhäusern. Heute haben sich die beiden Visionäre dem Bauen von Hochhäusern verschrieben und planen ganz neue Großstadtstrukturen. Den üblichen Hochhäusern mit hermetisch versiegelten Fassaden und Klimaanlagen setzen WOHA ein eigenwilliges Konzept entgegen: die „porösen Türme“, perforierte Bauten, die über und über mit Pflanzen und Gärten ausgestattet sind. Damit machen die Architekten Klimaanlagen fast überflüssig, da der natürlicher Luftstrom und die großflächige Bepflanzung eine Kühlung der Räumlichkeiten ermöglichen. Für ihr zukunftsweisendes Wohnhochhaus „The Met“ in Bangkok hat WOHA 2010 den Internationalen Hochhaus Preis erhalten.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt sind noch bis zum 29. April 2012 die Arbeiten von WOHA zu sehen. 19 Projekte werden auf etwa 500 Quadratmetern mit großformatigen Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen präsentiert – von Einfamilienhäusern über Schul- und Gemeinschaftsbauten und Hochhaustürme bis hin zu Hotels und Resorts.

Weitere Infos unter:
dam-online.de
woha-architects.com

Metin Ergül verlässt die Koelnmesse

Metin Ergül, Geschäftsbereichsleiter im Messemanagement der Koelnmesse, wird das Unternehmen Ende März 2012 verlassen, um eine neue Stelle als Geschäftsführer eines Unternehmens im Gesundheitsmarkt anzutreten.

Ergül ist seit 2006 bei der Koelnmesse tätig. In den vergangenen Jahren hat er insbesondere die Veranstaltungen der Haus-, Garten- und Freizeitbranche betreut und erfolgreich weiterentwickelt – beispielsweise die spoga+gafa, die spoga horse, die Köln Marathon Expo, die Internationale Eisenwarenmesse, die Asia-Pacific Sourcing oder die im Ausland stattfindende China International Hardware Show. Bis ein Nachfolger für Ergül gefunden ist, übernimmt Koelnmesse-Geschäftsführerin Katharina C. Hamma seinen Verantwortungs-Bereich.

Moderne Zeiten im Gartencenter

Angesichts der Tatsache, dass einige Betriebe der grünen Branche in der Vergangenheit nicht gerade überschwänglich offen für neue Kommunikationstechnologien waren, galt die Branche lange als etwas verstaubt und technikfeindlich. Doch damit ist jetzt Schluss.

Kundenservice und -bindung ist auch für die grüne Branche ein wichtiges Thema. Das klappt aber nur, wenn man die Kunden dort abholt, wo es für sie am bequemsten ist. Aktuell ist das auf dem Smartphone. Jeder Achte in Deutschland besitzt bereits so ein Multifunktionshandy, Tendenz steigend. Im nächsten Jahr, so sagen Experten voraus, wird schon jeder Zweite ein Smartphone haben. Mit der Nutzung der klugen Mobiltelefone wächst auch der Einsatz der sogenannten QR-Codes (QR = Quick Response, also schnelle Antwort). Da Schnelligkeit in unserer Informationsgesellschaft eine wichtige Eigenschaft der Kommunikation ist, kann sich auch die grüne Branche dem Reiz dieses Informationsmittels nicht länger entziehen.

Ein Pionier in dieser Sache ist das Oldenburger Unternehmen Green Solutions. Anfang 2011 als Zwei-Mann-Betrieb gestartet, sind die beiden Gründer Alexander Kelm und Günther Diekmann nun schon Arbeitgeber für 35 Mitarbeiter. Auf ihrer Website pflanzeninfos.net stehen schon 20.000 Pflanzenportraits mit über 75.000 Sorten und 70.000 Fotos – alle mittels QR-Code abrufbar. Und das geht ganz einfach: Mit dem Smartphone den QR-Code auf dem Etikett an der Pflanze im Gertencenter einlesen – und schon erscheinen die Informationen zu der betreffenden Pflanze im Display. Neben Standortansprüchen, Pflegetipps und einer Auswahl an geeigneten Begleitpflanzen erhält der User auch noch redaktionelle Artikel aus Gartenzeitschriften und Fotos sowie weitere Ideen und Anregungen. Gärtner, die nun der guten alten Zeit der persönlichen Kundenberatung nachtrauern, sollten aber nicht zu früh verzagen. Wenn 50 Prozent aller Deutschen 2013 ein webfähiges Mobiltelefon besitzen, bleiben immer noch genug Kunden für die persönliche Beratung übrig. Und für die hat der Gärtner dann umso mehr Zeit.

Weitere Infos unter: pflanzeninfos.net

Gärtnern ist der neue Luxus

Jede Freizeitbeschäftigung hat ihre Zeit. Aktuell liegt das Gärtnern stark im Trend, sagt Zukunftsforscher Matthias Horx vom Zukunftsinstitut in Kelkheim. Das heutige Gärtnern unterscheidet sich allerdings wesentlich von Gartenarbeit in der Vergangenheit. Heute ist es eine Form von Luxus.

Im Freizeitmarkt gab es schon immer Tätigkeiten, die einem aktuellen Trend entsprachen. Basteln, Kochen oder auch bestimmte Sportarten, wie z. B. das Joggen oder Aerobic, hatten ihre Zeit in der jeder, der dazu gehören wollte, mitmachte. Aktuell ist das Gärtnern die angesagte Freizeitbeschäftigung. Was lange Zeit als spießig galt, ist heute absolut trendy. Das Interesse an Umwelt und Natur ist in den letzten 30 Jahren stark gewachsen und führt dazu, dass die Menschen heute selber “etwas wachsen lassen“ wollen. Darüber hinaus, so Horx, befriedigt das Gärtnern ästhetische Bedürfnisse. Der Kreativität des Hobby-Gärtners sind keine Grenzen gesetzt und so spiegelt der moderne Garten auch immer ein Stück Persönlichkeit seines Besitzers wider. Die Zulieferindustrie, vom Gartenstuhl über den Rasenmäher bis zu den Pflanzen, hat sich auf die hohen Designansprüche der modernen Hobby-Gärtner eingestellt und liefert alles, was das Gärtnerherz begehrt. Ob nun Home Gardening, das den Garten und die Natur stark ins häusliche Leben einbezieht, oder Urban Gardening, das ein Naturerlebnis auf dem kleinsten Balkon zaubert, alles ist möglich, denn für jede Idee gibt es die passenden Geräte, Accessoires und Pflanzen. Dieser hohe Grad an Individualität macht den Garten nicht nur zu einem unverwechselbaren Stück Natur, sondern auch zu einem ganz persönlichen Stück Luxus. Der neue Kult um den Garten und das Gärtnern soll nach Überzeugung des Zukunftsinstituts noch lange anhalten.