3 Fragen an: John Herbert

John Herbert ist Generalsekretär der European Retail Association (EDRA), der internationalen Organisation, die die Interessen der Bau- und Heimwerkermärkte auf der ganzen Welt vertritt. Mit Kontakt zu fast allen Baumärkten auf der Welt hat EDRA den Finger am Puls der aktuellen Entwicklungen, kennt die Praxis und die neuesten Trends.

John Herbert, wie wichtig ist heute der Gartenmarkt für Baumärkte?
Herbert: Die Baumärkte, die in der EDRA organisiert sind, machen in 50 Ländern einen jährlichen Gesamtumsatz von mehr als 120 Milliarden Euro. Der Gartenmarkt hat dabei einen Anteil von 22 % – einschlieĂźlich der Pflanzen. Das ist zweifellos sehr viel.

Warum sollten Ihre Mitglieder nach Köln kommen und die spoga+gafa besuchen?
Herbert: Weil es keinen besseren Ort fĂĽr den Gartenmarkt gibt. Nirgendwo sonst gibt es eine so riesige Auswahl an Handelsware. Auf der spoga+gafa findet man die preiswertesten, aber auch die besten Produkte. Die Messe ist auch absolut attraktiv fĂĽr die Industrie.

Was hielten Sie davon, wenn auch Pflanzen ihren Platz auf der spoga+gafa fänden?
Herbert: Da sehr viele Besucher aus ganz Europa auf die spoga+gafa kommen, könnte es auch für Pflanzenproduzenten von Vorteil sein, hier auszustellen. Außerdem würden Pflanzen der Gartenmesse spoga+gafa ein grüneres Gesicht geben.

Vertikale Gartenstädte
– die Zukunft des Bauens?

In der asiatischen Metropole Singapur erobert sich der Urwald scheinbar die Hochhäuser zurück, seit Richard Hassell und Mun Summ Wong dort bauen. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt jetzt die verwegenen Gebäudeprojekte der beiden Architekten.

Hassell und Wong, GeschäftsfĂĽhrer des ArchitekturbĂĽros WOHA erlangten bereits Ende der 1990-er Jahre erste internationale Aufmerksamkeit mit ihren tropisch-offenen Einfamilienhäusern. Heute haben sich die beiden Visionäre dem Bauen von Hochhäusern verschrieben und planen ganz neue GroĂźstadtstrukturen. Den ĂĽblichen Hochhäusern mit hermetisch versiegelten Fassaden und Klimaanlagen setzen WOHA ein eigenwilliges Konzept entgegen: die „porösen TĂĽrme“, perforierte Bauten, die ĂĽber und ĂĽber mit Pflanzen und Gärten ausgestattet sind. Damit machen die Architekten Klimaanlagen fast ĂĽberflĂĽssig, da der natĂĽrlicher Luftstrom und die groĂźflächige Bepflanzung eine KĂĽhlung der Räumlichkeiten ermöglichen. FĂĽr ihr zukunftsweisendes Wohnhochhaus „The Met“ in Bangkok hat WOHA 2010 den Internationalen Hochhaus Preis erhalten.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt sind noch bis zum 29. April 2012 die Arbeiten von WOHA zu sehen. 19 Projekte werden auf etwa 500 Quadratmetern mit großformatigen Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen präsentiert – von Einfamilienhäusern über Schul- und Gemeinschaftsbauten und Hochhaustürme bis hin zu Hotels und Resorts.

Weitere Infos unter:
dam-online.de
woha-architects.com

Metin Ergül verlässt die Koelnmesse

Metin Ergül, Geschäftsbereichsleiter im Messemanagement der Koelnmesse, wird das Unternehmen Ende März 2012 verlassen, um eine neue Stelle als Geschäftsführer eines Unternehmens im Gesundheitsmarkt anzutreten.

Ergül ist seit 2006 bei der Koelnmesse tätig. In den vergangenen Jahren hat er insbesondere die Veranstaltungen der Haus-, Garten- und Freizeitbranche betreut und erfolgreich weiterentwickelt – beispielsweise die spoga+gafa, die spoga horse, die Köln Marathon Expo, die Internationale Eisenwarenmesse, die Asia-Pacific Sourcing oder die im Ausland stattfindende China International Hardware Show. Bis ein Nachfolger für Ergül gefunden ist, übernimmt Koelnmesse-Geschäftsführerin Katharina C. Hamma seinen Verantwortungs-Bereich.

Moderne Zeiten im Gartencenter

Angesichts der Tatsache, dass einige Betriebe der grünen Branche in der Vergangenheit nicht gerade überschwänglich offen für neue Kommunikationstechnologien waren, galt die Branche lange als etwas verstaubt und technikfeindlich. Doch damit ist jetzt Schluss.

Kundenservice und -bindung ist auch für die grüne Branche ein wichtiges Thema. Das klappt aber nur, wenn man die Kunden dort abholt, wo es für sie am bequemsten ist. Aktuell ist das auf dem Smartphone. Jeder Achte in Deutschland besitzt bereits so ein Multifunktionshandy, Tendenz steigend. Im nächsten Jahr, so sagen Experten voraus, wird schon jeder Zweite ein Smartphone haben. Mit der Nutzung der klugen Mobiltelefone wächst auch der Einsatz der sogenannten QR-Codes (QR = Quick Response, also schnelle Antwort). Da Schnelligkeit in unserer Informationsgesellschaft eine wichtige Eigenschaft der Kommunikation ist, kann sich auch die grüne Branche dem Reiz dieses Informationsmittels nicht länger entziehen.

Ein Pionier in dieser Sache ist das Oldenburger Unternehmen Green Solutions. Anfang 2011 als Zwei-Mann-Betrieb gestartet, sind die beiden Gründer Alexander Kelm und Günther Diekmann nun schon Arbeitgeber für 35 Mitarbeiter. Auf ihrer Website pflanzeninfos.net stehen schon 20.000 Pflanzenportraits mit über 75.000 Sorten und 70.000 Fotos – alle mittels QR-Code abrufbar. Und das geht ganz einfach: Mit dem Smartphone den QR-Code auf dem Etikett an der Pflanze im Gertencenter einlesen – und schon erscheinen die Informationen zu der betreffenden Pflanze im Display. Neben Standortansprüchen, Pflegetipps und einer Auswahl an geeigneten Begleitpflanzen erhält der User auch noch redaktionelle Artikel aus Gartenzeitschriften und Fotos sowie weitere Ideen und Anregungen. Gärtner, die nun der guten alten Zeit der persönlichen Kundenberatung nachtrauern, sollten aber nicht zu früh verzagen. Wenn 50 Prozent aller Deutschen 2013 ein webfähiges Mobiltelefon besitzen, bleiben immer noch genug Kunden für die persönliche Beratung übrig. Und für die hat der Gärtner dann umso mehr Zeit.

Weitere Infos unter: pflanzeninfos.net