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PflanzenprÀsentation: Beim Start in die Gartensaison schon das ganze Jahr planen

blumen & ambiente - Foto: Susanne Bethge
blumen & ambiente – Foto: Susanne Bethge

FrĂŒhling – das bedeutet Aufbruchsstimmung und Neuanfang. Das gilt auch fĂŒr die ProduktprĂ€sentation in Gartencentern und EinzelhandelsgĂ€rtnereien. Jetzt vor Ostern setzen die meisten wieder voll auf Farbe und wollen der Kundschaft damit Lust auf die bevorstehende Gartensaison machen.

„Insgesamt geht der Trend in diesem Jahr allerdings etwas weg von knallig bunten Warenbildern zu Varianten um eine Grundfarbe oder einer Kombination aufgehellter, pudriger Farbtöne“, sagt Anne Effelsberg, Marketingreferentin und Unternehmensberaterin. Seit 30 Jahren gibt sie Seminare fĂŒr Firmen der ‚GrĂŒnen Branche‘, berĂ€t, hĂ€lt VortrĂ€ge, schreibt BĂŒcher und Fachartikel.

Eine große Herausforderung fĂŒr Gartencenter und EinzelhandelsgĂ€rtnereien ist es, dass Pflanzen und Blumen derzeit immer hĂ€ufiger auch branchenfremd – beispielsweise im Supermarkt oder im Möbelhaus – angeboten werden. Sich auf PreiskĂ€mpfe mit solchen Anbietern einzulassen, davon rĂ€t Effelsberg ab, dies sei immer mit Verlust verbunden. Gartencenter und GĂ€rtnereien sollten sich eher durch QualitĂ€t, Kompetenz und ansprechende PrĂ€sentationen abgrenzen. Viele reagieren auf die Entwicklung bereits mit besonderen Aktionswochen und -veranstaltungen. „Wichtig ist dabei, dass der Kunde bei solchen Events aber nicht nur ein mengenmĂ€ĂŸig erweitertes Angebot vorfindet“, erlĂ€utert die Fachfrau. „Wer aufgrund einer angekĂŒndigten Rosenschau ein Gartencenter besucht und dann nur eine große Auswahl vorfindet, ist wahrscheinlich enttĂ€uscht. Da sollte man sich mehr MĂŒhe geben. Etwas mehr Ideenreichtum und Energie fĂŒr Saisonprodukte kann helfen, den Verbraucher nicht an Branchenfremde zu verlieren.“

blumen & ambiente - Foto: Susanne Bethge
blumen & ambiente – Foto: Susanne Bethge

Die PrĂ€sentation ist das A und O des Verkaufs. Der Kunde möchte inspiriert, informiert und zum Kauf verfĂŒhrt werden. So etwas muss natĂŒrlich im Voraus geplant werden. „Ich rate Gartencenter und GĂ€rtnereien immer, sich möglichst frĂŒhzeitig einen PrĂ€sentationsplan fĂŒrs ganze Jahr zu erstellen. Ein vernĂŒnftiges, durchdachtes Konzept spart viel Zeit in der Umsetzung“, so Effelsberg. Dabei seien die vier großen, jahreszeitlichen Schwerpunkte – FrĂŒhling, Sommer, Herbst, Advent/Weihnachten – natĂŒrlich vorgegeben. Leider reiche das fĂŒr einen PrĂ€sentationsplan aber noch nicht aus. PrĂ€sentationen sollten sich ca. alle sechs Wochen Ă€ndern – durch andere Farben, andere Ware. DafĂŒr mĂŒsse aber nicht die jahreszeitlichen Gesamtbilder verĂ€ndert werden. Es ginge vielmehr darum, Produkte auf besondere und eigene Art in Szene zu setzen. Die Änderung von WarentrĂ€gern und WegefĂŒhrungen sei dabei nicht unbedingt zielfĂŒhrend.

Die Neugier soll durch die Ware entstehen, durch interessante und besondere Warenkombinationen, durch Themen und somit Stimmungen, die durch die PflanzenprĂ€sentationen transportiert werden. VerĂ€nderte Warenbilder wecken Aufmerksamkeit und Interesse, erhöhen die Verweildauer der Kunden und damit die Kaufbereitschaft. Sie machen dem Verbraucher Lust, Anderes und Neues zu entdecken. „Themen zu kreieren und Ware ansprechend und emotional zu prĂ€sentieren, bringt aber nur dann etwas, wenn man damit ‚laut‘ genug ist – also ungewohnt, mit bemerkenswerten Farben, mit großen Mengen“, so Effelsberg. „Wichtig ist, den Kunden zu ĂŒberraschen. Überdimensionale Formen oder ungewohnte Kombinationen sind ein guter Trick, die Aufmerksamkeit des Verbrauchers schon aus der Ferne zu wecken.“ Von den Holzpaletten, die in den letzten Jahren plötzlich in allen Lebensbereichen Einzug hielten und Mode wurden, rĂ€t die Expertin ĂŒbrigens ab: „Mit Holzpaletten kann man heute niemanden mehr ĂŒberraschen!“

blumen & ambiente - Foto: Susanne Bethge
blumen & ambiente – Foto: Susanne Bethge

Mit einem durchdachten PrĂ€sentationsplan sollte es auch nicht schwer fallen, junge Konsumenten, die vielfach im Internet kaufen, wieder in den stationĂ€ren Handel zu locken. „Das Internet kann einige wichtige BedĂŒrfnisse nicht erfĂŒllen: AtmosphĂ€re, Erlebnis und Kontakt gibt es dort nicht“, sagt Effelsberg. „Wer verstehen will, wie jĂŒngere Konsumenten ticken, sollte sich einmal anschauen, welche CafĂ©s oder Schnellimbisse gerade bei ihnen funktionieren. Warum sind Fastfood-Ketten wie ‚Hans im GlĂŒck‘ derzeit angesagter als McDonald`s? Wie schaffen die es, ein altes Produkt wie Burger auf eine neue und zeitgemĂ€ĂŸe Art zu verkaufen? Und wie lassen sich solche funktionierenden Strategien und ProduktprĂ€sentationen auf unser Branche ĂŒbertragen?“

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