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Smart Gardening ist mehr als das Installieren einer App

Mit Easy Garden Control lassen sich alle wichtigen Funktionen im und am Teich zentral steuern. – Foto: Oase

Ob bei der Außenbeleuchtung, der Rasenpflege, der Bewässerung von Gartenpflanzen, der Beschattung von Sitzplätzen oder der Wasserwertkontrolle im Gartenteich – Smart Gardening gehört derzeit zu den Top-Themen in der Grünen Branche. Aus diesem Grund werden auf der internationalen Gartenmesse spoga+gafa 2018 die Sonderausstellungsflächen IVG Power Place Akku und Smart Gardening Welt – die im letzten Jahr ihre Premiere hatten – deutlich erweitert.

Bereits beim Medientag des Industrieverbandes Garten (IVG) im Frühjahr in Köln zeigte der Marktforscher Klaus Peter Teipel auf, dass der Marktanteil von Gartengeräten und -maschinen in Deutschland im Jahr 2017 zwar gesunken sei (- 0,8 %), der Umsatz mit Smart-Gardening-Lösungen jedoch deutlich wüchse. Gründe dafür gibt es viele: Die jüngere Generation will einen schönen Garten – aber möglichst ohne Aufwand und Mühe. Vor allem eintönige und immer wiederkehrende Arbeiten wie Rasenmähen oder Wässern sind unbeliebt. Automatisierung ist gefragt und der Trend hin zum Smart Home setzt sich im Garten fort. Smart steht dabei für digital und vernetzt: Immer mehr technische Gartengeräte sind untereinander und über entsprechende Apps auf dem Smartphone mit ihren Besitzern verbunden und melden zuverlässig, welche Arbeiten gerade anstehen. Teipel: „Was mich wundert ist, dass es zwar schon unendlich viele Hersteller gibt, die Produkte und Lösungen anbieten, es aber noch keinen in diesem Bereich richtig kompetent aufgestellten Absatzmittler gibt.“

Mähroboter – Foto: Gardena

Dabei besitzt vor allem die Warengruppe rund um den Aspekt Smart Gardening ein enormes Potenzial für den stationären Handel und bietet eine Chance, sich gegenüber der Online-Konkurrenz zu behaupten. „Besonders bei beratungsintensiven Sortimenten wie den Smart-Gardening-Lösungen können Gartencenter, Baumärkte und Motoristen mit Service-Leistungen punkten und den Kunden an sich binden“, heißt es im IVG Jahresbericht 2018. Zudem könne hier – anders als im Online-Handel – eine optimale Kombination aus Beratungs- und Dienstleistungsservice geboten werden und es bestände die Möglichkeit, Produkte und Sortimente am POS für Gartenbesitzer erlebbar zu machen. „Smarte Themen sind für viele Konsumenten derzeit noch schwer fassbar – durch attraktive und inspirierende Aufbauten können real erlebbare Produktwelten geschaffen werden, mit deren Hilfe die komplexeren Zusammenhänge besser erläutert werden können. Im besten Fall sorgen sie außerdem dafür, dass Bedürfnisse des Kunden geweckt werden, die bis dato noch gar nicht vorhanden waren“, wird im Jahresbericht resümiert.

Das bedeutet aber auch, dass zukünftig in der Grünen Branche verstärkt IT-Know-how gefragt ist. „Smart Gardening umfasst schon bald nicht mehr nur das Verlegen von Begrenzungsdraht für den Mähroboter und Installieren einer App“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. „Denn Smart Gardening wird für viele Nutzer erst dann richtig interessant, wenn eine gute Integration in bestehende Smart-Home-Vernetzungen möglich ist. Viele Anbieter von Gartengeräten haben diesen Weg bereits beschritten.“ In Zukunft wird man also nicht mehr nur die Feuchtigkeit des Bodens über das Handy abrufen oder den Mähroboter über mobile Endgeräte steuern. Richtig smart wird es, wenn sich die Gartengeräte mit dem digitalen Kalender des Besitzers abgleichen und automatisch darauf reagieren: Ist abends beispielsweise ein Grillfest geplant, wird vormittags gemäht. Auch Akkus bzw. deren Ladestationen werden intelligent und damit ebenfalls Handgeräte wie Heckenscheren, Motorsägen oder Trimmer. Schneidet man seine Hecke zukünftig mit einer smarten Schere, sammelt das Gerät Informationen über seinen eigenen Zustand und kann exakte Handlungsratschläge geben oder Vorhersagen treffen. Ist der Gartenbesitzer einverstanden, können solche Informationen auch direkt an den Hersteller oder einen Wartungsservice des Baumarkts weitergeleitet werden.

 

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