Grüne Häuser, tropische Gärten

Die Ausstellung „Grüne Häuser, tropische Gärten“ in der ifa-Galerie Stuttgart stellt vom 19. Oktober 2012 bis zum 06. Januar 2013 Architekten, Landschaftsplaner und Aktivisten aus Südostasien vor. Jeder von ihnen hat eine individuelle Antwort auf die Nachfrage nach zukunftsfähigen Bauten zwischen tropischem Regenwald und Metropolregion gefunden.

Der malaysische Star-Architekt Ken Yeang gilt mit seinen Büros in Kuala Lumpur und London als Pionier der Öko-Architektur und Erfinder des bioklimatischen Wolkenkratzers, mit dessen Gestaltung er Standards für nachhaltiges Bauen entwickelte. Regenwasseraufbereitung ist dabei ebenso ein Thema wie landwirtschaftliche Flächen zur Selbstversorgung oder die Anlage von vertikalen grünen Korridoren.

Der renommierte malaysische Landschaftsplaner Ng Seksan entwirft Gärten, Parks und öffentliche Räume, die fast unmerklich den Übergang von Garten zu naturbelassenen Bereichen inszenieren – er schafft Oasen der Ruhe im Dickicht der Städte und der tropischen Wälder.

Die Gründer der Green School auf Bali arbeiten ausschließlich mit Naturmaterialien, vor allem mit Bambus, und entwickelten ein ganzheitliches Konzept: „Green Design“ ist für sie mehr als nur die Gestaltung von Häusern und Gärten; „Green Design“ ist konsequentes Denken und Erziehen für die Zukunft.

Der 144-seitige Ausstellungskatalog erscheint im Ernst Wasmuth Verlag in deutscher und englischer Sprache.

Weitere Informationen: ifa.de

 

 

Bautätigkeit: Euroconstruct rechnet nicht mit Wachstum – Stimmung deutscher Architekten ist hervorragend

Die Schuldenkrise wirkt sich zunehmend auf die Bautätigkeit aus. Aus diesem Grund senkte die europäische Branchenvereinigung Euroconstruct jetzt ihre Prognose für die kommenden Monate. Für 2012 reduzierte sie die bisherige Wachstumserwartung an die Baubranche von -0,3 auf -2,1 Prozent. Auch für das kommende Jahr korrigierte der Dachverband seine Prognose. Statt einem Plus von 1,8 Prozent rechnet er aktuell nur noch mit einer marginalen Steigerung von 0,4 Prozent. Erst 2014 soll die Bautätigkeit leicht anziehen – und zwar um 1,7 Prozent. Allerdings wird sie noch mehrere Jahre hinter dem Niveau von 2008 herhinken.

Bezogen auf die einzelnen Länder erwartet Euroconstruct nur in Dänemark und Norwegen eine Zunahme der Bauleistung um mehr als zwei Prozent. Für Länder wie Deutschland, Frankreich, Schweiz, Großbritannien und Schweden geht die Branchenvereinigung aber immerhin noch von Zuwächsen von bis zu zwei Prozent aus. Gute Nachrichten für die deutschen Architekten. Und so ist die Stimmung bei ihnen erfreulich gut. Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des Ifo Instituts bei freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima zu Beginn des zweiten Quartals 2012 sichtlich verbessert. Eine ähnlich gute Stimmung wurde letztmals Mitte der neunziger Jahre – in der Schlussphase des Wiedervereinigungsbooms – registriert.

Die befragten Architekten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage merklich besser als in den Vorquartalen. Dabei ist besonders hervorzuheben: die Zahl derer, die ihre Lage als „gut“ bewerteten ist deutlich angestiegen – von 36 Prozent (Vorquartal) auf jetzt 45 Prozent. Eine, laut Ifo Institut, einmalig hohe Quote. Gleichzeitig bezeichnete nur noch ein Fünftel der Befragten ihre momentane Geschäftslage als „schlecht“ (Vorquartal: 23%).

Die Geschäftserwartungen haben sich wiederum gegenüber den Einschätzungen des letzten Quartals kaum geändert. Während der Anteil der eher optimistisch eingestellten Architekten um drei Prozentpunkte schrumpfte – von 17 auf 14 Prozent –, sank gleichzeitig der Anteil der skeptischen Architekten um zwei Prozentpunkte auf 13 Prozent.

Frisch eröffnet: Zwischen Felsbrocken und Weinbergen – das „Endémico“ in Mexiko

Atemberaubende Lage: Mitten im Herzen Baja Californias, eingebettet in einen abgeschiedenen Hügel, hat Ende Juni das erste Mitglied von Design Hotels im führenden Weinanbaugebiet Mexikos eröffnet. Das Design von „Endémico“, dessen Name vom spanischen Wort für „einheimisch” kommt, setzt die Schönheit der naturbelassenen Landschaft in Szene: die Leere und Einsamkeit der Wüste und die üppige Pracht der Weinberge.

Das aufregende Ergebnis sind 20 Luxus-Kuben, die nahtlos mit ihrer natürlichen Umgebung verschmelzen. Dazu gehören private Terrassen, die einen freien, unverbauten Blick über das Valle de Guadalupe bieten. Außerdem erlauben „Kivas“, die traditionellen Lehmkamine der Region, den Gästen, gewärmt vom knisternden Feuer, noch nachts unter dem Sternenhimmel die Weine der Region zu genießen. Und vom Pool aus können Gäste in die Einsamkeit eintauchen und die Weite überblicken.

Die rustikale Kargheit der Umgebung hat zudem die angenehm dezente Innengestaltung der Wohnkuben inspiriert. Sie sind mit Möbeln bestückt, die schlicht und zugleich elegant sind. Neben der minimalistischen Ausstattung wurden moderner Komfort und luxuriöse Elemente dennoch nicht übergangen.

Die Hoteliers Carlos Couturier und Moisés Micha, die Partner hinter der mexikanischen Hotelgruppe Grupo Habita, engagieren sich außerdem stark in Umwelt, Gesellschaft, Ökonomie und Kultur der Regionen, in denen sie ihre Hotels errichten. So sind die umweltfreundlichen Hütten des „Endémico“ auf Stelzen errichtet, um ihre Auswirkung auf die Landschaft zu minimieren. Die Konstruktion aus Cortenstahl und Holz gewährleistet, dass die Oberflächen mit der Zeit verwittern. Gebaut wurde das Hotel durch ein Team regionaler Handwerker in Zusammenarbeit mit Gracia Studio.

Weitere Informationen: designhotels.com/endemico

 

Vertikaler Garten: Urwaldatmosphäre mitten in Berlin

Der berühmte französische Gartenkünstler Patrick Blanc enthüllte am 17. Januar 2012 im Kulturkaufhaus Dussmann in der Berliner Friedrichstraße seine einzigartige „Mur Végétal“.

Blancs vertikale Gärten sind faszinierende Fassaden-Kompositionen aus zahllosen Pflanzen. Ganz ohne Erde, mit einem ausgefeilten Bewässerungssystem, lässt er sie innen wie außen die Wände hochgehen und schafft so einzigartige, lebendige Kunstwerke.

Seine Wurzeln hat Blanc in Paris. Hier arbeitet der 58-Jährige als Botaniker am „Centre National de la Recherche Scientifique“. Seine vertikale Garten-Idee wurde 1986 erstmals gefeiert. Seitdem haben auf der ganzen Welt bedeutende Designer und Architekten wie Herzog & de Meuron, Jean Nouvel und Andrée Putman den Franzosen mit spektakulären Wandbegrünungen beauftragt.

Der vertikale Garten im Dussmann-Haus in Zahlen:

  • 18 m hoch
  • 15 m breit
  • 270 m² Gesamtfläche
  • 16.200 l fassendes Wasserbecken
  • 6.672 tropische Pflanzen
  • 157 verschiedene Pflanzenarten –u.a. Rachenrebe, Clivie, Begonie, Philodendron

Mehr Infos unter:
verticalgardenpatrickblanc.com
kulturkaufhaus.de

 

Vertikale Gartenstädte
– die Zukunft des Bauens?

In der asiatischen Metropole Singapur erobert sich der Urwald scheinbar die Hochhäuser zurück, seit Richard Hassell und Mun Summ Wong dort bauen. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt jetzt die verwegenen Gebäudeprojekte der beiden Architekten.

Hassell und Wong, Geschäftsführer des Architekturbüros WOHA erlangten bereits Ende der 1990-er Jahre erste internationale Aufmerksamkeit mit ihren tropisch-offenen Einfamilienhäusern. Heute haben sich die beiden Visionäre dem Bauen von Hochhäusern verschrieben und planen ganz neue Großstadtstrukturen. Den üblichen Hochhäusern mit hermetisch versiegelten Fassaden und Klimaanlagen setzen WOHA ein eigenwilliges Konzept entgegen: die „porösen Türme“, perforierte Bauten, die über und über mit Pflanzen und Gärten ausgestattet sind. Damit machen die Architekten Klimaanlagen fast überflüssig, da der natürlicher Luftstrom und die großflächige Bepflanzung eine Kühlung der Räumlichkeiten ermöglichen. Für ihr zukunftsweisendes Wohnhochhaus „The Met“ in Bangkok hat WOHA 2010 den Internationalen Hochhaus Preis erhalten.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt sind noch bis zum 29. April 2012 die Arbeiten von WOHA zu sehen. 19 Projekte werden auf etwa 500 Quadratmetern mit großformatigen Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen präsentiert – von Einfamilienhäusern über Schul- und Gemeinschaftsbauten und Hochhaustürme bis hin zu Hotels und Resorts.

Weitere Infos unter:
dam-online.de
woha-architects.com