Biologische Architektur mitten in Mailand

Backsteinmauern, triste Häuser und mit Graffiti beschmierte Wände – Großstädte sind nicht immer Schmuckstücke. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn trotz der voranschreitenden Urbanisierung wollen die Menschen nicht auf Natur verzichten. Um dem Big-City-Life einen Country-Kick zu verleihen und gleichzeitig dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit zu entsprechen, realisieren Architekten zunehmend Hochhäuser voller Natur – und das sowohl außen als auch innen.

Das Singapurer Team Woha beispielsweise erschafft Wohn- und Bürokomplexe mit offenen Gängen, brücken- und balkonartigen Terrassen sowie wuchernden Gärten. So erstrecken sich allein im Hotelhochhaus Parkroyal über 15.000 qm mehrere Sky Garden, Schwimmbecken, Wasserfälle und begrünte Mauern.

Diese Form der nachhaltigen Architektur erreicht jetzt auch immer stärker Europa. Nach den vertikalen Gärten des Künstlers Patrick Blanc, die unter anderem die Fassade des Quai-Branly-Museums in Paris verschönerte, entsteht aktuell ein „Vertical Forest“ mitten in Mailand. In der italienischen Metropole werden derzeit zwei Hochhäuser gebaut, deren Gebäudehüllen mit so viel Grün umgeben sind, wie es sonst in einem Hektar Wald zu finden ist. Die Fakten, die das Architekturportal www.detail.de veröffentlicht hat, sind beeindruckend und außergewöhnlich. Demnach sollen die zwei Häuser – 80 und 112 Meter hoch – in ihrer Fassade insgesamt 480 große und mittlere sowie 250 kleine Bäume, rund 5.000 Büsche und 11.000 Bodendeckerpflanzen beherbergen.

Das Projekt führt das Architektenbüro Boeristudio unter der Leitung des ehemaligen „Domus“-Herausgebers Stefano Boeri aus. Sein Leitgedanke ist es, eine biologische Architektur zu erschaffen.

Weitere Infos unter: www.detail.de