Frisch eröffnet: Zwischen Felsbrocken und Weinbergen – das „EndĂ©mico“ in Mexiko

Atemberaubende Lage: Mitten im Herzen Baja Californias, eingebettet in einen abgeschiedenen Hügel, hat Ende Juni das erste Mitglied von Design Hotels im führenden Weinanbaugebiet Mexikos eröffnet. Das Design von „Endémico“, dessen Name vom spanischen Wort für „einheimisch” kommt, setzt die Schönheit der naturbelassenen Landschaft in Szene: die Leere und Einsamkeit der Wüste und die üppige Pracht der Weinberge.

Das aufregende Ergebnis sind 20 Luxus-Kuben, die nahtlos mit ihrer natürlichen Umgebung verschmelzen. Dazu gehören private Terrassen, die einen freien, unverbauten Blick über das Valle de Guadalupe bieten. Außerdem erlauben „Kivas“, die traditionellen Lehmkamine der Region, den Gästen, gewärmt vom knisternden Feuer, noch nachts unter dem Sternenhimmel die Weine der Region zu genießen. Und vom Pool aus können Gäste in die Einsamkeit eintauchen und die Weite überblicken.

Die rustikale Kargheit der Umgebung hat zudem die angenehm dezente Innengestaltung der Wohnkuben inspiriert. Sie sind mit Möbeln bestückt, die schlicht und zugleich elegant sind. Neben der minimalistischen Ausstattung wurden moderner Komfort und luxuriöse Elemente dennoch nicht übergangen.

Die Hoteliers Carlos Couturier und Moisés Micha, die Partner hinter der mexikanischen Hotelgruppe Grupo Habita, engagieren sich außerdem stark in Umwelt, Gesellschaft, Ökonomie und Kultur der Regionen, in denen sie ihre Hotels errichten. So sind die umweltfreundlichen Hütten des „Endémico“ auf Stelzen errichtet, um ihre Auswirkung auf die Landschaft zu minimieren. Die Konstruktion aus Cortenstahl und Holz gewährleistet, dass die Oberflächen mit der Zeit verwittern. Gebaut wurde das Hotel durch ein Team regionaler Handwerker in Zusammenarbeit mit Gracia Studio.

Weitere Informationen: designhotels.com/endemico

 

Vertikaler Garten: Urwaldatmosphäre mitten in Berlin

Der berühmte französische Gartenkünstler Patrick Blanc enthüllte am 17. Januar 2012 im Kulturkaufhaus Dussmann in der Berliner Friedrichstraße seine einzigartige „Mur Végétal“.

Blancs vertikale Gärten sind faszinierende Fassaden-Kompositionen aus zahllosen Pflanzen. Ganz ohne Erde, mit einem ausgefeilten Bewässerungssystem, lässt er sie innen wie außen die Wände hochgehen und schafft so einzigartige, lebendige Kunstwerke.

Seine Wurzeln hat Blanc in Paris. Hier arbeitet der 58-Jährige als Botaniker am „Centre National de la Recherche Scientifique“. Seine vertikale Garten-Idee wurde 1986 erstmals gefeiert. Seitdem haben auf der ganzen Welt bedeutende Designer und Architekten wie Herzog & de Meuron, Jean Nouvel und Andrée Putman den Franzosen mit spektakulären Wandbegrünungen beauftragt.

Der vertikale Garten im Dussmann-Haus in Zahlen:

  • 18 m hoch
  • 15 m breit
  • 270 m² Gesamtfläche
  • 16.200 l fassendes Wasserbecken
  • 6.672 tropische Pflanzen
  • 157 verschiedene Pflanzenarten –u.a. Rachenrebe, Clivie, Begonie, Philodendron

Mehr Infos unter:
verticalgardenpatrickblanc.com
kulturkaufhaus.de

 

Vertikale Gartenstädte
– die Zukunft des Bauens?

In der asiatischen Metropole Singapur erobert sich der Urwald scheinbar die Hochhäuser zurück, seit Richard Hassell und Mun Summ Wong dort bauen. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt jetzt die verwegenen Gebäudeprojekte der beiden Architekten.

Hassell und Wong, GeschäftsfĂĽhrer des ArchitekturbĂĽros WOHA erlangten bereits Ende der 1990-er Jahre erste internationale Aufmerksamkeit mit ihren tropisch-offenen Einfamilienhäusern. Heute haben sich die beiden Visionäre dem Bauen von Hochhäusern verschrieben und planen ganz neue GroĂźstadtstrukturen. Den ĂĽblichen Hochhäusern mit hermetisch versiegelten Fassaden und Klimaanlagen setzen WOHA ein eigenwilliges Konzept entgegen: die „porösen TĂĽrme“, perforierte Bauten, die ĂĽber und ĂĽber mit Pflanzen und Gärten ausgestattet sind. Damit machen die Architekten Klimaanlagen fast ĂĽberflĂĽssig, da der natĂĽrlicher Luftstrom und die groĂźflächige Bepflanzung eine KĂĽhlung der Räumlichkeiten ermöglichen. FĂĽr ihr zukunftsweisendes Wohnhochhaus „The Met“ in Bangkok hat WOHA 2010 den Internationalen Hochhaus Preis erhalten.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt sind noch bis zum 29. April 2012 die Arbeiten von WOHA zu sehen. 19 Projekte werden auf etwa 500 Quadratmetern mit großformatigen Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen präsentiert – von Einfamilienhäusern über Schul- und Gemeinschaftsbauten und Hochhaustürme bis hin zu Hotels und Resorts.

Weitere Infos unter:
dam-online.de
woha-architects.com

Biologische Architektur mitten in Mailand

Backsteinmauern, triste Häuser und mit Graffiti beschmierte Wände – GroĂźstädte sind nicht immer SchmuckstĂĽcke. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn trotz der voranschreitenden Urbanisierung wollen die Menschen nicht auf Natur verzichten. Um dem Big-City-Life einen Country-Kick zu verleihen und gleichzeitig dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit zu entsprechen, realisieren Architekten zunehmend Hochhäuser voller Natur – und das sowohl auĂźen als auch innen.

Das Singapurer Team Woha beispielsweise erschafft Wohn- und Bürokomplexe mit offenen Gängen, brücken- und balkonartigen Terrassen sowie wuchernden Gärten. So erstrecken sich allein im Hotelhochhaus Parkroyal über 15.000 qm mehrere Sky Garden, Schwimmbecken, Wasserfälle und begrünte Mauern.

Diese Form der nachhaltigen Architektur erreicht jetzt auch immer stärker Europa. Nach den vertikalen Gärten des KĂĽnstlers Patrick Blanc, die unter anderem die Fassade des Quai-Branly-Museums in Paris verschönerte, entsteht aktuell ein „Vertical Forest“ mitten in Mailand. In der italienischen Metropole werden derzeit zwei Hochhäuser gebaut, deren GebäudehĂĽllen mit so viel GrĂĽn umgeben sind, wie es sonst in einem Hektar Wald zu finden ist. Die Fakten, die das Architekturportal www.detail.de veröffentlicht hat, sind beeindruckend und auĂźergewöhnlich. Demnach sollen die zwei Häuser – 80 und 112 Meter hoch – in ihrer Fassade insgesamt 480 groĂźe und mittlere sowie 250 kleine Bäume, rund 5.000 BĂĽsche und 11.000 Bodendeckerpflanzen beherbergen.

Das Projekt fĂĽhrt das ArchitektenbĂĽro Boeristudio unter der Leitung des ehemaligen „Domus“-Herausgebers Stefano Boeri aus. Sein Leitgedanke ist es, eine biologische Architektur zu erschaffen.

Weitere Infos unter: www.detail.de