1. Halbjahr 2016: Deutscher Baumarkthandel erzielt Umsatzwachstum

Der Baumarkthandel in Deutschland hat im 1. Halbjahr 2016 einen Gesamtbruttoumsatz von 9,45 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit in den ersten sechs Monaten trotz schwieriger Witterungsbedingungen ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent im Vorjahresvergleich erzielt. Dabei ist das umsatzstarke 2. Quartal hauptverantwortlich für die positive Branchenbilanz zur Jahresmitte. Die aktuellen Marktzahlen gab der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) am 17. August 2016 bekannt.

gemaba: Baumarkt-Strukturdaten 2015

Die Insolvenz des Praktiker-Konzerns, der zwischen dem Sommer 2013 und dem Februar 2014 etwa 320 Standorte von Praktiker, Max Bahr und Extra Bau & Hobby zum Opfer fielen, hat zu einem spürbaren Abbau von Überkapazitäten geführt. Das ergab die aktuelle Baumarkt-Strukturuntersuchung der gemaba. Am 1. September 2013 – also unmittelbar vor Beginn der Schließungswelle – gab es in Deutschland insgesamt 2.371 Baumärkte mit einer Innen-Verkaufsfläche von ca. 13.950.000 Quadratmetern und einer gewichteten Verkaufsfläche von ca. 14.300.000 Quadratmetern.

Zum Stand 1. Januar 2015 ist diese Zahl – naturgemäß nicht ausschließlich wegen der Praktiker- Entwicklung – um saldiert 253 Einheiten zurückgegangen. Der aktuelle Bestand zum Jahresanfang beläuft sich auf 2.118 Baumärkte, die der Definition (mindestens 1.000 Quadratmeter Innen-Verkaufsfläche und breites Sortiment) des BHB – Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten, entsprechen. Diese Märkte verfügen insgesamt über eine Innen-Verkaufsfläche von ca. 11.755.000 Quadratmetern. Freiflächen summieren sich auf insgesamt rund 3.650.000 Quadratmeter, so dass eine Gesamtverkaufsfläche von ca. 15.550.000 Quadratmetern vorhanden ist. In der branchenüblichen Gewichtung des BHB (Innenfläche zu 100 Prozent, überdachte Freifläche zu 50 Prozent, offener Außenbereich zu 25 Prozent, Baustoff-Drive in-Bereich zu 50 Prozent) ergibt sich eine aggregierte gewichtete Verkaufsfläche von ca. 13.030.000 Quadratmetern.

Weitere Informationen: gemaba.de/Baumarkt-Daten-2015.pdf

Innovationspreis der Baumarktbranche für Knauber

Kunden, Handel und Industrie eine Plattform für den direkten Dialog zu geben – das ist der Kerngedanke des Innovation Stores, den Knauber im September innerhalb seiner Filiale in Pulheim eröffnet hat. Das Bonner Traditionsunternehmen setzt mit dem Konzept neue Maßstäbe in der Baumarkt-Branche. Dafür wurde Knauber im Dezember 2014 auf dem Baumarkt-Kongress des „BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V.“ in Bonn mit dem Innovationspreis geehrt.

Für den Innovation Store hat Knauber ein Netzwerk aus Industriepartnern aufgebaut, die neue Technologien und Angebote im Dialog mit Kunden ausprobieren möchten. Kunden sind dazu eingeladen, im Innovation Store alles auszuprobieren und sich mit direktem Feedback an der Weiterentwicklung von Produkten und Angeboten zu beteiligen. Um wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse aus den Kunden-Rückmeldungen zu erhalten, wird das Projekt Innovation Store vom Institut für Handelsforschung (IFH) und der Hochschule für Handel in Leipzig begleitet. Der Innovation Store gilt als zukunftsweisend, denn er testet, welche neuen Konzepte neben Online-Angeboten im stationären Handel funktionieren. Möglichkeiten, die im Innovation Store dafür getestet werden, sind: Multichannel-Verkaufselemente Interaktive Technologien und Angebote, die Baumarkt-Produkte vor dem Kauf erlebbar machen Angebote, Produkte selbst mit zu entwickeln Der Standort des Innovation Stores ist der Knauber Freizeitmarkt in Pulheim. Knauber stellt hier eigens für das Netzwerk-Projekt eine Fläche von 250 Quadratmeter zur Verfügung.

Im Innovation Store testen zunächst folgende Hersteller ihre Technologien und Angebote: Alfred Schellenberg, A.S. Création Tapeten, Alpina Farben, Fischer, Floragard, Hailo/Rudolf Loh, Henkel, Konrad Hornschuch, kwb tools, Osram Licht, Steinel, Sanitop-Wingenroth oder Serie a logistics solutions. Im Laufe des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts sollen immer wieder neue Hersteller für das Projekt gewonnen werden, um aus dem Innovation Store einen Marktplatz der Neuigkeiten und des Dialogs zu machen.

Weitere Informationen: knauber-freizeit.de

Deutscher Baumarkthandel im 1. bis 3. Quartal 2014

Die Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland können sich mit dem Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres 2014 zufrieden zeigen. Zum Ende des 3. Quartals 2014 musste die Branche mit einem Gesamtbruttoumsatz von 13,53 Milliarden Euro zwar ein Umsatzminus von 5,8 Prozent im Vergleich zu 2013 verzeichnen. Die rückläufige Entwicklung ist dabei entscheidend dem Marktaustritt der Praktiker-MaxBahr-Gruppe geschuldet. Auf bereinigter Verkaufsfläche zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Hier konnte die Branche ein Umsatzplus von 6,4 Prozent erzielen. Auch der Vorjahresvergleich der Gesamtentwicklung der Unternehmen ohne die Praktiker-Gruppe zeigt mit einem Umsatzplus von 9,8 Prozent ein nahezu zweistelliges Wachstum. Die aktuellen Marktzahlen gab der BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) am 25. November 2014 basierend auf dem Total Store Reporting der GfK (Nürnberg) bekannt.

„Das aktuelle Ergebnis liegt im Rahmen der von uns zu Jahresbeginn erwarteten Marktentwicklung“, kommentiert BHB-Vorstandssprecher Erich Huwer die Branchenentwicklung 2014 nach neun Monaten. Die derzeitigen Rahmenbedingungen nach dem Marktaustritt der Baumarktgruppe Praktiker/Max Bahr ließen im Gesamtmarkt ein besseres Resultat nicht zu. Erfreut zeigt sich der BHB-Vorstandssprecher über die Performance der 2014 aktiven Unternehmen der Baumarktbranche. „Die erzielten Umsatzzuwächse zeigen, dass die deutsche Bau- und Heimwerkermarktbranche gut aufgestellt ist und unsere Kunden die Angebote zu schätzen wissen. Den Umfang der weiterhin in der Branche erfolgreich gebundenen Umsätze der Praktiker-Gruppe werden wir erst im nächsten Jahr analysieren können.“ Aber bereits heute seien die Zahlen besser als noch 2013 befürchtet, so Huwer.

Gesamtbruttoumsatz von 13,53 Milliarden Euro

Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 13,53 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Jahres weist die Branche im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang von 5,8 Prozent auf. Dabei waren April (1,85 Milliarden Euro), Mai (1,78 Milliarden Euro) und März (1,76 Milliarden Euro) die umsatzstärksten der ersten neun Monate 2014. Die höchsten absoluten Umsätze im Zeitraum Januar bis September 2014 verzeichneten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte mit Bauchemie/Baumaterial (1,30 Milliarden Euro), Sanitär-/Heizungswaren (1,14 Milliarden Euro), Anstrichmitteln/Malerzubehör (995,5 Mio. Euro), Gartenausstattung (966,2 Mio. Euro) und Elektro (849,2 Mio. Euro).

Betrachtet man die Sortimentsentwicklungen 2014 im Vorjahresvergleich, zeigten sich in den ersten neun Monaten Verluste im Gesamtmarkt insbesondere bei den Pflanzen: Die Umsätze in der Warengruppe Lebend Grün gingen um 16,1 Prozent zurück. Auch bei den Freizeit- und Saisonwaren (minus 15,9 Prozent), im Bereich Technik/Büro/Unterhaltung (minus 13,8 Prozent) und den Sanitär- und Heizungswaren (minus 13,2 Prozent) verzeichnete der Baumarkthandel Umsatzrückgänge. Zuwächse konnten bei Automotive (3,3 Prozent) sowie bei den Gartenmöbeln (0,6 Prozent) und der Gartenausstattung (0,2 Prozent) erzielt werden. Ein anderes Bild zeigt sich auf bereinigter Verkaufsfläche, hier erzielte die Branche ein Umsatzplus von 6,4 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Automotive (22,2 Prozent), Freizeit und Saisonware (12,5 Prozent) und die Gartensortimente – auch hier mit Ausnahme von Lebend Grün: So konnten die Warengruppen Gartenchemie/Erden/Saatgut (16,4 Prozent), Gartengeräte/ Be- und Entwässerungsanlagen (12,3 Prozent) und Gartenausstattung (12,0 Prozent) jeweils zweistellige Zuwachsraten verzeichnen, wohingegen Lebend Grün auch bei bereinigter Betrachtung Einbußen von 1,7 Prozent hinnehmen musste.

Weitere Informationen: bhb.org