Deutscher Torf- und Humustag: Programm veröffentlicht

Am 29. September 2016 findet in Bad Zwischenahn der 51. Deutsche Torf- und Humustag (DTHT) statt. Die Veranstaltung des Industrieverband Garten (IVG) e.V. zählt zu den wichtigsten Plattformen der Erdenbranche und wird jedes Jahr von zahlreichen Vertretern aus Industrie und Handel besucht. Jetzt hat der Verband auf seiner Webseite das diesjährige Veranstaltungsprogramm veröffentlicht – wie gewohnt erwarten die Besucher aktuelle und ansprechende Vortragsthemen von angesehenen Experten.

3 Fragen an: Joachim Böttcher (Palaterra)

Die Palaterra Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH ist spezialisiert auf Substrate, die auf einem natürlichen Stoffkreislauf beruhen und deren Hauptbestandteil nachwachsende Rohstoffe sind. Die Produktpalette umfasst torffreie Pflanzsubstrate, Bodenverbesserer und organische Dünger für Hobby- und Freizeitgartenbau, für den Erwerbsgartenbau (Kräuter, Gemüsejungpflanzen und Stauden), für den Garten- und Landschaftsbau (Rasen- und Sportplatzbau) und für die Landwirtschaft (Sonderkulturen, insbesondere Wein- und Obstbau). Palaterra-Produkte sind für den biologischen Landbau zugelassen und frei von fossilen Eingangsstoffen wie Torf. Joachim Böttcher ist Geschäftsführer von Palaterra.

Herr Böttcher, die von Palaterra in Deutschland entwickelte Schwarzerde basiert auf einer in Vergessenheit geratenen Methode der Indio-Hochkultur am Amazonas. In diesem Zusammenhang ist oft vom „Gold der Erde“ und von „Terra Preta“ die Rede. Was bedeuten diese Begriffe?
Böttcher: Vor etwa dreißig Jahren fanden Archäologen im Regenwaldgebiet am Amazonas Schichten nährstoffreicher schwarzer Erde. Das war überraschend, denn eigentlich waren in dieser Region nur eine sehr dünne Humusschicht und helle, nährstoffarme Böden zu erwarten. Die Lösung des Rätsels war spektakulär: Bei der Schwarzerde handelte es sich um eine Kulturleistung der Indios. Sie hatten unter anderem aus Holzkohle und organischen Reststoffen das sogenannte Gold der Erde hergestellt, um bessere Ernten zu erzielen. Auf Portugiesisch heißt diese vor Jahrhunderten hergestellte Schwarzerde „Terra Preta“.

Wie haben es die Indios geschafft, diese fruchtbare Erde zu produzieren?
Böttcher: Diese Frage haben wir uns anfangs auch gestellt. Durch aufwändige Forschung und umfangreiche praktische Versuche gelang es unserem Unternehmen schließlich, die ursprüngliche Zusammensetzung zu entschlüsseln und mit modernen Techniken nachzubilden und weiterzuentwickeln. Wir haben die grundlegenden Inhaltsstoffe wie Pflanzenkohle – Holzkohle aus naturbelassenem Holz und holzartigen Materialien – sowie spezielle Mikroorganismen und Pilze beibehalten und ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Schwarzerde in großtechnischem Maßstab herstellen lässt. Das Ergebnis sind hochwertige, torffreie Pflanzsubstrate, Bodenverbesserer und organische Dünger die erfolgreiches Gärtnern im Einklang mit der Umwelt möglich machen. Palaterra-Erden unterstützen zugleich die Humusbildung. Dies verbessert nicht nur den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens sondern fördert gleichzeitig die Wasser- und Nährstoffzufuhr an die Pflanzenwurzeln und die Wurzelentwicklung insgesamt. Gleichzeitig wird die Bodenbearbeitung deutlich erleichtert. Durch die außerordentliche Strukturstabilität bleiben unsere Erden über mehrere Jahre im Pflanzgefäß oder im Boden erhalten, was den Arbeitsaufwand reduziert und die Freude am Garten maximiert.

Was zeichnet die Palaterra-Erden aus?
Böttcher: Palaterra-Erden werden aus zertifizierten, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Dazu kommen hochwertige Zuschlagsstoffe wie Ton- und Gesteinsmehl, beides natürliche Materialien, die im Überfluss vorhanden sind. Die in Deutschland produzierten Substrate enthalten als vitalisierenden Zusatz biologisch aktivierte Pflanzenkohle. Basis für deren Herstellung aus heimischen Erzeugnissen bildet die wiederentdeckte Rezeptur der legendären Terra Preta. Auf den Einsatz von Torf, der in schützenswerten Moorlandschaften abgebaut wird, können wir dabei vollkommen verzichten. Wir setzen hingegen auf den intelligenten Zusammenschluss regionaler Stoffkreisläufe, indem wir bisher nicht oder nur teilweise genutzte Roh- und Reststoffe optimal verwerten und aufwerten. Lange Transportwege und CO2-Emissionen während der Produktion lassen sich hierbei vermeiden. Durch die Verwendung von regionalen Ausgangstoffen sowie den Einsatz biologisch aktivierter Pflanzenkohle werden CO2-Emissionen nicht nur reduziert, sondern sogar aktiv gebunden. Verwendet werden kann die Schwarzerde überall dort, wo auch sonst Pflanzerden zum Einsatz kommen. Sowohl blühende Blumenkästen, als auch die eigenen Erdbeeren, Salate oder Tomaten profitieren von den nährstoffreichen Substraten – das haben unsere langjährigen Versuchspflanzungen gezeigt. Palaterra wird daher nicht nur von Hobbygärtnern, sondern auch von Gartenprofis verwendet und ist offiziell für den biologischen Landbau zugelassen.

Weitere Informationen: palaterra.eu und facebook.com/golddererde

50 Prozent weniger Gewicht: Die COMPO Bio Universal-Erde

Als erster Anbieter hat die Traditionsmarke Compo jetzt eine leichte Bio-Blumenerde auf den Markt gebracht, torffrei und rein organisch. Zielgruppe für dieses Produkt sind vor allem die urbanen Hobbygärtner, die ihr eigenes Ost und Gemüse auf Balkon und Terrasse in Küblen und Töpfen ziehen wollen.

Die neue Compo Bio Universal-Erde mit Schafwolle und ca. 50 Prozent weniger Gewicht schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie schont den Rücken der Hobbygärtner beim Einkauf und ist darüber hinaus auch für den ökologischen Landbau geeignet. Zudem beinhaltet die für alle Garten- und Balkonpflanzen einsetzbare Erde den Compo Bio Schafwoll-Dünger. Natürliche Schafwolle eignet sich nach Herstellerangaben hervorragend für die organische Düngung, denn sie enthält wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphat, die langsam und schonend an die Pflanzen abgegeben werden.

Dem Substrat ist zudem ausgewählter Rindenkompost beigefügt, um die biologische Aktivität und Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Die Holzfasern sollen eine stabile und gleichzeitig lockere Struktur der Erde gewährleisten, während Cocopeat für eine gute Wasseraufnahme und gleichmäßige -verteilung sorgt.

Erhältlich ist das Erden-Leichtgewicht im praktischen 30 Liter-Sack mit stabilem Tragegriff. Der feste Standboden soll eine komfortable Entnahme der Erde ermöglichen und das Wiederverschließen sowie Aufbewahren von Restmengen erleichtern.

Weitere Informationen: compo.de

Strategie bis 2025: toom stellt Erdensortiment auf torffreie Alternativen um

Als erste Baumarktkette in Deutschland hat sich toom dazu entschieden, das gesamte Erdensortiment sowohl seiner Eigenmarke als auch der Markenprodukte bis spätestens 2025 auf torffreie Alternativen umzustellen. Bereits im Frühjahr 2016 wird das Sortiment torffreier Erden der Qualitätsmarke „toom“ auf insgesamt fünf Produkte erweitert. Damit will das zur REWE Group gehörende Unternehmen konsequent seine Nachhaltigkeitsstrategie weiter umsetzen.

Bereits seit 2014 bietet toom seinen Kunden die „toom Naturtalent-Kräuter-, Universal- sowie Tomaten- und Gemüseerde“ in torffreier Bio-Qualität an. Ab April 2016 ist zusätzlich die „toom Balkon- und Kübelpflanzenerde“ in torffreier Qualität erhältlich. Durch die Nutzung von Ersatzstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen will toom einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2025 unser komplettes Erdensortiment sukzessive auf torffrei umzustellen, ohne dass unsere Kunden auf die gewohnte Qualität verzichten müssen – das gilt sowohl für unsere Eigenmarkenprodukte als auch Markenprodukte anderer Hersteller“, erläutert Dominique Rotondi, Geschäftsführer Einkauf. Ausnahmen bilden zwei einige Spezialerden für Pflanzen mit besonderen Bedürfnissen, wie Azaleen oder Rhododendron. In allen anderen torfhaltigen „toom“ Erden soll in den kommenden Jahren stufenweise der Anteil von Torfersatzstoffen erhöht werden.

Weitere Informationen: toom.de/nachhaltigkeit

Neuheiten aus dem frux Sortiment

Mit dem frux Sortiment bietet der Einheitserde Werkverband e.V. ein umfangreiches Sortiment an Blumen- und Spezialerden sowie Düngern für den Hobbygärtner. Auch 2016 bringt der Verbund von Substratherstellern Neuheiten auf den Markt.

frux Bioerde für Naschgemüse

Dem Wusch vieler urbaner Hobbygärtner, auch im Topf, Balkonkasten oder Pflanzkübel schmackhaftes Gemüse und Früchte heranziehen zu können, haben die Pflanzenzüchter bereits mit einer Vielzahl von neuen Sorten entsprochen. Damit die Mini-Tomaten, Gurken und Paprika gut gedeihen, benötigen sie ausreichend Nährstoffe. Die frux „Bioerde für Naschgemüse“ soll den Pflanzen auch auf kleinstem Raum eine optimale Basis für das gesunde Wachstum bieten. Der in der humusreichen Erde enthaltene organische Dünger wird nach und nach von Mikroorganismen umgesetzt und seine Nährstoffe den Pflanzen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt. Um das Handling und den Transport der Erde noch einfacher zu gestalten, wird die frux „Bioerde für Naschgemüse“ im neu entwickelten 30 Liter Tragebeutel angeboten.

frux Bambus- & Gräsererde

Die Familie der Gräser bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten, um mit Blattmuster, Blatt- oder Stängelfarbe sowie den unterschiedlichen Wuchshöhen Farb- und Strukturakzente im Garten und auf der Terrasse zu setzen. Um die optimale Wirkung zu erzielen, sind eine abgestimmte Versorgung der Gräser mit Nährstoffen, insbesondere Silizium sowie eine lockere, stabile Bodenstruktur sehr wichtig. Die frux Erdemischung für Bambuspflanzen und andere Ziergräser wurde nun von der Namensgebung und der bildlichen Gestaltung erweitert und gezielt auf den Anwendungsbereich “Bambus & Gräser“ abgestimmt. Die 40-Liter-Säcke sind somit auch ideal für die Themenplatzierung am POS.

frux Pflanzfaser

Eine schlechte Bodenstruktur durch Verdichtung oder Mangelerscheinungen der Pflanzen durch das Auffüllen von nährstoff- und humusarmem Unterboden sind oft Probleme, denen der Gartenbesitzer gegenübersteht. Genau hier soll die neue frux „Pflanzfaser“ ansetzen. Das torffreie Gemisch aus Holzfaser, Kompost und Ton führt dem Gartenboden frischen Humus zu und verbessert langfristig die Struktur des Bodens. Insbesondere die Holzfasern bilden ein Gerüst mit vielen Bodenporen für eine optimale Zirkulation von Luft und Wasser sowie die einfache, zügige Wasseraufnahme. Der Anteil an frischem Ton erhöht darüber hinaus nicht nur die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit des Bodens, sondern verbessert durch die Bildung von Ton-Humus-Komplexen auch dessen Struktur, was nach Herstellerangaben langfristig zu einer deutlichen leichteren Bearbeitung des Bodens führen soll. frux „Pflanzfaser“ ist in der Verpackungsgröße von 40 Litern erhältlich.

Weitere Informationen: frux.de