3 Fragen an: Dr. Uwe Steinmeyer (Gebr. Brill Substate GmbH & Co. KG)

Seit über 30 Jahren entwickel, produziert und vermarktet Brill Kultursubstrate für den professionellen, internationalen Garten- und Landschaftsbau. Da viele der Profi-Kunden, die selber Pflanzen produzieren, ihren Kunden auch Blumenerde in der gleichen Qualität anbieten möchten, bietet Brill dem Fachhandel und den Produzenten mit Endverkauf mit der Marke TerraBRILL ein großes Erden-Sortiment für den Hobby-Gärtner an. Dr. Uwe Steinmeyer ist der Geschäftsführer Vertrieb bei der Gebr. Brill Substrate GmbH & Co. KG.

Herr Dr. Steinmeyer, es gibt ein neues Konzept für TerraBrill, das die Abverkäufe im Fachhandel und bei Produzenten mit Endverkauf fördern soll. Was zeichnet dieses neue Konzept aus?
Steinmeyer: Unsere Kunden, die inhabergeführten Betriebe, erwarten, dass sich das Erdensortiment möglichst „von selbst verkauft“! Wir haben viel dafür getan, dass das mit dem TerraBRILL-Sortiment funktioniert. Bei TerraBRILL finden die Endverbraucher die benötigte Erde durch das Verpackungsdesign und die Verkaufsförderungstools einfach und schnell von selbst. Anwendungsorientierte Abbildungen und eindeutig formulierte Nutzenargumente in Schlagworten auf den Verpackungen und den glänzenden Preisschildern helfen dabei.

Der klare Farbcode – die sortenspezifische Grundfarbe der Verpackungen – sorgt dafür, dass die Endverbraucher die einmal ausprobierte und bewährte Sorte einfach wieder finden. Vertiefende Information können dank einem QR-Code auf der Packung und unserem neuen Web-Auftritt jederzeit problemlos abgerufen werden. Zudem wurde der Marktauftritt mit Blick auf die Verbraucherfreundlichkeit komplett überarbeitet. So unterstützt Brill partnerschaftlich den Abverkauf mit modernen Bannern, Fahnen, Preis- und Info-Schildern zu Qualität und Mengenempfehlungen oder mit pfiffigen Zugaben wie den neu konzipierten TerraBRILL Clip-Verschlüssen zum Wiederverschluss von Erdentüten.

Sie bieten in diesem Jahr auch einige neue Erden im TerraBrill Sortiment an. Welche sind das?
Steinmeyer: Das TerraBRILL-Sortiment haben wir nach vielen intensiven Gesprächen im letzten Jahr mit unseren Kunden und Endverbrauchern gezielt um drei wichtige Erden ergänzt: Eine Gemüse- und Kräutererde in PCU-zertifizierter Bio-Qualität, eine Kübelpflanzenerde mit mineralischem Anteil für lange Standzeit sowie eine Rosenerde mit Ton. Wir reagieren auch auf den Wunsch vieler Kunden nach mehr Komfort und bieten in der Saison 2016 einige Produkte neu im 15-Liter-Komfortbeutel mit Tragegriff an.

Damit und mit unserem bisherigen Erden-Programm bietet TerraBRILL jetzt genau das, was gewünscht wird: Ein „knackiges Sortiment“ mit allen wichtigen Produkten. – Wir meinen, dass ein zu großes Sortiment kontraproduktiv ist. Jeder zusätzliche Stellplatz kostet den inhabergeführten Betrieb Geld, jedes zusätzliche Produkt reduziert den durchschnittlichen Umschlag und macht die Beratung aufwändiger.

Eine Besonderheit bei TerraBrill: Fachhandel und Produzenten mit Endverkauf können die Verkaufsverpackungen der Erden auch mit ihrem eigenen Logo versehen und somit individualisiert gestalten lassen? Wie funktioniert das?
Steinmeyer: Zielgruppe des TerraBRILL Konzepts sind Gartencenter, Produktionsbetriebe oder Baumschulen mit Endverkauf sowie der Landhandel. Diese regional verankerten Betriebe realisieren oft sehr erfolgreich individuelle Konzepte. Sie bieten ihren Kunden gerne genau die Erde an, die sie auch selber als Kultursubstrat in der Produktion verwenden. Dafür bieten wir ihnen die attraktive Möglichkeit an, im Co-Branding ihren eigenen Namen in den Vordergrund zu stellen, um die Glaubwürdigkeit des Angebots zu unterstreichen. Auf unsere „meine-Erde“-Verpackungen in drei Größen drucken wir Namen und/oder Logo des Handelspartners während des Produktionsprozesses auf.

Darüber hinaus haben wir für vernünftige Abnahmemengen jetzt auch Möglichkeiten geschaffen, noch viel weiter gehende Co-Branding-Konzepte mit stark individualisierten Verkaufsverpackungen in Absprache mit einzelnen Kunden flexibel umzusetzen. Dabei können wir auf viele Qualitäts-Wünsche zur Befüllung und Gestaltung der individuellen Verpackungen eingehen. Mit unseren Co-Branding-Konzepten stärken wir gezielt die Marktposition unserer Kunden als lokal verankerte Unternehmen gegen die Konkurrenz der Großflächen, Baumarkt- oder Lebensmitteleinzelhandels-Ketten.

Weitere Informationen: brill-substrate.com

Jubiläum: 25 Jahre Seramis

Die Marke Seramis feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Mit der Entwicklung des torffreien Pflanzsubstrates aus Westerwälder Ton revolutionierte Seramis vor einem viertel Jahrhundert den Pflanzenpflegemarkt. Das aus kleinen, porösen Körnchen bestehende Granulat speichert große Mengen an Flüssigkeit und gibt diese entsprechend dem individuellen Bedarf wieder an die Pflanze ab.

Das komplette Seramis-Sortiment umfasst heute neben dem klassischen Pflanz-Granulat, verschiedenen Vitalnahrungen und einem Gießanzeiger auch spezielle Pflegeprodukte für Orchideen sowie seit 2015 ein umfangreiches Sortiment für Balkon und Terrasse, das die Eigenschaften des strukturstabilen Tongranulates mit denen von torffreier Qualitätsblumenerde verbindet. Als eigene Firma besteht die Seramis GmbH seit Ende 2013. Davor war Seramis eine Marke der Mars GmbH.

Ihr Jubiläum feiert die Marke jetzt mit einer aufmerksamkeitsstarken Handelspromotion. Ab September – rechtzeitig zum Beginn der Zimmerpflanzensaison – bietet der Experte in Sachen Pflanzenpflege das klassische Seramis Pflanz-Granulat im 12,5 Liter Jubiläums-Pack zu einem besonders günstigen Preis an. Die Aktion soll im Handel zusätzliche Abverkaufsimpulse setzen und so ein deutliches Umsatzplus im Herbstgeschäft bewirken. Die Jubiläumspacks werden auf einer fertig bestückten Euro-Palette mit einem aufmerksamkeitsstarken Display ausgeliefert. Eine Palette umfasst 63 Pakete. Die Promotion wird durch eine umfassende PR-Kampagne in Hörfunk, Online und Print unterstützt.

Weitere Informationen: seramis.com

50. Deutscher Torf- und Humustag – Erdenindustrie feiert Jubiläum in Bad Zwischenahn

Am 15. Oktober 2015 findet in Bad Zwischenahn der 50. Deutsche Torf- und Humustag (DTHT) statt. Die Veranstaltung des Industrieverband Garten (IVG) e.V. zählt zu den wichtigsten Plattformen der Erdenbranche und wird jedes Jahr von zahlreichen Vertretern aus Industrie und Handel besucht. Im Jubiläumsjahr erwartet die Teilnehmer wie gewohnt ein interessantes Programm, das mit namhaften Referenten und spannenden Vorträgen lockt.

Natürlich darf in diesem Programm ein Blick auf die Geschichte der Erdenindustrie nicht fehlen. Diesen Part wird unter anderem Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), übernehmen. In seinem Vortrag „Substrate für den Gartenbau – nachhaltig und zukunftssicher“ schaut er auf die Entstehung der deutschen Torf- und Humuswirtschaft, die mit dem Erwerbsgartenbau in der Bundesrepublik eng verbunden ist. Beide Branchen wachsen seit gut 60 Jahren stetig und sind heute füreinander und für den gesamten Grünen Sektor unverzichtbar. Neben Mertz werden Jürgen Günther und Dr. Axel Precker – beide als Experten in der Torf- und Humuswirtschaft geschätzt und bekannt – ebenfalls einen Blick auf die vergangenen 50 Jahre werfen und dabei vor allem auf die unterschiedliche Entwicklung in der ehemaligen DDR und in der Bundesrepublik eingehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Jubiläumsveranstaltung ist das Thema „Holz und Rinde“. Ulrike Saal ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg. In ihrem Vortrag „Rinde – wo kommt sie her, wo geht sie hin?“ wird sie zum einen auf die Verfügbarkeit dieser Naturprodukte und zum anderen auf deren Stoffströme eingehen. Thilo Lehmann von der Lehmann-UMT GmbH wird sich im Anschluss mit der technischen Seite befassen. Er stellt sein Verfahren zum Naturfaseraufschluss mittels thermo-mechanischer Bioextrusion vor und wird dabei auch die unterschiedlichen Möglichkeiten der Nutzung aufzeigen.

Nachhaltigkeit ist ein Thema, dessen Aktualität seit Jahren ungebrochen ist. Beim 50. Deutschen Torf- und Humustag werden sich deshalb gleich zwei Referentinnen diesem weit gefächerten Gebiet widmen. Anja Kirig ist Trendforscherin beim Zukunftsinstitut und wird in ihrem Vortrag „Greeneverywhere: Wie die Torf- und Humuswirtschaft vom Megatrend Neu-Ökologie profitieren kann“ die Möglichkeiten für Unternehmen darstellen, wie diese ihre Ausrichtung nachhaltiger gestalten können. Dabei betrachtet sie verschiedene Ansätze und stellt auch die Frage der Sinnhaftigkeit. Dr. Susanne Eichholz-Klein vom Institut für Handelsforschung (IFH Köln) wird ebenfalls auf das Thema Nachhaltigkeit in der Grünen Branche eingehen. Allerdings widmet sie sich in ihrem Beitrag den Wünschen der Konsumenten und zeigt auf, wie diese die Entwicklung wahrnehmen. Passend hierzu wird Bernd Hofer, Hofer & Pautz GbR, abschließend einen Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklung des Labels „Responsibly Produced Peat (RPP)“ geben.

Weitere Informationen: ivg.org/dtht-2015

ZVG und IVG vereinbaren Kooperation zum Thema Torf

Ende Januar 2015 trafen sich Vertreter des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) e.V. und des Industrieverbandes Garten (IVG) e.V in Essen, um ein gemeinsames Vorgehen zur anhaltenden Diskussion um den Rohstoff Torf vorzustellen und mit Substratherstellern zu diskutieren.

Vielfach, so stellen die Verbände übereinstimmend fest, herrsche auf Anwenderseite, bei Medien, Naturschutzgruppen und auch Politik nur ein ungefähres Wissen über den bis dato unverzichtbaren Torfeinsatz in gärtnerischen Kultursubstraten. Erst kürzlich hatte sich der ZVG eindeutig zu Torf als wichtigem Rohstoff in Kultursubstraten positioniert, um dem modernen Erwerbsgartenbau ein Höchstmaß an Kultursicherheit zu ermöglichen. Alternative Ausgangsstoffe, die geeignet sein könnten, Torf in größeren Anteilen zu ersetzen, seien bis dato am Markt nicht ausreichend verfügbar, hieß es. Aus diesem Grund seien zwar Minderungen des Torfanteils in Ansätzen möglich und würden auch beworben. „Um jedoch bei gesicherter Qualität einen signifikanten Anteil des Marktvolumens von 7,3 Mio m³ zu ersetzen, fehlen schlicht die verfügbaren Mengen an Holzhackschnitzel, Kompost, Rinde und Co.“, so der IVG in seinen Ausführungen. Auch würde bereits seit vielen Jahrzehnten der Torfabbau nur auf bereits degenerierten Moorflächen betrieben, so dass keine lebenden Moore zerstört würden und aufgrund der Wiedervernässung nach der Torfgewinnung Flächen zurückblieben, die sich wieder zu wachsenden Mooren entwickeln könnten.

In der weiteren gemeinsamen Vorgehensweise wollen sich beide Seiten an den Zahlen, Daten und Fakten, die der IVG im Rahmen seiner Markterhebungen einbringt, orientieren. Der ZVG will sein weit verzweigtes Netzwerk für die gemeinsame Arbeit nutzen. Beide Verbände sehen ihre Verpflichtung in der Zusammenarbeit darin, Politik und weitere Interessengruppen über Hintergründe aufzuklären und parallel die Verfügbarkeit geeigneter Ausgangsstoffe zu erhöhen. So sollen zukünftig die Möglichkeiten zur Verwendung alternativer Ausgangsstoffe in Arbeitsgruppen ausgelotet werden. Auch hier sei es Zielsetzung, die gärtnerische Produktion mit geeigneten Kultursubstraten abzusichern, heißt es in einer Pressemeldung.

Deutscher Torf- und Humustag: Naturschutz und Industrie vertiefen Dialog

Mit 235 Teilnehmern erreichte der 49. Deutsche Torf- und Humustag am 23. Oktober 2014 in Bad Zwischenahn einen Besucherrekord. Grund für Industrie, Handel, Naturschutz und Behörden der Einladung des Industrieverband Garten (IVG) so zahlreich zu folgen, war der konstruktiven Dialog zum Thema Moor, Torf und Ressourcenschutz. Der Dialog mit Naturschutzgruppen, die Pläne der Landesregierung zum niedersächsischen Moorschutzkonzept und die drohenden Engpässe aller Ausgangsstoffe für die Herstellung von Blumenerden und Kultursubstraten waren die Schwerpunkte der Veranstaltung.

Mit seinem Keynote-Vortrag zum übergreifenden Thema „Arbeit und Führung im Wandel“ eröffnete zunächst Prof. Dr. Peter Nieschmidt die Referentenrunde. Anschließend bekannte sich Dr. Paul Alexander von der Royal Horticultural Society zum Ziel der Reduzierung von Torf in Erden. Allerdings habe man auch in UK mit der Konkurrenz zum Einsatz alternativer Stoffe in der thermischen Verwertung zu kämpfen. Der Moorexperte des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Felix Grützmacher stellte dann die Bedingungen für eine Zusammenarbeit mit der Erdenindustrie vor. Trotz ablehnender Haltung dem Torfabbau gegenüber hat der NABU dem Dialog mit der Industrie zugestimmt, um in einem gemeinsamen Konzept mit dem IVG die Situation von Mooren in Deutschland zu verbessern. Auch die Niedersächsische Landesregierung verfolge mit ihrer Änderung des Raumordnungsprogramms das Ziel des Moorschutzes, so Irene Dahlmann vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Die entstehenden Kosten sollten durch Landeshaushaltsmittel und EU-Fördergelder finanziert werden. Dahlmann ließ allerdings offen, ob die Finanzierung zum Erwerb und der Renaturierung ausreichen. Auch die Belange bzw. die Beteiligung des Gartenbaus und der Erdenindustrie wurden nicht näher benannt.

Die Verfügbarkeit alternativer Rohstoffe für die Erdenproduktion würde durch die weltweit steigende Nachfrage nach Biomasse weiter sinken, prognostizierte Michael Carus vom Nova Institut. In Europa würden bereits heute große Mengen an Rohstoffen für die Energiegewinnung verbrannt bzw. in der verarbeitenden Industrie genutzt. Hein Boon (Stichting RHP) präsentierte den aktuellen Stand des Zertifizierungssystems RPP (Responsibly Produced Peat) und stellte erste Zertifizierungen für Mitte 2015 in Aussicht. Dr. Arne B. Hückstädt (IVG) informierte schließlich über eingesetzte Ausgangsstoffe in Erden und deren Verfügbarkeit. Er zeigte auf, dass ein umgehender Ersatz von Torf in größerem Umfang aktuell nicht einfach möglich sei.

Der nächste Deutsche Torf- und Humustag findet am 15. Oktober 2015 in Bad Zwischenahn statt.

Weitere Informationen: ivg.org