Im Garten mit: August Forster (BGL-Präsident)

In unserer neuen Reihe „Im Garten mit…“ sprechen wir regelmäßig mit Persönlichkeiten aus der Gartenbranche – über aktuelle Themen, spannende Entwicklungen und ihre persönlichen Lieblingsgärten. Unser erstes Gespräch im Grünen führten wir mit BGL-Präsident August Forster.

BGL-Präsident August Forster – Foto: BGL
BGL-Präsident August Forster – Foto: BGL

August Forster ist Landschaftsgärtner und Inhaber des Landschaftsbauunternehmens Forster Garten- und Landschaftsbau GmbH in Bonn. Seit 2011 ist er Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. Seine Philosophie ist es, private Gärten und gewerbliches Grün ganzheitlich zu planen und zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Liebe zur Natur und Umwelt. Technisches Know-how, handwerkliches Können und vor allem Pflanzenkenntnis sind ihm wichtig.

Oudolf Hummelo: Geschichte eines Mannes, eines Gartens und der neuen Pflanzenverwendung

Der international renommierte Garten- und Landschaftsgestalter Piet Oudolf gilt als ein Wegbereiter des so genannten New Perennial Movements. Er arbeitet vor allem mit Stauden und Gräsern und schätzt die Wildheit, die sie in den Garten bringen. Dem Niederländer ist es wichtig, dass seine Anpflanzungen das ganze Jahr über wirken – auch im Winter. Deshalb wählt er bevorzugt Stauden mit interessanten Samenständen, die im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Farben sind für ihn bei der Pflanzenzusammenstellung weniger bedeutsam als ihre Strukturen. Dennoch sind seine Gärten meist an den charakteristischen Kombinationen aus Lila, Purpur und Orange sowie den verschiedenen Brauntönen zu erkennen.

Fusion von Innen und Außen – Der Garten als Erweiterung des Wohnraums

Bei vielen modernen Einfamilienhäusern und Bungalows schwinden die Grenzen zwischen Innen und Außen. Raumhohe und bodentiefe Panoramafenster und Glasfronten geben den Blick frei in die Umgebung, sorgen für maximale Helligkeit im Gebäude und eine offene und großzügig wirkende Atmosphäre. Tageszeiten, Naturschauspiele und Wetterereignisse sind im geschützten Wohnraum erlebbar. Durch Glasfaltwände und -schiebetüren wird der nahtlose, barrierefreie Übergang zwischen Drinnen und Draußen im Erdgeschoss jederzeit möglich. Wohnraum und Garten fließen dann förmlich ineinander und der Außenbereich wird nicht mehr nur als abgetrennter Ort für gelegentliche Sonnenstunden gesehen, sondern vielmehr als Erweiterung des Lebensraumes genutzt.

3 Fragen an: August Forster (Forster Garten- und Landschaftsbau)

Vom 14. Mai bis 18. September 2016 ist die Ausstellung „PARKOMANIE. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler“ in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Sie widmet sich dem Leben und Werk des Gartenkünstlers Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). Seine Landschaftsparks in Bad Muskau/Łęknica, Babelsberg und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Eine Besonderheit der Ausstellung: Auf dem Dach der Kunsthalle wurde eine begehbare Gartenlandschaft nach den Pücklerschen Gestaltungsprinzipien angelegt. Mit der Realisierung wurde das Landschaftsbauunternehmen Forster-Garten betraut. August Forster ist Inhaber und auch Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.

Herr Forster, wie müssen wir uns die Zusammenarbeit mit einem Museum vorstellen?
Forster: Die Planung der Gartenlandschaften des Fürsten Pückler auf dem Museumsdach stammt von der Landschaftsarchitektin Christine Orel und die Bauleitung hatte Friedrich Meiberth, dem durch seine langjährige Tätigkeit für Bundesgartenschauen das Ausstellungswesen bestens vertraut ist. Die Zusammenarbeit mit ihm und uns verlief sehr geschmeidig, reibungslos und professionell. Ich wäre glücklich, wenn alle Baustellen so abliefen, wie diese auf dem Dach eines Kunstmuseum.

Was ist das Typische an Pücklers Gartenlandschaften?
Forster: Der Fürst sah den Garten als eine Art begehbare Bildergalerie. Nach englischem Vorbild ließ er eine zum Kunstwerk idealisierte Natur gestalten. Alle paar Meter sollte sich dem Besucher in diesen Landschaftsräumen etwas Überraschendes und Neues bieten. In diesem Sinne wurden Wasser- und Wegesysteme angelegt – mit vielen Blickachsen und Aussichtspunkten. Um perfekte Bilder zu erreichen, ließ er Bäume versetzen, schüttete Hügel auf, leitete Flüsse um oder setzte auch schon mal lebende Personen als Dekoration in seine Gärten ein.

Was erwartet die Besucher während der Pückler-Ausstellung auf dem Dach der Kunsthalle?
Forster: Die Besucher werden die Informationen, die sie in der Ausstellung über Pücklers Gestaltungsprinzipien erhalten haben, hier praktisch umgesetzt sehen – natürlich auf einem begrenzten Raum komprimiert. Aber immerhin konnten wir über 70 Gehölze – darunter Blutbuchen, Eichen, Espen und Robinien – einbringen und sie kunstvoll zu Gruppen kombinieren. In der ersten Blühperiode können sich die Besucher an einem Blumenmeer aus 42.000 Frühblühern erfreuen. Wir haben auch ein Wasserbassin nach den Vorbildern des Fürsten gestaltet und auch weitere typische Elemente aus den Parks integriert – beispielsweise die von glasierten Ziegeln umrandeten „Törtchenbeete“. Es gibt auch eine Nachbildung des Muskauer Rosary im „Pleasureground“ sowie eine Rosenlaube.

Weitere Informationen: bundeskunsthalle.de und forster-garten.de