3 Fragen an: August Forster (Forster Garten- und Landschaftsbau)

Vom 14. Mai bis 18. September 2016 ist die Ausstellung „PARKOMANIE. Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler“ in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Sie widmet sich dem Leben und Werk des Gartenkünstlers Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). Seine Landschaftsparks in Bad Muskau/Łęknica, Babelsberg und Branitz zählen zu den Höhepunkten europäischer Landschaftsgestaltung im 19. Jahrhundert. Eine Besonderheit der Ausstellung: Auf dem Dach der Kunsthalle wurde eine begehbare Gartenlandschaft nach den Pücklerschen Gestaltungsprinzipien angelegt. Mit der Realisierung wurde das Landschaftsbauunternehmen Forster-Garten betraut. August Forster ist Inhaber und auch Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V.

Herr Forster, wie müssen wir uns die Zusammenarbeit mit einem Museum vorstellen?
Forster: Die Planung der Gartenlandschaften des Fürsten Pückler auf dem Museumsdach stammt von der Landschaftsarchitektin Christine Orel und die Bauleitung hatte Friedrich Meiberth, dem durch seine langjährige Tätigkeit für Bundesgartenschauen das Ausstellungswesen bestens vertraut ist. Die Zusammenarbeit mit ihm und uns verlief sehr geschmeidig, reibungslos und professionell. Ich wäre glücklich, wenn alle Baustellen so abliefen, wie diese auf dem Dach eines Kunstmuseum.

Was ist das Typische an Pücklers Gartenlandschaften?
Forster: Der Fürst sah den Garten als eine Art begehbare Bildergalerie. Nach englischem Vorbild ließ er eine zum Kunstwerk idealisierte Natur gestalten. Alle paar Meter sollte sich dem Besucher in diesen Landschaftsräumen etwas Überraschendes und Neues bieten. In diesem Sinne wurden Wasser- und Wegesysteme angelegt – mit vielen Blickachsen und Aussichtspunkten. Um perfekte Bilder zu erreichen, ließ er Bäume versetzen, schüttete Hügel auf, leitete Flüsse um oder setzte auch schon mal lebende Personen als Dekoration in seine Gärten ein.

Was erwartet die Besucher während der Pückler-Ausstellung auf dem Dach der Kunsthalle?
Forster: Die Besucher werden die Informationen, die sie in der Ausstellung über Pücklers Gestaltungsprinzipien erhalten haben, hier praktisch umgesetzt sehen – natürlich auf einem begrenzten Raum komprimiert. Aber immerhin konnten wir über 70 Gehölze – darunter Blutbuchen, Eichen, Espen und Robinien – einbringen und sie kunstvoll zu Gruppen kombinieren. In der ersten Blühperiode können sich die Besucher an einem Blumenmeer aus 42.000 Frühblühern erfreuen. Wir haben auch ein Wasserbassin nach den Vorbildern des Fürsten gestaltet und auch weitere typische Elemente aus den Parks integriert – beispielsweise die von glasierten Ziegeln umrandeten „Törtchenbeete“. Es gibt auch eine Nachbildung des Muskauer Rosary im „Pleasureground“ sowie eine Rosenlaube.

Weitere Informationen: bundeskunsthalle.de und forster-garten.de

Buchvorstellung: Die 50 besten Privatgärten 2016

Andreas Heidrich vom Landschaftsarchitektur-Büro Orel+Heidrich aus Herzogenaurach ist der Preisträger beim Wettbewerb „Gärten des Jahres 2016“. Er erhielt die Auszeichnung für die Gestaltung eines weiträumigen Hausgartens in Erlangen. Der Preis wurde im vergangen Jahr zum ersten Mal vom Callwey Verlag und der Zeitschrift „Garten+Landschaft“ ausgelobt. Am 16. Februar 2016 fand die Preisverleihung auf Schloss Dyck in Jüchen statt. Neben dem Preisträger erhielten drei weitere Projekte Auszeichnungen.

Über 150 Privatgartenprojekte waren von Landschaftsarchitekten und Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus beim Wettbewerb eingereicht worden. Die besten 50 werden nun in dem Buch „Gärten des Jahres“ ausführlich mit Plänen und Fotografien vorgestellt. Dabei reicht das Spektrum vom großzügig geschnittenen Villengarten über das ländliche Areal am Stadtrand, den Familien- und Reihenhausgarten bis hin zur Dachterrasse in der Stadt. Außerdem sind weitläufige, parkähnliche Gärten mit grandiosen Fernblicken vertreten. Einige wenige Beispiele setzen sich auch mit historischen Kontexten auseinander.

„Die für das Buch ausgewählten Beispiele belegen eindrucksvoll, dass sich gerade im Bereich der Privatgärten die vielfältigsten Möglichkeiten für eine differenzierte Pflanzenverwendung bieten“, so Cassian Schmidt, Leiter des Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim und Dozent an der FH Wiesbaden sowie an der Geisenheim University im Vorwort des Bildbandes. „Dafür ist es allerdings notwendig, dass sich Gartenbesitzer wie auch Landschaftsarchitekten weiterhin intensiv mit dem Pflanzenmaterial auseinandersetzen, etwas Neues ausprobieren und dazulernen. Das vorliegende Buch bietet dazu eine Fülle von inspirierenden Anregungen.“

Weitere Informationen: callwey.de

 

Schloss Dyck: Moderne Wohnküche im Freien

Schloss Dyck im Rheinland bietet mit seinen 15 verschiedenen Showgärten eine Menge an Inspiration für die eigenen Gartenträume. Einer von diesen Gärten erstrahlt nun im neuen Glanz.

Eine etwa 200 Quadratmeter große Fläche war in die Jahre gekommen und hatte außer zwei alten Apfelbäumen nicht mehr viel zu bieten. Es wurde Zeit für eine Neuerfindung dieses Gartenzimmers, also machten sich die Gartenarchitekten von gartenplus an die Arbeit: Es sollte eine moderne Wohnküche im Freien entstehen.

Einer der Hauptwege des Parks führt unmittelbar auf den Eingang des neuen Gartens zu, wodurch eine spannende Blickachse entsteht, an deren Ende eine pinkfarbene Mauer auch über die Grenzen dieses Freiluftzimmers hinaus sehr erfrischend wirkt. Die erdfarbene Bergische Grauwacke der Wege harmoniert sehr gut mit der sandfarbenen glatten Terrassenoberfläche der 80 mal 40 Zentimeter großen Betonsteinplatten ‚Cortesa‘, die auch an trüberen Gartentagen eine angenehm aufwärmende Atmosphäre ausstrahlen. Während Stauden- und Gräserkombinationen im Wechsel der Jahreszeiten für unterschiedliche Blühhöhepunkte sorgen, ist in den drei quadratischen Terrassenbeeten ausreichend Platz für Küchenkräuter. Frisch geerntet können sie unmittelbar vor Ort verarbeitet werden, denn die Open Air-Küche ist neben einem Kochfeld und einer großzügigen Arbeitsfläche mit einem Spülbecken ausgestattet. „Der weit verbreitete Wunsch nach mediterraner Gartengestaltung ist eigentlich die Sehnsucht nach dem Leben im Freien, wie wir es aus unserem Urlaub in Südeuropa kennen“, glaubt Gartenarchitekt Simon Leuffen. So ist das Kochen unter freiem Himmel nicht nur ein Hochgenuss, sondern eben auch ein Synonym für diese Sehnsucht. Der Urlaub vor der eigenen Terrassentür könnte also beginnen.

Erstmalig ist der fertig gestellte Garten während der Gartenlust zwischen dem 4. und 7. Juni für das breite Publikum geöffnet. Während der Gartenfestivaltage präsentieren die Gartenarchitekten zu jeder vollen Stunde persönlich das Design des neuen Areals.

Weitere Informationen: gartenplus.com und stiftung-schloss-dyck.de

Bodendecker auf laufenden Meter: Sicherer grüner Erosionsschutz für Hanglagen

Grundstücke mit großen und kleinen Höhenunterschieden können Gartenbesitzer vor echte Probleme stellen. Hanglagen sind jedoch auch im öffentlichen Raum – beispielsweise an Straßenrändern oder in Grünanlagen – sowie auf Firmengeländen eine Herausforderung. Häufig spült Regen den unbefestigten Boden fort, sodass unschöne Rinnen sowie kahle Flächen entstehen. Da das Wasser auf Schrägen schnell abläuft und nicht versickert, ist die Hangerde in der Regel sehr trocken. Zudem ist die Pflege von Grünflächen mit starker Steigung sehr mühsam.

Eine gute Möglichkeit, schräge Flächen erosionssicher und ansehnlich zu gestalten, ist eine Hangbegrünung mit Bodendeckern. Der dichte Bewuchs und das verzweigte Wurzelwerk verhindern das Abrutschen der Erde. Für Hanglagen, an denen die Bepflanzung schwierig ist, aber eine möglichst rasche Begrünung und schnell sichtbare Ergebnisse gewünscht werden, gibt es die Bodendecker am laufenden Meter der Firma Helix Pflanzensysteme GmbH. Dabei handelt es sich um Pflanzen, die ohne Substrat auf Kokosmatten vorgezogen werden. Sind diese Matten einmal durchwurzelt, lassen sich die Bodendeckerpflanzen – ähnlich wie Rollrasen – schnell und einfach verlegen.

Die vorkultivierten Bodendeckermatten gibt es in den Größen 35 mal 55 Zentimeter und ein Meter mal ein Meter. Das Sortiment umfasst verschiedene immergrüne Pflanzenarten, zum Beispiel Efeu (Hedera helix ‚Woerneri‘), Niedrige Purpurbeere (Symphoricarpos chen. ‚Hancock‘), Großblättriges Immergrün (Vinca major ‚Hirsuta‘) und Golderdbeere (Waldsteinia ternata). Die Verarbeitung der Matten ist unkompliziert: Sie werden bündig zum Rand auf die zu bepflanzende Fläche gelegt. Bei sehr steilem Untergrund müssen sie zusätzlich mit Erdnägeln fixiert werden. Ist es notwendig, einzelne Matten für die Flächengestaltung noch in eine passende Form zu bringen, trennt man einfach die Wurzeln mit einem Messer durch und schneidet anschließend die Matten mit einer Schere zurecht.

Das Ergebnis ist nach der Pflanzung sofort sichtbar – langes Warten entfällt. Jede einzelne Matte ist beim Verlegen bereits zu mindestens 50 Prozent bedeckt. Zunächst sind zwar noch Teile der braunen Kokoskissen sichtbar, aber bereits nach ein paar Wochen ist der Hang schön grün. Spätestens nach sechs Monaten ist die Fläche dann vollkommen geschlossen.

Weitere Informationen: bodendecker-am-laufenden-meter.de