3 Fragen an: Christian Tomaske (QUADRATOP GmbH)

Der QUADRATOP-Genussgarten ist der kleinste Küchengarten Deutschlands. So bewirbt der Hersteller die QUADRATOP GmbH seine Flach- und Hochbeete. Das besondere an dem Produkt: Ein ausgeklügeltes Quadrat-System.

Das Standard-QUADRATOP hat eine Größe von 1,2 x 1,2 Metern und ist in 16 Quadrate unterteilt. In jedem Quadrat wachsen ein, fünf, neun oder 16 Exemplare einer Pflanze – je nachdem wie viel Platz die jeweilige Art benötigt. Saat- und Pflanzpläne, die „Beet-Rezepte“ werden vom Hersteller mitgeliefert. In einem Quadrat können so z.B. 16 Radieschen oder fünf Pflücksalate oder eine Tomatenpflanze wachsen. Die Beet-Rezepte zeigen auf, welche Kräuter und Gemüse kombiniert werden, um sich gegenseitig optimal zu unterstützen. Christian Tomaske ist der Geschäftsführer der QUADRATOP GmbH.

Herr Tomaske, wie sind Sie auf die Idee mit den „Planquadraten“ gekommen und wie funktioniert das Anbauprinzip genau?
Tomaske: Wie sooft kam die Idee aus einer rein privaten Situation. Meine Frau wollte im eigenen Garten auf kleinem Raum (obwohl der Garten groß genug ist) ein möglichst geordnetes, strukturiertes und übersichtliches Konzept für den Anbau von Bio-Gemüse haben. Nach intensiver Recherche stieß sie auf das „Square Foot Gardening“-Konzepts des Amerikaners Mel Bartholomew (bei uns als „Gärtner in Quadrat“ bekannt). Dieser hat vor mehr als 30 Jahren ein Konzept entwickelt, um auf engstem Raum Gemüse in 30 mal 30 Zentimeter großen Quadraten anzupflanzen. Das ist eine Abweichung von der üblichen Strategie alles, und vor allem viel, in langen Reihen zu sähen bzw. zu pflanzen. Gemüse und Kräuter (zum Teil auch Blumen und Obst) werden in 16 Quadraten in einem wiederum quadratischen Beet von 1,2 mal 1,2 Meter Innenmaß kombiniert. In jedem der 16 Quadrate können bis zu 16 Pflanzen, z.B. 16 Radieschen, wachsen. Insgesamt also bis zu 256 Pflanzen auf weniger als 1,5 Quadratmeter. Es ist ein System, das sich bewährt hat und tatsächlich funktioniert, in unserem vormals rein privaten Garten praktizieren wir dies selbst. Wir haben die Grundidee drastisch erweitert und nunmehr als einziger Hersteller Biogarten-Komplett-Sets auf Basis des „Square Foot Gardening“-Konzepts im Angebot. Mit unseren QUADRATOP-Genussgärten benötigen unsere Kunden nur wenig Zeit und Platz um ohne Voraussetzung von Fachwissen erfolgreich einen sorten- und ertragsreichen Küchengarten in reiner Bioqualität zu verwirklichen.

Welches Holz verwenden Sie für Ihr Produkt?
Tomaske: Begonnen haben wir mit Lärchenholz. Daraus haben wir die ersten zehn Beete in unserem Garten gefertigt. Um mit Lärchenholz eine dauerhaft haltbare Beetkonstruktion zu bauen, muss man sehr viel konstruktiven Holzschutz betreiben. Die Verwendung von Farben, Imprägnierungen und anderen Chemikalien ist in einem Biogarten für den Anbau von Lebensmitteln selbstverständlich tabu. Sehr bald viel mein Interesse auf Thermoholz. Unsere Flach- und Hochbeete werden jetzt komplett aus Thermoholz der Esche gefertigt. Das Eschenholz stammt aus nachhaltiger heimischer Forstwirtschaft und wird in einem Thermovakuumverfahren, ohne Zusatz von Chemikalien, veredelt. Dadurch erhält das Holz eine Widerstandskraft, die mit der von tropischen Teakholz vergleichbar ist. Wir garantieren die Haltbarkeit des Holzes für zehn Jahre. Die Veredlung unseres Thermoeschenholzes sowie die folgende Bearbeitung erfolgt komplett in Deutschland.

Neben der Standard-Version bieten Sie auch kleine QUADRATOP-Ausführungen und Hochbeete an. Welchem Kunden empfehlen Sie welches Produkt?
Tomaske: Begonnen hat alles mit dem „Standard“-QUADRATOP als 20 Zentimeter hohes Flachbeet. Dieses ist mit seinen 16 Quadraten zu je 30 mal 30 Zentimeter heute unser größtes Beet. Insgesamt haben wir zehn verschiedene Größen in fünf verschieden Höhen von 20 bis 80 Zentimeter Höhe im Programm. Daraus ergeben sich insgesamt 50 verschiedene Gesamtgrößen von Flach- und Hochbeeten. Wir haben damit den unterschiedlichen Platzsituationen und Wünschen unserer Kunden nach Hochbeeten Rechnung getragen, die unsere Beete in Gärten, auf Haus- und Dachterrassen sowie größeren Balkonen aufstellen. Zwischen einem und sechzehn Quadraten haben wir mittlerweile jede denkbare (rechteckige & quadratische) Form im Angebot. Das hat auch etwas mit ästhetischen Vorstellungen zu tun, schließlich ist ein QUADRATOP auch ein hochwertiges Gartenobjekt über den praktischen Einsatzzweck hinaus. Vom reinen Preis-/Leistungsverhältnis her ist tatsächlich das größte Flachbeet, unser „Standard“ die beste Wahl.

Weitere Informationen: quadratop.de

Wagner: GreenBOX jetzt mit mehr Extras und in neuen Farben

Die mobile Hochbeet-Serie GreenBOX von Wagner punktet nach einem „Upgrade“ mit noch größerem Anwendernutzen: Eine praktische, in den Holzrost integrierte Klappe sowie ein Bodeneinsatz ermöglichen jetzt die Nutzung des Stauraums im Inneren der rollbaren Pflanzboxen – z.B. für Gießkanne, Gartenwerkzeug und Co. Neue, für die Serie entwickelte Zubehör-Produkte sollen außerdem zusätzlichen Komfort bieten. Neben den in naturbelassenem Boxen gibt es die rollenden Kleingärten jetzt auch mit einer Schutzlasur in den aktuellen Trendfarben Taupe und Lime-green.

Die GreenBOX-Serie wurde speziell für den Trend „Urban Gardening“ für „Mini-Gärten“ in den Städten und für kleine Freiflächen, wie beispielsweise Balkons und Terrassen, entwickelt. Vier GreenBOX-Modelle in vier aufeinander abgestimmten Größen von S bis XL stehen für jeden Anwendungswunsch zur Verfügung. Alle vier Varianten können frei miteinander kombiniert werden. Ihre 80 Zentimeter hohe Pflanzfläche erlaubt ein rückenschonendes Arbeiten und macht die Bepflanzung und Bewirtschaftung leicht und bequem.

Gefertigt wird die Serie aus heimischem Massivholz. Der GreenBOX-Gärtner hat die Wahl: Modelle mit naturbelassener Oberfläche können individuell lasiert, lackiert und dekoriert werden. Oder er entscheidet sich für die in den Trendfarben fertig lasierten, neuen Varianten. Mit alufarbenen Topfhaltern aus pulverbeschichtetem Stahl können jetzt zusätzliche Pflanztöpfe an der Holzverkleidung der Boxen platziert werden. Aus dem gleichen Material gefertigte S-Haken sind perfekt zum Anhängen von z.B. Gartenutensilien, Deko-Objekten oder Kräuterbüscheln. Komplettiert wird das Zubehör-Sortiment durch eine passende Ablageplatte mit Aussparung zum Einhängen und Ablegen von Arbeitsgeräten. Alle Varianten der GreenBOX werden als platzsparend verpackter Komplett-Bausatz fertig vormontierten Teilen angeboten.

Eine weitere Neuheit und Vorteil für den Handel: Eine spezielle, zur spoga+gafa 2014 entwickelte Palettenplatzierung mit montierter Musterbox erlaubt die aufmerksamkeitsstarke Präsentation der GreenBOX-Serie mit allen Extras auf kleinster Fläche.

Weitere Informationen: wagner-system.de

3 Fragen an: Gudrun Ongania („VEG and the City“)

Anfang 2012 tauschte die Schweizerin Gudrun Ongania das Business-Kostüm gegen die Gartenschürze und machte ihre Passion, das Gemüsegärtnern, zum Beruf.

Die ehemalige Unternehmensberaterin gründete „VEG and the City“, einen Betrieb, der Stadtbewohnern die zu ihrem Lebensstil passende Gemüsegartenlösung und das damit verbundene Wissen bieten will. Gerade ist ihr Buch „An die Töpfe, gärtnern, los! – Praxiswissen und Ideen fürs urbane Gärtnern“ erschienen.

Frau Ongania, immer mehr Menschen ziehen weg vom Land und wollen in der Stadt leben. Und in der Stadt beginnt man jetzt plötzlich damit, Gemüse anzubauen. Ist das nicht ein Widerspruch?
Ongania: Für mich ist das kein Widerspruch. Gemüseanbau in der Stadt hat es schon immer gegeben, nur wurden die Gärten immer weniger und eher an den Stadtrand gedrängt. Familiengärten und klassische Schrebergärten sind nach wie vor populär. Neu ist, dass jetzt eben auch auf Balkonen, Brachen und in Hinterhöfen gegärtnert wird. So viele Vorteile das Stadtleben auch bringt, diese Sehnsucht nach Natur, nach Erde unter den Fingernägeln, nach dem „etwas mit den eigenen Händen schaffen“ ist in uns tief verankert. Und gerade in der heutigen Zeit, in der wir so viel online sind, hat das Selbermachen und mit den eigenen Händen arbeiten wieder einen ganz neuen und wichtigen Stellenwert in unserer Gesellschaft gewonnen. Das Gemüseanbauen in der Stadt gehört dazu! Man möchte wieder lernen, wie Obst und Gemüse wächst und einen Bezug zur Nahrungsmittelproduktion haben. Dabei geht es weniger um Selbstversorgung als ums Experimentieren, Erfahren und einfach Freude daran haben.

Im Oktober 2013 haben sie einen Förderpreis von WWF und Migros für die Umsetzung der Erntestationen gewonnen. Was sind die Erntestationen und was ist das Besondere daran?
Ongania: Die Erntestationen sind Gewächshäuser aus Holz und Plexiglas, in denen auf nur 5,7 Quadratmetern Grundfläche bis zu 200 Nutzpflanzen vertikal angebaut werden können. Die Bewässerung läuft per Regenwassersammlung, Solarpumpe und Tröpfchenbewässerung. Als Pflanzmodule nutzen wir das Minigarden System von der Firma Quizcamp, welches wir auch in der Schweiz vertreiben. Das System der stapelbaren Pflanzmodule hat sich sehr bewährt. Das Besondere an der Erntestation ist die Kombination von vertikalem Gemüseanbau mit einem soliden Holzgewächshaus und der fast automatisierten Bewässerung. So kann die Erntestation auch an Orten ohne Wasser und Stromanschluss stehen. Im Moment haben wir fünf Erntestationen in Zürich und Rothrist in Betrieb. Es ist das zweite Testjahr in dem es gilt, das System zu verbessern aber auch einen Holzgewächshausbauer als Partner für die Produktion zu finden. Mit den fünf Erntestationen testen wir auch verschiedene Geschäftsmodelle. Einmal bieten wir Ernteabos an, d.h. der Kunde kann bei uns wöchentlich Gemüse ernten kommen. Dann werden Kräuter für ein Restaurant angebaut und drei Erntestationen liefern derzeit Gemüse und Kräuter für eine Unternehmenskantine.

In ihrem neuen Buch stellen sie u.a. Projekte und Balkone aus Österreich, der Schweiz und Deutschland vor, die sie selbst begeistert und inspiriert haben. Unterscheidet sich das urbane Gärtnern in diesen Ländern? Und wenn ja, wie?
Ongania: Die Projekte und Balkone unterscheiden sich weniger nach Ländern als nach der Stadt oder dem Typ Mensch dahinter. Die direkte Umgebung, der Stadtteil, beeinflusst das Projekt. So hat das Gartendeck in St. Pauli – inmitten von Beton und Vergnügungsmeile – einen viel urbaneren Charakter als z.B. das SeedCity Projekt am Hönggerberg in Zürich, umgeben vom ETH Forschungscampus, Studierenden und auch viel Natur. Bei den Balkonen war ich überrascht, wie die Balkonbesitzer, die Wohnungseinrichtung und die Balkonbepflanzung harmonierten. Es ist hier zumeist weniger das Umgebungssetting als der Mensch selbst, der mit seiner Persönlichkeit und seinem eigenen Stil den urbanen Garten gestaltete – und so auch einen Teil von sich dort widerspiegelt.

Weitere Informationen: vegandthecity.ch

Immer mehr Deutsche entscheiden sich für den Eigenanbau von Gemüse und Obst

forsa befragte im Februar 2014 im Auftrag von toom Baumarkt rund 1.000 deutsche Gartenbesitzer. Es zeigt sich: 68 Prozent der Befragten achten beim Verzehr von Obst und Gemüse auf Bio-Qualität. Jeder zweite deutsche Gartenbesitzer baut Kräuter, Gemüse oder Obst selber an. Davon legt die Hälfte wert auf Bio-Qualität bei Pflanzensetzlingen, Samen, Dünger und Erde.

Die Gründe für den eigenen Anbau variieren: 73 Prozent der Hobbygärtner pflanzen selbst, weil es ihnen Spaß macht, knapp zwei Drittel bevorzugen den besseren Geschmack und 61 Prozent bauen an, weil der Verzehr der eigenen Ernte gesünder sei.

Deutlich wurde bei der Umfrage auch: Gartenarbeit ist nicht nur etwas für die ältere Generation. Beim Anbau von Obst und Gemüse sind die 18- bis 29-Jährigen genauso fleißig wie die Generation 60 plus. Besonders aktiv sind jedoch deutsche Hobbygärtner um die 50 Jahre.

46 Prozent der Befragten, die nicht im eigenen Garten tätig sind, gaben an, dass sie zu wenig Zeit hätten. Rund ein Drittel meinte, ihnen fehle der sogenannte „grüne Daumen“ beziehungsweise die Erfolgsgarantie bei der Bepflanzung des eigenen Gartens.

Weitere Informationen: forsa.de