Im Garten mit: Lutz Kosack („Die essbare Stadt“)

Dr. Lutz Kosack – Foto: Stadtverwaltung Andernach

Urban Agriculture, der Anbau von Nutzpflanzen in der Stadt ist derzeit weltweit ein Thema. Immer mehr Stadtgärtner wollen ihr eigenes Gemüse ziehen und Start-up-Unternehmen experimentieren damit, wie man Salat, Gurken und Co. auf Dächern und in Fabrik-Etagen kultivieren kann. Eine Vorreiterrolle in dieser Bewegung hat das kleine Städtchen Andernach am Rhein. Hier begann man 2010 unter dem Motto „Die essbare Stadt“ Gemüsebeete in öffentlichen Grünflächen anzulegen und Obstbäume zu pflanzen. Mitinitiator des Projektes war Dr. Lutz Kosack vom Amt für Stadtplanung. Er ist außerdem Dozent an der Universität Bonn im Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz.

Meine kleine Farm oder Chicken in the City

Hühnerhaltung im eigenen Garten – ein neuer Trend? – Foto: Moers

Freilaufende Hühner kennen die meisten Deutschen heute nur noch vom Urlaub auf dem Öko-Bauernhof oder dem Besuch im Streichel-Zoo. Das könnte sich bald ändern, denn das Federvieh wird als Haustier immer beliebter – auch in der Stadt. Zumindest zeichnet sich dieser Trend ab, wenn man sich die aktuellen Veröffentlichungen der Gartenbücher anschaut.

3 Fragen an: Christian Tomaske (QUADRATOP GmbH)

Der QUADRATOP-Genussgarten ist der kleinste KĂĽchengarten Deutschlands. So bewirbt der Hersteller die QUADRATOP GmbH seine Flach- und Hochbeete. Das besondere an dem Produkt: Ein ausgeklĂĽgeltes Quadrat-System.

Das Standard-QUADRATOP hat eine Größe von 1,2 x 1,2 Metern und ist in 16 Quadrate unterteilt. In jedem Quadrat wachsen ein, fĂĽnf, neun oder 16 Exemplare einer Pflanze – je nachdem wie viel Platz die jeweilige Art benötigt. Saat- und Pflanzpläne, die „Beet-Rezepte“ werden vom Hersteller mitgeliefert. In einem Quadrat können so z.B. 16 Radieschen oder fĂĽnf PflĂĽcksalate oder eine Tomatenpflanze wachsen. Die Beet-Rezepte zeigen auf, welche Kräuter und GemĂĽse kombiniert werden, um sich gegenseitig optimal zu unterstĂĽtzen. Christian Tomaske ist der GeschäftsfĂĽhrer der QUADRATOP GmbH.

Herr Tomaske, wie sind Sie auf die Idee mit den „Planquadraten“ gekommen und wie funktioniert das Anbauprinzip genau?
Tomaske: Wie sooft kam die Idee aus einer rein privaten Situation. Meine Frau wollte im eigenen Garten auf kleinem Raum (obwohl der Garten groß genug ist) ein möglichst geordnetes, strukturiertes und übersichtliches Konzept für den Anbau von Bio-Gemüse haben. Nach intensiver Recherche stieß sie auf das „Square Foot Gardening“-Konzepts des Amerikaners Mel Bartholomew (bei uns als „Gärtner in Quadrat“ bekannt). Dieser hat vor mehr als 30 Jahren ein Konzept entwickelt, um auf engstem Raum Gemüse in 30 mal 30 Zentimeter großen Quadraten anzupflanzen. Das ist eine Abweichung von der üblichen Strategie alles, und vor allem viel, in langen Reihen zu sähen bzw. zu pflanzen. Gemüse und Kräuter (zum Teil auch Blumen und Obst) werden in 16 Quadraten in einem wiederum quadratischen Beet von 1,2 mal 1,2 Meter Innenmaß kombiniert. In jedem der 16 Quadrate können bis zu 16 Pflanzen, z.B. 16 Radieschen, wachsen. Insgesamt also bis zu 256 Pflanzen auf weniger als 1,5 Quadratmeter. Es ist ein System, das sich bewährt hat und tatsächlich funktioniert, in unserem vormals rein privaten Garten praktizieren wir dies selbst. Wir haben die Grundidee drastisch erweitert und nunmehr als einziger Hersteller Biogarten-Komplett-Sets auf Basis des „Square Foot Gardening“-Konzepts im Angebot. Mit unseren QUADRATOP-Genussgärten benötigen unsere Kunden nur wenig Zeit und Platz um ohne Voraussetzung von Fachwissen erfolgreich einen sorten- und ertragsreichen Küchengarten in reiner Bioqualität zu verwirklichen.

Welches Holz verwenden Sie fĂĽr Ihr Produkt?
Tomaske: Begonnen haben wir mit Lärchenholz. Daraus haben wir die ersten zehn Beete in unserem Garten gefertigt. Um mit Lärchenholz eine dauerhaft haltbare Beetkonstruktion zu bauen, muss man sehr viel konstruktiven Holzschutz betreiben. Die Verwendung von Farben, Imprägnierungen und anderen Chemikalien ist in einem Biogarten für den Anbau von Lebensmitteln selbstverständlich tabu. Sehr bald viel mein Interesse auf Thermoholz. Unsere Flach- und Hochbeete werden jetzt komplett aus Thermoholz der Esche gefertigt. Das Eschenholz stammt aus nachhaltiger heimischer Forstwirtschaft und wird in einem Thermovakuumverfahren, ohne Zusatz von Chemikalien, veredelt. Dadurch erhält das Holz eine Widerstandskraft, die mit der von tropischen Teakholz vergleichbar ist. Wir garantieren die Haltbarkeit des Holzes für zehn Jahre. Die Veredlung unseres Thermoeschenholzes sowie die folgende Bearbeitung erfolgt komplett in Deutschland.

Neben der Standard-Version bieten Sie auch kleine QUADRATOP-AusfĂĽhrungen und Hochbeete an. Welchem Kunden empfehlen Sie welches Produkt?
Tomaske: Begonnen hat alles mit dem „Standard“-QUADRATOP als 20 Zentimeter hohes Flachbeet. Dieses ist mit seinen 16 Quadraten zu je 30 mal 30 Zentimeter heute unser größtes Beet. Insgesamt haben wir zehn verschiedene Größen in fĂĽnf verschieden Höhen von 20 bis 80 Zentimeter Höhe im Programm. Daraus ergeben sich insgesamt 50 verschiedene Gesamtgrößen von Flach- und Hochbeeten. Wir haben damit den unterschiedlichen Platzsituationen und WĂĽnschen unserer Kunden nach Hochbeeten Rechnung getragen, die unsere Beete in Gärten, auf Haus- und Dachterrassen sowie größeren Balkonen aufstellen. Zwischen einem und sechzehn Quadraten haben wir mittlerweile jede denkbare (rechteckige & quadratische) Form im Angebot. Das hat auch etwas mit ästhetischen Vorstellungen zu tun, schlieĂźlich ist ein QUADRATOP auch ein hochwertiges Gartenobjekt ĂĽber den praktischen Einsatzzweck hinaus. Vom reinen Preis-/Leistungsverhältnis her ist tatsächlich das größte Flachbeet, unser „Standard“ die beste Wahl.

Weitere Informationen: quadratop.de