FBB-FassadenbegrĂĽnungssymposium am 24.09.2015 in Stuttgart

Am  24. September findet in Stuttgart das mittlerweile 8. FBB-Fassadenbegrünungssymposium statt. Veranstaltet wird das Symposium von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) zusammen mit der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), dem Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF) und dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten e.V. (BDLA).

Das ganztägige Seminar, das sich an Planer, Städte, Bauherren und Stadtökologen richtet, vermittelt sowohl bau- als auch vegetationstechnische Grundlagen, Aktuelles und Innovatives zur Fassadenbegrünung. Das FBB-Fassadensymposium versteht sich als Informations-Plattform für Forschungsergebnisse, neue Richtlinien und Normen und besondere Entwicklungen. Es ist in verschiedene Themenblöcke unterteilt und setzt auf 15 Referenten unter anderem mit diesen Themen:

  • Anpassung an den Klimawandel – Forschungsprojekt „TURAS“.
  • Vergleichende Untersuchung wandgebundener FassadenbegrĂĽnungen am Standort NĂĽrnberg
  • Life-Cycle-Analysen von WandbegrĂĽnungen
  • Gravitationsforschung und WandbegrĂĽnung.
  • Die neue FLL-Richtlinie zur FassadenbegrĂĽnung
  • Strategischer Einsatz von FassadenbegrĂĽnungen – Simulation von Mikroklima und Bauphysik
  • „Perspektivenwandel fĂĽr urbanes GrĂĽn“ – Der Peter-Lamar-Platz in Dillingen/Saar im Kontext des städtebaulichen Umbruchs

Weitere Informationen: fbb.de

3 Fragen an: Stephan Droog (Nophadrain)

Nophadrain ist eines der wenigen Unternehmen, die Systeme für Gründächer, Terrassendächer und Parkdächer komplett im eigenen Haus entwickeln und herstellen. So ist es möglich, äußerst flexibel auf Wünsche und Anforderungen von Auftraggebern sowie auf neue Entwicklungen zu reagieren. Stephan Droog ist Experte für Dachbegrünung und Direktor von Nophadrain.

Herr Droog, Nophadrain beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Dach, was hat sich in dieser Zeit verändert?
Droog: Im Vergleich zu vor 20 Jahren werden Dächer heute nicht mehr nur als das obere Ende des Gebäudes betrachtet. Architekten erkennen die Möglichkeiten, sie wirklich zu nutzen, den immer wertvoller werdenden Raum optimal zu planen und das Gebäude in die Umgebung zu integrieren, um damit die Lebensqualität und das emotionale Erleben von Menschen in Städten zu verbessern. Viele Städte und Gemeinden fördern Gründächer, um so ihre Abwasserrohre und Kläranlagen zu entlasten. Gleichzeitig kommen sie damit dem gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Grün entgegen. Dadurch, dass immer mehr Menschen in Städten leben wollen, wächst der Nutzungsdruck auf die Fläche. Wir bei Nophadrain sehen das Dach als Herausforderung an, um den Wünschen der Bevölkerung im urbanen Raum gerecht zu werden.

Was verstehen Sie unter einem Nutzdach?
Droog: Unter einem Nutzdach verstehen wir nicht Dächer, die nur mit einer extensiven Vegetation – zum Beispiel mit Sedum, Kräutern und Gräsern – bepflanzt sind. Solche Dächer sind zwar schön anzusehen, aber da man sie nicht betreten kann, ist dies verlorener Raum. Nutzdächer sind für uns verwendbare Flächen, d.h. Dächer mit unterirdischen Konstruktionen, wie Hofkeller oder Tiefgaragen, die mit intensiver Vegetation – Gräser, Sträucher, Bäume – bepflanzt sind, Spielplätze, begehbare und befahrbare Oberflächen, die auch für Not- und Hilfsdienste zugänglich sind. Es sind Dächer mit einer erkennbaren Nutzfunktion, die sich so in die Umgebung integrieren, dass man gar nicht mehr merkt, dass man eigentlich auf einem Dach ist.

Sie sprechen auf Ihrer Website von intelligenten Nutzdachsystemen. Was meinen Sie damit?
Droog: Ein gutes System ist in erster Linie funktional, gut zu verstehen und dazu noch einfach zu installieren. Die Intelligenz sitzt im Herzen unserer Nutzdächer: das druckstabile CE-markierte Drainagesystem von der Rolle. Es vereint mehrere Funktionslagen eines Nutzdaches in einem Produkt. Die Intelligenz unserer Systeme liegt in ihrer Einfachheit. Dafür haben wir viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet. Unsere Nutzdachsysteme bestehen natürlich nicht nur aus den ND-Drainagesystemen. Wir liefern auch die übrigen Komponenten, die man für die Anlage eines Nutzdaches braucht. In unserer Gärtnerei in Ysselsteyn kultivieren wir zum Beispiel Vegetationsmatten mit Sedum, Kräutern und Gräsern. Wir liefern auch Substrate und Randeinfassungsprofile. Alle Produkte sind präzise auf das System abgestimmt.

Weitere Informationen: nophadrain.nl/de/

Ergebnisse der Städte-Umfrage 2014 zur Förderung der Bauwerksbegrünung

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) haben Anfang des Jahres eine Umfrage bei allen deutschen Städten ab 10.000 Einwohner (das sind 1.488 Städte) durchgeführt. Ziel der Umfrage war es, Informationen über direkte und indirekte Förderungen von Dach- und Fassadenbegrünungen und einen Eindruck zur Entwicklung des Förderwesens in Deutschland zu gewinnen. Vergleichbare Umfragen wurden schon in den Jahren 2003/04, 2010 und 2012 durchgeführt.

Die aktuelle Umfrage wurde vom Deutschen Städtetage ausdrücklich befürwortet und so konnte mit 510 Antworten eine starke Rücklaufquote von etwa 34 Prozent verzeichnet werden. FBB-Präsident Dr. Gunter Mann zeigte sich sehr erfreut, auch wenn die Beteiligungen in 2010 und 2012 mit 38 bzw. 39% etwas höher waren: „Es ist toll, dass so viele Städte geantwortet und sich engagiert haben – vielen Dank an alle!“

Die Studienergebnisse hätten zum Teil bestimmte Erwartungshaltungen bestätigt und könnten aus Sicht der Bauwerksbegrüner im Großen und Ganzen als positiv angesehen werden, heißt es in einer Pressemeldung. Schön zu beobachten seien verschiedene Entwicklungen von 2004 zu 2014.

Alle im Folgenden angeführten Zahlen beziehen sich auf die erfassten Rückläufe der Umfrage 2014 und im Vergleich zu den Umfrageergebnissen aus den genannten Vorjahren.

Für die Dachbegrünung können laut Studie folgende Zahlen festgehalten werden:

  • Die Zahl der Städte, die derzeit begrĂĽnte Dächer mit direkten ZuschĂĽssen fördern liegt bei 31 (6 %). Das sind etwa die gleichen Zahlen wie in 2010 und 2012. In 2003/04 waren es mit 70 doppelt so viele Städte (18 %). Hier spiegelt sich erwartungsgemäß die angespannte Haushaltslage der Städte wieder.
  • Dagegen zeigen andere Zahlen positive Tendenzen: 79 Prozent der Städte die geantwortet haben (404 Städte) haben eine Gesplittete Abwassersatzung schon umgesetzt oder sind gerade dabei. Und von diesen Städten sind es etwa 67 Prozent, die DachbegrĂĽnungen dabei berĂĽcksichtigen und Nachlässe von bis zu 100 Prozent gewähren. Vor zwei Jahren waren ähnliche Zahlen zu verzeichnen, in den Jahren zuvor waren es deutlich weniger Städte, die eine Gesplittete Abwassersatzung umgesetzt bzw. angedacht hatten: in 2010 waren es 377 Städte (65 %) und in 2003/04 waren es 201 Städte (51 %)
  • Der relative Anteil an Städten, die begrĂĽnte Dächer in Ihren Bebauungsplänen (B-Plan) festschreiben ist ĂĽber die Jahre (2014, 2012, 2010, 2003/04) relativ konstant geblieben: 39 Prozent (2014), 37 Prozent (2012), 34 Prozent (2010). Positiv interpretiert kann das so gedeutet werden, dass sich die DachbegrĂĽnung als bewährte MaĂźnahme etabliert hat.
  • Beim Ă–ko-Konto mit DachbegrĂĽnung gibt es laut Umfrage seit Jahren keine groĂźe Veränderung: Elf Prozent in 2014 und 2012 und neun Prozent in 2010 haben das GrĂĽndach in ihrem Ă–ko-Konto aufgefĂĽhrt und mit einem bestimmten Geldwert hinterlegt. Das Thema scheint noch nicht angekommen zu sein.

Bei der Auswertung der Rückläufe zur Fassadenbegrünung lagen nur Vergleichszahlen zu den Umfragen 2012 und 2010 vor:

  • Mit 25 Städte (5 %) in 2014, 30 Städte (5 %) in 2012 und 32 Städten (6 %) in 2010 bleibt die direkte Bezuschussung der FassadenbegrĂĽnung auf konstantem (zu niedrigem) Niveau.
  • Ă„hnlich stabil sind die Zahlen fĂĽr die Festsetzung von FassadenbegrĂĽnungen in Bebauungsplänen: 172 Städte (= 34 %) machen das in 2014; in 2012 und 2010 waren es 33 Prozent und 32 Prozent.

Dr. Mann zieht ein positives Fazit aus den Umfrageergebnissen: „Wir sind froh, dass sich sowohl die Dach- als auch die Fassadenbegrünung immer mehr in Bebauungsplänen festgelegt sind und eine große Anzahl an Städten mit gesplitteter Abwassergebühr begrünte Dächer gebührenmindernd berücksichtigen. Die meisten Städte haben die vielen positiven Wirkungen der Bauwerksbegrünung erkannt.“ Nicht unerwartet, dennoch etwas enttäuscht, sieht er die geringe Bereitschaft der Städte, (privaten) Bauherren einen Zuschuss bei der Dach- und Fassadenbegrünung zu gewähren. „Es müssen keine großen Summen sein, die als Zuschüsse in Aussicht gestellt werden. Doch allein die Tatsache, dass die eigene Stadt den Nutzen von Bauwerksbegrünungen für die Allgemeinheit erkennt und fördert, überzeugt den Bürger im eigenen Handeln und er sieht sein Anliegen bestätigt. Die (geringe) Investition bei der Förderung beispielsweise von Dachbegrünung gleicht sich schnell aus, wenn Kanäle entlastet und nicht saniert bzw. keine neues Regenüberlaufbecken gebaut werden müssen.“ Zudem biete eine „grüne“ Stadt ein ganz anderes Lebens- und Wohngefühl und trage mit begrünten Bauwerken zur Kleinklimaverbesserung, Energieeinsparung, Staubbindung und Lärmminderung bei.

Weitere Informationen: fbb.de

12. FBB-GrĂĽndachsymposium 2014

Am 13. Februar 2014 findet in Ditzingen bei Stuttgart zum 12. Mal das internationale FBB-Gründachsymposium statt. Die veranstaltenden Verbände Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. (ZVDH) und Bund Deutscher Landschaftsarchitekten e.V. (BDLA) freuen sich auf zahlreiche Teilnehmer.

Das Gründachsymposium ist in verschiedene Themenblöcke wie „Recht, Richtlinie und Planung“, „Forschung & Entwicklung“, „Aus der Praxis“ unterteilt und setzt auf viele interessante Themen, die insgesamt in 15 Kurzvorträgen präsentiert werden. Unter anderem werden folgende Themen vorgetragen: neuer Leitfaden zur Dach- und Fassadenbegrünung, Mustergefährdungsanalyse Gründach, Grauwassernutzung in Verbindung mit Dachbegrünung, geeignete Pflanzen für Extensivbegrünungen in Schattenlagen, Biodiversität begrünter Dächer, Rolle der Dachbegrünung beim Nachhaltigen Bauen.

Das FBB-GrĂĽndachsymposium versteht sich als Informations-Plattform fĂĽr aktuelle Forschungsergebnisse, neue Richtlinien und Normen und besondere Entwicklungen. Neben den aktuellen Themen bietet das FBB-GrĂĽndachsymposium noch mehr:

  • „Best Practise“: erstmalig stellen FBB-Mitglieder besondere Referenzobjekte in Kurzvorträgen vor
  • Begleitende Ausstellung von Produkt- und Systemlösungen einiger FBB-Mitglieder.
  • Wahl der des „FBB-GrĂĽndach des Jahres 2014“ durch die Symposiumsteilnehmer.
  • Erfahrungsaustausch der GrĂĽndach-Branche

Weitere Informationen und Anmeldung: fbb.de