Holzimporte: Ab 2013 gilt neue EU-Verordnung – Viteo erfüllt sie bereits

Die EU-Staaten sind nach wie vor ein Einfallstor für illegales Holz aus aller Welt. Das ist das Ergebnis des aktuellen „WWF-Regierungsbarometer Holz“. Demnach stammen schätzungsweise bis zu 20 Prozent der Holzimporte in die EU aus illegalem Holzeinschlag. Derzeit gibt es nur in zehn der 27 EU-Länder Maßnahmen gegen die Einfuhr von Holz aus illegalen Quellen, in neun Staaten dagegen keine oder nur sehr schwache Regelungen. Dabei hat die Europäische Union bereits 2010 eine Verordnung erlassen, die es verbietet, illegales Holz zu vermarkten.

Deutschland liegt im Vergleich der Staaten nach Angaben des WWF mit zwölf von 18 möglichen Punkten vorn – zusammen mit Großbritannien und den Niederlanden. „Ein echter erster Platz ist das nicht“, so WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. „Die anderen Länder sind nur so schlecht, dass Deutschland die Note 3 für einen Spitzenplatz genügt.“

In rund einem Jahr – am 3. März 2013 – tritt ein Gesetz in Kraft, das die Einfuhr von illegalem Holz unter Strafe stellt. Dann müssen nicht nur Importeure nachweisen, dass ihr Holz aus legaler Quelle stammt, sondern die gesamte Verarbeitungskette. Zu den Schwachstellen der Verordnung gehört, dass sie zwar einen legalen, nicht aber einen ökologisch nachhaltigen Einschlag fordert. „Die EU-Staaten haben in den kommenden zwölf Monaten noch viel zu tun, um das Gesetz gut umzusetzen. Bisher führt die EU im Kampf gegen weltweite Abholzung ein echtes Trauerspiel auf“, betont Nina Griesshammer.

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Auch für die Möbelindustrie ist die EU-Vorgabe ein wichtiges Thema. Einige Unternehmen setzen bereits jetzt die Verordnung um. Dazu gehört der Outdoormöbel-Hersteller Viteo. Ab sofort verwendet er bei seinen Kollektionen „Home“ und „Pure“ ausschließlich Holz aus Indonesien, welches das von der EU mit entwickelte Legalitätssiegel „Sistem Verifikasi Legalitas Kayu“ (SVLK, System Verification Legality Wood) trägt. Dabei sollen vier unterschiedliche Kontrollmechanismen, bei denen Privatpersonen, eine Regierungsbehörde Indonesiens und die EU mit einbezogen sind, eine nachvollziehbare Einhaltung aller Regeln garantieren. Teil des Zertifikats sind zusätzlich die Regeln des „sustainable forest Management“. So soll der Brückenschlag von der Ernte bis zur Ausfuhr des Teaks gelingen. Um sich auf die Einhaltung verlassen zu können, hat Viteo-Geschäftsführer Wolfgang Pichler direkt vor Ort die Holzlieferanten persönlich ausgewählt. „Nur wer seine Partner persönlich kennt, kann ihnen wirklich vertrauen“, so Pichler.

 

NatĂĽrliche Helfer weltweit im Einsatz

Die Bedeutung von Insekten, Pilzen, Bakterien und Viren bei der Regulierung von Krankheiten der Kulturpflanzen nimmt ständig zu. Teilweise ersetzen sie heute den den chemischen Pflanzenschutz bereits komplett. Dazu geführt haben u.a. Resistenzentwicklungen einiger Schädlinge gegenüber Pflanzenschutzmitteln.

Ausgehend von der Förderung der NĂĽtzlinge durch Hecken, Ackerrandstreifen und Untersaaten geben die sechs Filme der neuen aid-DVD „Der Feind meines Feindes“ einen umfangreichen Ăśberblick ĂĽber die umweltschonende Schädlingsregulierung.

Der Feind meines Feindes – NatĂĽrliche Schädlingskontrolle
aid-Video DVD

  • Länge: ca. 80 min
  • Bestell-Nr.: 61-7626,
  • ISBN/EAN: 978-3-8308-0987-6
  • Preis: € 25,00
  • Bestellmöglichkeit: www.aid.de

Vertikale Gartenstädte
– die Zukunft des Bauens?

In der asiatischen Metropole Singapur erobert sich der Urwald scheinbar die Hochhäuser zurück, seit Richard Hassell und Mun Summ Wong dort bauen. Das Deutsche Architekturmuseum zeigt jetzt die verwegenen Gebäudeprojekte der beiden Architekten.

Hassell und Wong, GeschäftsfĂĽhrer des ArchitekturbĂĽros WOHA erlangten bereits Ende der 1990-er Jahre erste internationale Aufmerksamkeit mit ihren tropisch-offenen Einfamilienhäusern. Heute haben sich die beiden Visionäre dem Bauen von Hochhäusern verschrieben und planen ganz neue GroĂźstadtstrukturen. Den ĂĽblichen Hochhäusern mit hermetisch versiegelten Fassaden und Klimaanlagen setzen WOHA ein eigenwilliges Konzept entgegen: die „porösen TĂĽrme“, perforierte Bauten, die ĂĽber und ĂĽber mit Pflanzen und Gärten ausgestattet sind. Damit machen die Architekten Klimaanlagen fast ĂĽberflĂĽssig, da der natĂĽrlicher Luftstrom und die groĂźflächige Bepflanzung eine KĂĽhlung der Räumlichkeiten ermöglichen. FĂĽr ihr zukunftsweisendes Wohnhochhaus „The Met“ in Bangkok hat WOHA 2010 den Internationalen Hochhaus Preis erhalten.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt sind noch bis zum 29. April 2012 die Arbeiten von WOHA zu sehen. 19 Projekte werden auf etwa 500 Quadratmetern mit großformatigen Fotos und Plänen, Projekttexten, digitalen Bildern und Modellen präsentiert – von Einfamilienhäusern über Schul- und Gemeinschaftsbauten und Hochhaustürme bis hin zu Hotels und Resorts.

Weitere Infos unter:
dam-online.de
woha-architects.com

Biologische Architektur mitten in Mailand

Backsteinmauern, triste Häuser und mit Graffiti beschmierte Wände – GroĂźstädte sind nicht immer SchmuckstĂĽcke. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn trotz der voranschreitenden Urbanisierung wollen die Menschen nicht auf Natur verzichten. Um dem Big-City-Life einen Country-Kick zu verleihen und gleichzeitig dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit zu entsprechen, realisieren Architekten zunehmend Hochhäuser voller Natur – und das sowohl auĂźen als auch innen.

Das Singapurer Team Woha beispielsweise erschafft Wohn- und Bürokomplexe mit offenen Gängen, brücken- und balkonartigen Terrassen sowie wuchernden Gärten. So erstrecken sich allein im Hotelhochhaus Parkroyal über 15.000 qm mehrere Sky Garden, Schwimmbecken, Wasserfälle und begrünte Mauern.

Diese Form der nachhaltigen Architektur erreicht jetzt auch immer stärker Europa. Nach den vertikalen Gärten des KĂĽnstlers Patrick Blanc, die unter anderem die Fassade des Quai-Branly-Museums in Paris verschönerte, entsteht aktuell ein „Vertical Forest“ mitten in Mailand. In der italienischen Metropole werden derzeit zwei Hochhäuser gebaut, deren GebäudehĂĽllen mit so viel GrĂĽn umgeben sind, wie es sonst in einem Hektar Wald zu finden ist. Die Fakten, die das Architekturportal www.detail.de veröffentlicht hat, sind beeindruckend und auĂźergewöhnlich. Demnach sollen die zwei Häuser – 80 und 112 Meter hoch – in ihrer Fassade insgesamt 480 groĂźe und mittlere sowie 250 kleine Bäume, rund 5.000 BĂĽsche und 11.000 Bodendeckerpflanzen beherbergen.

Das Projekt fĂĽhrt das ArchitektenbĂĽro Boeristudio unter der Leitung des ehemaligen „Domus“-Herausgebers Stefano Boeri aus. Sein Leitgedanke ist es, eine biologische Architektur zu erschaffen.

Weitere Infos unter: www.detail.de

Größte Dachfarm der Welt entsteht in Berlin

Mitten im Berliner Industriegebiet soll schon bald Bio-Gemüse angebaut und eine ökologische Fischzucht aufgezogen werden. Auf einer ehemaligen Malzfabrik planen drei junge Unternehmer die größte Dachfarm der Welt. Insgesamt 7.000 Quadratmeter Fläche stehen für den Anbau bereit. Ab 2013 soll unter einem Glasdach tonnenweise essbares Grünzeug wie z.B. Tomaten, Salat oder Kohlrabi gedeihen. In dem Gebäude darunter werden sich in 22 ehemaligen Malzkesseln Talapia-Barsche tummeln.

Die jungen Unternehmer sind Teil einer wachsenden Bewegung: Stadtbauern oder auch Urban Farmers genannt. Weltweit beackern ihre Anhänger Stadtflächen. Einer Umfrage des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge achten 65 Prozent der Deutschen beim Einkauf von Lebensmitteln meistens oder immer darauf, dass die Produkte aus regionalem Anbau stammen. Doch der Wunsch nach heimischen Produkten kollidiert immer öfter mit einem anderen: dem Wunsch, urban leben zu wollen. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen wird 2050 zwei Dritteln der Menschheit in Städten leben – heute ist es bereits die Hälfte. Da wäre es unsinnig, Gemüse weiterhin nur auf dem Land anzubauen und es endlose Strecken zum Verbraucher in die Metropolen zu karren.

Mehr Infos unter: freegreen.de