BVL: Pflanzenschutzmittel neue Regelungen für die Zulassung

Mit dem neuen Pflanzenschutzrecht haben sich die Regelungen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Kleingartenbereich geändert. In Übereinstimmung mit der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 sieht das Pflanzenschutzgesetz vor, dass die Zulassungsbehörde bei der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels über die Eignung für nicht-berufliche Anwender entscheidet. Erfüllt ein Pflanzenschutzmittel die Kriterien, ist folgende Kennzeichnung anzugeben: „Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig“.

§ 12 Absatz 3 des Pflanzenschutzgesetzes besagt, dass im Haus- und Kleingartenbereich ohne Sachkunde nur Pflanzenschutzmittel angewandt werden dürfen, die für die Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zugelassen sind. Mit Sachkunde sind darüber hinaus Pflanzenschutzmittel zulässig, die für berufliche Anwender zugelassen sind und für die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Eignung zur Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich festgestellt hat. Pflanzenschutzmittel, die gemäß der frühereren Regelung mit der Angabe „Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig“ gekennzeichnet sind, gelten als zugelassen für nicht-berufliche Anwender.

Im Zusammenhang mit den genannten Änderungen hat das BVL – zusammen mit den am Zulassungsverfahren beteiligten Bewertungsbehörden – auch die Kriterien aktualisiert, anhand derer über die Eignung von Pflanzenschutzmitteln für nicht-berufliche Anwender und zur Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich entschieden wird. Die Kriterien berücksichtigen die Eigenschaften der Wirkstoffe und des Pflanzenschutzmittels sowie Dosierfähigkeit, Anwendungsform und Verpackungsgröße.

Die neuen Kriterien gelten für Zulassungsanträge, die nach der Veröffentlichung dieses Konzepts gestellt werden.

Weitere Informationen: bvl.bund.de

DIY-Branche: Einhaltung von EU-Umweltrecht mit neuer Onlineplattform

Ab dem 3. März 2013 tritt ein europaweites Umweltgesetz in Kraft, nach dem Einfuhr und Vermarktung von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag verboten wird. Um die neuen Verordnungen einzuhalten, hat jetzt der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten – BHB – ein Compliance-Instrument vorgestellt. Damit kann eine lückenlose Rückverfolgung der Holzerzeugnisse gewährleistet werden.

Das neue Gesetz besagt, dass jeder Holzhändler in der EU angeben können muss, von wem das Holz stammt, welches er erworben hat, und an wen er es verkauft hat. Wer Holzerzeugnisse erstmals in Umlauf bringt, hat eine Sorgfaltspflicht, das heißt, dass die jeweiligen Holzbestände aufgezeichnet werden müssen mit Handelsnamen, Herkunftsland, Lieferanten und Nachweisen über die Legalität der Herkunft. Anhand dieser Informationen muss eine Risikobewertung erstellt werden. Kann hierbei nicht ausgeschlossen werden, dass das Holz aus illegalen Einschlägen kommt, darf es nicht weiterverkauft werden.

Der BHB hat für diese Vorschriften zusammen mit dem IT-Unternehmen Global Traceability Solutions (GTS) das Online-Tool „RADIX Tree“ entwickelt. Hiermit können in einer Datenbank alle Händler dokumentiert und mit Hilfe von Bewertungsschemata Risikobewertungen erstellt werden. Andreas Back, Leiter Qualitätsmanagement und Umwelt der Hornbach-Baumarkt AG und Sprecher des BHB Arbeitskreises Umwelt & CSR, sprach von einer „signifikanten Erleichterung für die DIY-Branche und weiteren interessierten Unternehmen für die Einhaltung der neuen vertrieblichen Pflichten.“

Weitere Informationen: ec.europa.eu (PDF)

Gloria: Ergonomisch gestaltete Sprühgeräte für rückengerechtes Gärtnern

Gartenarbeit macht nicht nur Freude, sondern beansprucht auch den Körper in hohem Maße. Daher ist es ratsam, bei der Auswahl der Gartengeräte auf eine ergonomische Produktgestaltung zu achten. Der Hersteller Gloria ergänzte deshalb sein Sortiment in diesem Jahr um eine neue Linie von Kolbenrückensprühgeräten, die, laut Hersteller: „ … den neuesten Erkenntnissen aus dem Bereich Ergonomie entsprechen.“ Die Sprühgeräte Hobby 1200 und 1800 sollen so für entspanntes Tragen und Arbeiten sorgen und den Rücken des Anwenders schonen.

Solche Sprühgeräte, die sich mit zwölf beziehungsweise 18 Litern Flüssigkeit befüllen lassen, können schnell mal über 20 Kilogramm wiegen. Gerade für einen längeren Einsatz ist dann eine rückenschonende Form der Geräte besonders wichtig. Gloria verspricht darüber hinaus hochwertige Tragegurte, die mit einem Schnellspannsystem für einen sicheren Halt sorgen sollen und das Tragen besonders im Schulterbereich angenehmer machen würden. Die Rückengurte ließen sich zudem problemlos auf beiden Geräteseiten befestigen, so dass der Einsatz sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder komfortabel sei.

Weitere Informationen: gloriagarten.de

 

Glyphosat – Offenheit und Aufklärung erforderlich

Die negativen Pressemeldungen zu Glyphosat reißen nicht ab – und es ist nicht auszuschließen, dass auch der Gartenbau noch mehr in diese Kritik geraten wird als bisher. Wie kann die Branche mit kritischen Anfragen umgehen? Was tun, wenn der Kunde explizit nach dem Glyphosateinsatz fragt?

Damit beschäftigt sich die TASPO in ihrer aktuellen Ausgabe 31/2012. Offenheit gegenüber dem Verbraucher empfehlen hier Praktiker:  „Wenn Kunden fragen, geben wir genau an, gegen was wir bei der jeweiligen Kultur unbedingt chemisch vorgehen mussten und warum. Aber wir betonen auch, dass wir das sehr überlegt, nach bestem Wissen und Gewissen und so wenig wie möglich tun.“ In Zeiten, in denen der Verbraucher immer kritischer auf das Thema Glyphosat reagiert, bietet es sich an, ihn auch sensibler für die eigene Anwendungspraxis im Hobby- und Kleingartenbereich zu machen, so die TASPO weiter. Es sei Zeit für informative Gespräche mit den Verbrauchern – sowohl, was den Hobbygartenbereich als auch, was den professionellen Gartenbau angeht: „Wir müssen die Kontakte zu Kunden zur objektiven Aufklärung nutzen.“ Denn es besteht für Glyphosat ein grundsätzliches Verbot für den Einsatz auf Nichtkulturland. Einzelhandelgärtner beklagen, dass man diese Produkte relativ einfach im Internet erwerben kann. Etwas pragmatischer drückt es ein Landwirt in einem  Internetblog aus: „Viele Privatverbraucher aasen damit, als wärs völlig ungiftig. Da wird das Zeug 1:1 verdünnt (oder gar pur) auf die Auffahrt gespritzt, sobald auch nur Anzeichen von ,Unkraut‘ zu sehen sind.“

Neuerungen im Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmittel unterliegen schon länger einem Selbstbedienungs-Verbot – nun gibt es strengere Vorschriften.

Welche Vorgaben und Regelungen im Pflanzenschutz hier relevant sind, regelt seit Februar 2012 das neue Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (Pflanzenschutzgesetz). Wer beispielsweise zugelassene Pflanzenschutzmittel gewerbsmäßig handelt oder in Pflanzenschutzfragen berät, muss neuerdings einen auf Antrag behördlich ausgestellten Sachkundenachweis vorlegen können, der bis zum Jahr 2015 Gültigkeit hat. Alle drei Jahre nach der erstmaligen Ausstellung muss die sachkundige Person dann eine amtlich anerkannte Weiterbildung besuchen.

Mehr zu den Neuerungen, die seit Februar 2012 gelten und besonders für den Gartencenterbereich relevant sind, lesen Sie im aktuellen TASPO Gartenmarkt 21/2012 oder unter: taspo.de

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