Trotz Hanta-Virus: Keine blutgerinnungshemmenden Präparate mehr für Mäuse

Seit Jahren werden in der Bekämpfung von Mäusen und Ratten blutgerinnungs-hemmende Präparate eingesetzt. Tiere die das Gift fressen, sterben nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen aufgrund innerer Blutungen. Nach dem Willen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sollen diese Präparate zukünftig nicht mehr verkauft oder angewendet werden dürfen. Die ersten Produkte werden schon 2013 vom Markt genommen.

Ginge es nach der BAuA, solle die Schädlingsbekämpfung bald in erster Linie von Profis übernommen werden und der Endverbraucher müsse die Kosten tragen, beklagt die W. Neudorff GmbH KG diese Entwicklung und verweist außerdem auf die derzeit steigenden Zahlen der Menschen, die vom Hanta-Virus befallen werden. Grippeähnliche Symptome bis hin zum Nierenversagen können die Folge sein. Überträger der Krankheit sind vor allem Rötelmäuse. Durch die Ausscheidungen erkrankter Tiere können Menschen infiziert werden. In durchschnittlichen Jahren gibt es etwa 500 Erkrankte. In diesem Jahr waren es in den ersten fünf Monaten bereits 965 Fälle. Wenn sich Nager weiter ausbreiten, weil sich die Menschen aufgrund der Kosten scheuen, im Bedarfsfall Schädlingsbekämpfer zu engagieren, könnten sich diese und andere Infektionskrankheiten schnell ausbreiten, warnt Neudorff.

Weitere Informationen:
baua.de
neudorff.de

 

 

Bald weniger Rodentizide einsetzbar

Nur noch geschulte Endverbraucher dürfen künftig Blutgerinnungsmittel der zweiten Generation gegen Mäuse und Ratten anwenden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) begründet diese Entscheidung mit Gefahren für die Umwelt und dem Auftreten von Resistenzen bei den Wirkstoffen, meldet die TASPO in ihrer aktuellen Ausgabe 31/2012. 

Bei der Industrie stößt diese Entscheidung teilweise auf Unverständnis. Einige Pflanzenschutzmittel-Hersteller wollen darüber eine Diskussion anstoßen. Da mehr als  95 Prozent der im Handel angebotenen Produkte zur Ratten- und Mäusebekämpfung auf Blutgerinnungshemmern basierten, drohe zudem ein erheblicher Teil des  Umsatzes für den grünen Einzelhandel wegzubrechen.

Mehr dazu lesen Sie in der TASPO 31/2012.

Für einen zeckenfreien Garten

Die Zahl der Zecken in unseren Gärten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Wesentliche Faktoren dafür sind Klimawandel und naturnahe Wald- und Gartenwirtschaft. Hauptsächlich im Fell von Mäusen gelangen die Parasiten in Hausnähe und lauern an Gräsern und Büschen auf ihr nächstes Blutopfer. Ob Mensch, Hund oder Katze ist ihnen dabei egal.

Laut Robert Koch-Institut geht ein großer Teil der FSME- und Borreliose-Erkrankungen auf Zeckenstiche im eigenen Garten zurück. Wissenschaftler suchen schon seit Langem nach Methoden, um der Zeckenplage Herr zu werden. Die Universität Hohenheim setzt dabei zum Beispiel auf die wenigen natürlichen Feinde der Zecken: Pilze, Würmer und Miniwespen als Zeckenvernichter. Der Einsatz im Freiland ist jedoch noch nicht möglich.

Anders verhält es sich mit den Zeckenrollen. Das Prinzip: Der Zeckenbefall wird an seinem Ursprung – dem Wirtstier – bekämpft. Für die kleinen Zeckenlarven und -nymphen sind Mäuse das wichtigste Wirtstier. In den Zeckenrollen befindet sich eine Permethrin-getränkte Baumwolle als Nestbaumaterial für die im Garten lebenden Nager. Permethrin ist das synthetische Pendent des in der Natur vorkommenden Pyrethrum – einem Extrakt aus den Blüten der Chrysantheme. Es ist ein häufig verwendetes Insektizid und tötet Zecken bei Kontakt.

Zeckenrollen sollten zweimal im Jahr in Bereichen ausgelegt werden, wo die Mäuse sie finden – in dichten Büschen, in der Nähe von Komposthaufen und Gartenhäusern. Die Mäuse krabbeln dann in die kleinen Rollen und entnehmen die Baumwolle für den Nestbau. Das Permethrin bleibt am Fell der Mäuse haften. Zecken, die die Mäuse befallen, sterben ab.

Eine 12er-Packung Zeckenrollen reicht aus, um einen 500 Quadratmeter großen Garten ein Jahr lang vor den kleinen Plagegeistern zu bewahren. Für kleinere Gärten steht ein 6er-Pack zur Verfügung. Rollen und unbenutzte Baumwolle sind biologisch abbaubar und können auf der Auslegestelle liegen gelassen werden.

Weitere Informationen: zeckenrollen.de

Pflanzenschutz 2.0

Sabine Klingelhöfer informiert auf dem IVG Medientag in Köln über die neue Pflanzendoktor-App von Neudorff. Mit dieser kostenlosen App kann jeder sofort erkennen, von welchen Schädlingen seine Pflanzen befallen wurden.

Für jeden, der vielen Nützlinge im Garten hat Neudorff außerdem die passende Unterkunft im Programm: So gibt es z.B. Nistkästen für Vögel, Fledermausquartiere, Igelhäuser und Insektenhotels.

 

Bayer: Anhaltend günstiges Marktumfeld bei CropScience

Die Bayer AG gab Ende Februar 2012 bekannt, dass sie in einem strategisch und operativ sehr erfolgreichen Jahr 2011 neue Rekordwerte bei Umsatz und EBIT erzielt hat. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, erhöhte sich der Konzernumsatz im Geschäftsjahr um 4,1 Prozent auf 36,53 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) entspricht das einem Zuwachs von 5,5 Prozent. Die Geschäftsentwicklung in den Wachstumsländern trug mit einem Plus von währungsbereinigt (wb.) 9,0 Prozent überproportional dazu bei. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 52,0 Prozent auf 4,15 Mrd. Euro.

Im CropScience-Geschäft stieg der Umsatz laut Pressemeldung im vergangenen Jahr um 6,2 (wpb. 8,9) Prozent auf 7,255 (6,830) Milliarden Euro. Hierzu trugen alle Regionen bei – in Nordamerika sowie Lateinamerika/Afrika/Nahost nahmen die Umsätze sogar wb. prozentual zweistellig zu. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch neue Produkte bei Crop Protection und die gute Entwicklung bei BioScience, während Environmental Science leicht rückläufig war.

Der Bereich Pflanzenschutz (Crop Protection) profitierte vom Ausbau des Geschäfts mit neuen Produkten und steigerte den Umsatz insgesamt wpb. um 8,9 Prozent. Die Fungizide legten wpb. um 12,0 Prozent zu, die Saatgutbehandlungsmittel wpb. um 23,6 Prozent und die Herbizide wpb. um 9,0 Prozent. Das Insektizidgeschäft konnte sich trotz der Einstellung des Vertriebs älterer Produkte wpb. auf Vorjahresniveau halten.

Der auf Saatgut und Pflanzeneigenschaften spezialisierte Bereich BioScience wuchs wpb. um 19,1 Prozent. Jeweils zweistellige Wachstumsraten konnten in den Kernkulturen Raps, Baumwolle, Reis und Gemüse erzielt werden. Der Umsatz im Bereich Environmental Science verringerte sich wpb. leicht um 1,5 Prozent.

Das bereinigte EBITDA von CropScience verbesserte sich im Vergleich zum relativ schwachen Vorjahresergebnis deutlich um 27,9 Prozent auf 1,654 (1,293) Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge konnte um 3,8 Prozentpunkte ausgebaut werden. Dieser Anstieg beruhte vor allem auf den signifikant gestiegenen Absatzmengen sowie der damit verbundenen deutlich besseren Auslastung der Produktionsanlagen. Auch die Effizienzsteigerungsmaßnahmen trugen zum höheren Ergebnis bei.

Weitere Informationen: bayer.de