Heinz Sielmann Stiftung: Das „Gartentier des Jahres 2014“ steht fest

Nicht Hase und Igel, sondern Blaumeise und Igel lieferten sich in diesem Jahr einen spannenden Wettlauf. Das äußert knappe Rennen entschied am Ende die Blaumeise für sich. Mit nur einer Stimme Vorsprung wurde sie zum „Gartentier des Jahres 2014“ ernannt. Zur Wahl hatten die Heinz Sielmann Stiftung, eine der größten Naturschutzorganisationen Deutschlands, und Vivara, Anbieter von Produkten rund um den Naturschutz im Garten, aufgerufen.

Bereits zum fünften Mal konnten Tierfreunde ihren Favoriten wählen. Auf den dritten Platz schaffte es in diesem Jahr der Tagfalter „Kleiner Fuchs“, gefolgt von Maikäfer und Weinbergschnecke. Abgeschlagen auf dem hintersten Rang landete die Gartenkreuzspinne.

Auch in den Jahren zuvor haben meistens Vogelarten die Wahl gewonnen. Neben Grünfink, Rotkehlchen und Amsel erreichte bisher nur noch das Eichhörnchen den ersten Platz. Möglicherweise gründet sich die Beliebtheit der Vögel darauf, dass sie jede Menge spannende Unterhaltung bieten. Auch die Blaumeise, die durch ihre blaue Kappe über dem weißen Gesicht, den schwarzen Augenstreifen und die ebenfalls blau gefärbten Flügel- und Schwanzfedern auffällt, ist sehr lebhaft und viel in Bewegung. Ab Ende April brütet der Vogel ein bis zwei Mal pro Jahr und legt acht bis zehn Eier pro Gelege.

Um der Blaumeise Gutes zu tun, sollten Tierfreunde in ihrem Garten ein attraktives Angebot an Futter und Lebensraum schaffen. „Wer in seinem eigenen Grün Nistkästen aufhängt, Büsche in Gruppen, samentragende Stauden, Wildkräuter und Kletterpflanzen wachsen lässt und auf das Spritzen verzichtet, kann einen Beitrag leisten, dass unsere Tierarten auch künftig Lebensraum finden“, so Prof. Peter Berthold, bekannter Ornithologe und Stiftungsrat der Heinz Sielmann Stiftung. Beim Futter bevorzugt die Blaumeise Samen, Nüsse, Beeren und Fettfutter (die bekannten Meisenknödel).

Nominiert für den unique youngstar 2014: Garden Elements von Vincent Bos

16 Projekte von 15 jungen Designerteams gehen in diesem Jahr ins Rennen um die begehrte Auszeichnung “unique youngstar 2014″. Beim spoga+gafa Wettbewerb dreht sich wieder alles um das Thema “Outdoor Living”.

Neben der Nominierung dürfen sich die jungen Kreativen schon jetzt auf eine Platzierung ihrer Idee auf der internationalen Gartenmesse spoga+gafa (31. August bis 2. September in Köln) freuen.

Garden Elements

Die „Garden Elements“-Kollektion umfasst eine Reihe von Gartenprodukten: Ein Eichenpfosten dient als Basis, an der mittels modularer Verbindungselemente verschiedene Teile aus Porzellan oder Holz befestigt werden können – z.B. ein Vogelhäuschen, ein Zweig oder eine Vogeltränke. Bei der Entwicklung dieser Kollektion kamen viele verschiedene Materialien und Techniken zum Einsatz. Die Standfüße der Pfosten bestehen aus lasergeschnittenem Stahl und sind pulverbeschichtet. Der Eichenpfosten ist als Drechselarbeit ausgeführt. Und die Aufsteckelemente bestehen aus Porzellanguss und wurden bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Dank dieser Materialien verfügen die Elemente der „Garden Elements“-Kollektion über eine ausgezeichnete Haltbarkeit und können über lange Zeit im Freien aufgestellt werden.

Material: Porzellan, Eichenholz und Stahl
Größe: 199 x 80 cm (H x Durchmesser der Basis)

Weitere Informationen: vincentbos.nl

Die Entscheidung über die drei Jury-Gewinner und den Publikumspreis wird am 31. August um 17 Uhr in der Messehalle 10.2 in Köln im Rahmen der unique hour bekannt gegeben.

Der Gewinner des Publikumspreises wird durch ein Online-Voting ermittelt.

Machen Sie mit und unterstützen Sie Ihren Favoriten!

 

3 Fragen an: Ralf Müller (Hühnerhaus mobil)

Lange hat der Dipl. Ing. agr. Ralf Müller für die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld gearbeitet. Zentrale Aufgabengebiete der sozialen Einrichtungen sind u.a. die Behinderten-, Alten- und Jugendhilfe sowie die Unterstützung für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Müller leitete hier den Öko-Landwirtschaftsbetrieb Quellenhof, der von den Bethel-Bewohnern bewirtschaftet wurde. Nach der Schließung des Betriebes machte er sich 2013 mit einer ungewöhnlichen Idee selbstständig: Mobile Hühnerhäuser für den Garten. Heute bietet sein Unternehmen Freunden des Federviehs alles, was sie für die Haltung ihrer Tiere brauchen – Futter, Auslaufsysteme, Zubehör und natürlich auch viel Fachwissen.

Herr Müller, was ist das Besondere an Ihren Hühnerhäusern? Und warum stehen sie auf Rädern?
Müller: Meine Mission ist es, die Hühner – also das älteste Haustier – den Menschen wieder näher zu bringen. Als ich noch den Biolandbetrieb leitete, habe ich mich aber immer über die kahlen Ausläufe rund um das Hühnerhaus geärgert. Ich glaube, dass es Gartenbesitzern heute sehr wichtig ist, dass ein Hühnerstall gut aussieht und auch der Rasen trotz Tierhaltung erhalten bleibt. So bin ich schnell auf die mobile Hühnerhausversion gekommen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man zäunt mit einem Hühnerdraht ein gewisses Gebiet ab und lässt die Hühner dort laufen. Die Tiere mähen den Rasen – ein Huhn frisst pro Tag ca. 160 Gramm Grünes – und durch ihr Kratzen wird außerdem Moos entfernt und Luft in den Boden gebracht. Nach etwa drei Wochen zieht man mit Hühnerhaus und Auslauf ein paar Meter weiter. Jetzt kann sich das vorhergehende Gartenstück wieder erholen und die ganze Rasenfläche bleibt immer schön grün. Ideal ist es, wenn man bei etwa fünf Hühnern ein Gelände von 300 bis 400 Quadratmetern zur Verfügung hat. Dann besteht keine Gefahr, dass die Hühner den Rasen zu sehr beanspruchen.

Ein weiterer Vorteil unseres Hühnerhauses ist, dass es mit einem automatischen Toröffner ausgestattet ist, der das Haus morgens automatisch öffnet und abends schließt. Dazu muss man wissen, dass Hühner eine innere Uhr besitzen und sich bei einer gewissen Dämmerung immer alle ins Haus zurückziehen. Die Besitzer müssen also nicht unbedingt zu einer bestimmten Uhrzeit des Tages nach den Tieren sehen, sondern sie gehen dann, wenn sie Lust und Zeit haben. Die Hühnerhaltung wird so richtig bequem. Und da im Haus immer ein Vorrat an Futter und Wasser für etwa eine Woche ist, kann man die Tiere auch schon mal ein paar Tage allein lassen.

Die Zeiten, da fast jedes Haus einen Hühnerstall besaß sind lange vorbei. Wer hält sich heute Federvieh im Garten? Oder anders gefragt: Wer sind Ihre Kunden?
Müller: Unsere Kunden sind ganz unterschiedlich: Junge und alte Menschen, Privatpersonen mit einem Garten oder einer kleinen Obstwiese aber auch Kindergärten, Altenheime und andere soziale Einrichtungen. Mein ältester Kunde hat mit 94 Jahren noch ein Haus bei mir bestellt! Für Betriebe, die ein Hühnerhaus für ihr Betriebsgelände kaufen, fertigen wir es auf Wunsch auch in den Farben des Unternehmens an. Wir hatten sogar schon mal Nachfragen nach einem Internetanschluss im Hühnerhaus! – Natürlich sind das alles Kunden, die bereit sind, etwas mehr zu bezahlen. Wir geben uns mit den Häusern aber auch sehr viel Mühe und es steckt eine Menge Arbeit darin. Ich habe zwar schon Angebote aus China, aus der Ukraine und aus Polen erhalten, die mein Haus billiger produzieren wollten. Aber wenn wir alle ins Ausland gehen, gibt es hier bald keine Arbeitsplätze mehr. Deshalb lasse ich lieber Tischler in Deutschland für mich arbeiten, die das Haus weitgehend individuell und mit viel Liebe und Geschick fertigen.

Bei Neukunden empfehle ich übrigens immer, sich erst einmal die sogenannten Hybrid Hühner anzuschaffen. Erst nach einigen Jahren, wenn sie Erfahrung gesammelt haben, sollten sie umsteigen auf Rassen, die vom Aussterben bedroht sind. Es gibt zum Glück mittlerweile wieder eine Menge Leute, die sich diesen Rassen widmen. Durch unsere Arbeit haben wir in den letzten Jahren auch etwas dazu beigetragen, dass die Zuchtvereine wieder einen größeren Zulauf haben.

Vertreiben Sie Ihre Produkte nur über das Netz oder kann man sie auch im Fachhandel erwerben?
Müller: Es hat sich gezeigt, dass mittlerweile meine Produkte fast ausschließlich über das Internet bestellt werden. Einige wenige Kunden habe ich hier direkt in Bielefeld und Umgebung.

Weitere Informationen: huehnerhaus-mobil.de

 

Modular: Hühnerhaus mit Garten zum Selberbauen

Urban Gardening und Urban Farming liegen im Trend und finden immer mehr Anhänger. Ackerbau und Viehzucht auf kleinen Flächen wird jetzt mit dem modularen System vom Designstudio Segers besonders ansprechend möglich.

Eine Familie bekommt man mit dem darin Angebauten zwar nicht satt, aber immerhin bietet der „Modular Chicken Coop & Garden“ Platz für ein paar Hühner und Beete. Auch Kompostierbox und Geräteschuppen gehören zum System, das in Einzelteilen geliefert wird und sich einfach zusammenstecken lässt. Großstadtfarmer können sich mit diesen Hochbeeten und dem kleinen Stall ein bisschen wie Selbstversorger fühlen und ihren Kindern zeigen, wie Gemüse wächst und wo die Eier herkommen.

Studio Segers ist ein belgisches Zwei-Generationen-Unternehmen – gegründet von Rita Westhovens und Wim Segers. Seit 2009 arbeiten auch deren Sohn Bob Segers und Marjan Brants im Familienstudio mit.

Weitere Informationen: studiosegers.be