Urban Gardening: Aus Do-it-yourself wird Do-it-together

Prinzessinengärten in Berlin – Foto: Marco Clausen / Prinzessinnengarten

Vor sechs bis sieben Jahren raschelte es gehörig im Blätterwald. Urban Gardening war plötzlich das große grüne Thema. Aktivisten, die Brachflächen oder Parkhausdächer in Gärten verwandelten, um dort ihren eigenen Salat anbauten und Hühner hielten, wurden zu Lieblingen der Medien. Nachdem das mediale Interesse mittlerweile etwas nachgelassen hat, wollten wir wissen, wie es heute mit der Lust der Menschen am gemeinschaftlichen Gärtnern in den Städten aussieht. War es nur ein Modetrend oder entwickelt sich die Bewegung weiter?

Im Garten mit: Lutz Kosack („Die essbare Stadt“)

Dr. Lutz Kosack – Foto: Stadtverwaltung Andernach

Urban Agriculture, der Anbau von Nutzpflanzen in der Stadt ist derzeit weltweit ein Thema. Immer mehr Stadtgärtner wollen ihr eigenes Gemüse ziehen und Start-up-Unternehmen experimentieren damit, wie man Salat, Gurken und Co. auf Dächern und in Fabrik-Etagen kultivieren kann. Eine Vorreiterrolle in dieser Bewegung hat das kleine Städtchen Andernach am Rhein. Hier begann man 2010 unter dem Motto „Die essbare Stadt“ Gemüsebeete in öffentlichen Grünflächen anzulegen und Obstbäume zu pflanzen. Mitinitiator des Projektes war Dr. Lutz Kosack vom Amt für Stadtplanung. Er ist außerdem Dozent an der Universität Bonn im Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz.