Bautätigkeit: Euroconstruct rechnet nicht mit Wachstum – Stimmung deutscher Architekten ist hervorragend

Die Schuldenkrise wirkt sich zunehmend auf die Bautätigkeit aus. Aus diesem Grund senkte die europäische Branchenvereinigung Euroconstruct jetzt ihre Prognose für die kommenden Monate. Für 2012 reduzierte sie die bisherige Wachstumserwartung an die Baubranche von -0,3 auf -2,1 Prozent. Auch für das kommende Jahr korrigierte der Dachverband seine Prognose. Statt einem Plus von 1,8 Prozent rechnet er aktuell nur noch mit einer marginalen Steigerung von 0,4 Prozent. Erst 2014 soll die Bautätigkeit leicht anziehen – und zwar um 1,7 Prozent. Allerdings wird sie noch mehrere Jahre hinter dem Niveau von 2008 herhinken.

Bezogen auf die einzelnen Länder erwartet Euroconstruct nur in Dänemark und Norwegen eine Zunahme der Bauleistung um mehr als zwei Prozent. Für Länder wie Deutschland, Frankreich, Schweiz, Großbritannien und Schweden geht die Branchenvereinigung aber immerhin noch von Zuwächsen von bis zu zwei Prozent aus. Gute Nachrichten für die deutschen Architekten. Und so ist die Stimmung bei ihnen erfreulich gut. Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des Ifo Instituts bei freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima zu Beginn des zweiten Quartals 2012 sichtlich verbessert. Eine ähnlich gute Stimmung wurde letztmals Mitte der neunziger Jahre – in der Schlussphase des Wiedervereinigungsbooms – registriert.

Die befragten Architekten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage merklich besser als in den Vorquartalen. Dabei ist besonders hervorzuheben: die Zahl derer, die ihre Lage als „gut“ bewerteten ist deutlich angestiegen – von 36 Prozent (Vorquartal) auf jetzt 45 Prozent. Eine, laut Ifo Institut, einmalig hohe Quote. Gleichzeitig bezeichnete nur noch ein Fünftel der Befragten ihre momentane Geschäftslage als „schlecht“ (Vorquartal: 23%).

Die Geschäftserwartungen haben sich wiederum gegenüber den Einschätzungen des letzten Quartals kaum geändert. Während der Anteil der eher optimistisch eingestellten Architekten um drei Prozentpunkte schrumpfte – von 17 auf 14 Prozent –, sank gleichzeitig der Anteil der skeptischen Architekten um zwei Prozentpunkte auf 13 Prozent.

Niederländisches Design für Olympia

Die olympischen Sommerspiele 2012 stehen vor der Tür. Die letzten Arbeiten laufen noch auf Hochtouren. Viele Personen und Unternehmen haben schon jetzt beachtliche Leistungen erbracht, um die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen. In Zusammenarbeit mit LDA Design London, Hargreaves Associates und Arup, hat beispielsweise Streetlife wesentlich zur Gestaltung der olympischen Parklandschaft in London beigetragen. Das niederländische Unternehmen lieferte die Bänke, die zum Teil speziell für dieses Großereignis entworfen wurden.

Vom über zehn Meter langen Modell „Olympic Wave“ wurden Dutzende entlang der Water Works in Stratford aufgestellt. Die leicht gebogenen Sitzgelegenheiten bilden ein spielerisches Element innerhalb der Parklandschaft. Darüber hinaus sind die Streetlife Modelle „Long&Lean“ und „Rough&Ready“ rund um die Stadien angebracht worden sowie einige hundert „WoodTop“-Systeme zur Schaffung von Sitzflächen entlang der Treppen im Park.

„Health & Safety” ist ein wichtiges Thema bei der Gestaltung des diesjährigen Olympia Geländes. Speziell für London 2012 wurde Streetlife deshalb als „FSC Chain of Custody“-Betrieb zertifiziert. So wollte man hervorheben, dass die Produkte der Kollektion einen lückenlosen FSC-Weg verfolgt haben. Das FSC-Gütezeichen ist ein effektives Mittel gegen den weltweiten illegalen Holzabbau und fördert eine verantwortungsvolle und ökologische Forstwirtschaft. Neben frisch geschlagenem Holz wurde für die Olympia-Bänke von Streetlife auch recyceltes FCS-Holz verwendet.

Weitere Informationen: streetlife.nl

Nicht nur „Go for Gold“, sondern auch „Grow for Gold“ heißt es in London kurz vor den olympischen Spielen

Tausende Briten wollen die olympischen Spiele gemeinsam mit Freunden, Familie und Nachbarn feiern. Dabei heißt das Motto nicht nur „Go for Gold“, sondern auch „Grow for Gold“, denn die Inselbewohner wollen der Welt auch ihr gärtnerisches Können zeigen.

Kurzerhand wurde ein Komitee gegründet, das sowohl Menschen mit grünem Daumen als auch Gartenneulinge mit Expertentipps rund um das Thema „Ein Garten für die Spiele“ versorgt. Ziel ist es, den Ehrgeiz der Gärtnernation zu wecken und auch diejenigen, die bisher nicht so interessiert waren, zu motivieren, sich im Gärtnern zu versuchen und ihre Umgebung zu verschönern und zu begrünen. Wir sind gespannt …

 

Wiener Ausstellung: Hands-on Urbanism – Vom Recht auf Grün

Die Ausstellung im Architekturzentrum Wien widmet sich einer Ideengeschichte von Landnahmen im urbanen Raum. Kuratorin Elke Krasny präsentiert historische wie gegenwärtige Fallbeispiele für „Stadtentwicklung von unten“. Sie gibt einen Überblick über selbstorganisierte, kollektive, informelle Bewegungen und über die Räume, die dadurch entstehen.

„Hands-on Urbanism“ stellt eine andere Geschichte von Urbanität vor, die dringliche Fragen an die Verantwortung von Architekten und Planern und an den Umgang mit Ressourcen stellt.

Szenographin Alexandra Maringer setzte diese kuratorisch gesetzte Geschichte der „Stadtentwicklung von unten“ räumlich um und entwickelte ein städtisches System als Grundstruktur der Ausstellung. Baustellengitter als Trägerelemente verweisen direkt auf die Qualitäten der Transformation, der Veränderung von Stadt, auf den Akt des Bauens, der im Falle der Stadtentwicklung „von unten“ oft ein Selbst-Bauen ist. An diese Gitter gehängt, erzählen zeitgenössische und historische Fotografien, Filme, Skizzen und Pläne die Auswirkungen des „Hands-on Urbanism“. Die Baustellengitter sind Träger für den Hauptaspekt der Ausstellung, das Recht auf Grün: Verschiedenste Zier-, Nutz- und Wildpflanzen werden daran befestigt. Stadt und Land, das Gärtnerische in der Stadt als Praxis des Überlebens, der Subsistenz, der Gemeinschaft und der Freude am Anpflanzen werden so direkt in den Ausstellungsraum übersetzt und durch den Geruch und die Textur der Pflanzen evoziert.

Hands-on Urbanism – Vom Recht auf Grün

  • Veranstaltungsort: Architekturzentrum Wien – Alte Halle
  • Ausstellung: 15. März 2012 – 25. Juni 2012
  • Öffnungszeiten: täglich 10-19 Uhr

Weitere Informationen unter: www.azw.at